Kein schneller Wechsel auf G8 am AFG in Halver

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Halver - G9 – gerne, aber bitte schnell und gut organisiert. Paul Meurer, Schulleiter des Anne-Frank-Gymnasiums, sieht die Schule an der Kantstraße angesichts der von der NRW-Landesregierung beschlossenen Rückkehr zum Abitur nach neun Schuljahren (G9) gut aufgestellt.

„Leider gibt es noch keine klare Regelung dazu. Eine schnelle Klärung bei Organisations- und Lehrplänen ist für uns eine wichtige Voraussetzung“, so Paul Meurer im Gespräch mit dem AA. Genau damit, so sieht es der Zeitplan von NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer vor, hat die Lehrplankommission gerade begonnen. 

Im Gespräch ist, dass bei den neuen Vorgaben ein Fach „Wirtschaft“ geplant ist. Außerdem soll das Thema „Digitales“ eine größere Rolle spielen. Letzteres begrüßt AFG-Schulleiter Paul Meurer ausdrücklich. Er ist dabei, mit Förderern, Eltern und Schülern konkrete Projekte zur „Digitalen Schule“ umzusetzen. 

Ein erstes praktisches Beispiel ist das Softwarepaket, auf das Schüler und Lehrer bereits zurückgreifen können. Ziel sei, so Meurer, neben dem Bilingualen Zweig das Digitale zu einem zweiten schulprägenden Schwerpunkt zu machen. 

„Es dürfte mehr Lernfreiheit geben“ 

Der Schulleiter kann der Rückkehr zu G9 viel Positives abgewinnen. „Für die Schülerinnen und Schüler dürfte es im Vergleich zum jetzigen Abitur mehr Lernfreiheit geben“, sagt Meurer. Von dem G9-Zeitgewinn könnten sowohl AFG-Angebote wie die Sport- oder Mint-Arbeitsgemeinschaft als auch der Jugendbereich der örtlichen Vereine, Verbände und Gruppen profitieren. Auch in der Schullogistik, beispielsweise beim Schülerverkehr, ginge es entspannter zu. 

Wegen des großen Einzugsgebiets des Halveraner Gymnasiums, das von Kierspe über Schalksmühle und Breckerfeld bis nach Radevormwald reicht, wäre das ein nicht zu unterschätzender Vorteil im Vergleich zur heutigen Situation. 

„G9 ist gewollt“, hat Paul Meurer vor Ort ein klares Stimmungsbild unter Eltern und Schülern ausgemacht. Damit erübrigt sich die Frage, ob das Halveraner Gymnasium von der Möglichkeit Gebrauch macht, bei G8 zu bleiben. Laut Vorgabe der Landesregierung wäre das möglich, wenn es in der Schulkonferenz mindestens eine Zweidrittel-Mehrheit plus eine Stimme dafür gäbe. 

Schnellere Laufbahn weiterhin möglich 

In diesem Zusammenhang verweist Paul Meurer auf die Möglichkeit der individuellen Gestaltung der Schullaufbahn am Anne-Frank-Gymnasium. Hochbegabte Jugendliche hätten auch bislang schon die Möglichkeit genutzt, die Fachhochschulreife schneller zu erreichen, als es in den Lehrplänen vorgesehen sei. „Wir haben sogar einen Schüler gehabt, der sein Abitur schon mit 16 Jahren bestanden hat“, erinnert sich der AFG-Leiter. 

Zugleich warnt er Schüler und Eltern davor, die Anstrengungen für ein Abitur nach neun Schuljahren zu unterschätzen. „Mehr Zeit bedeutet nicht, dass der Lernstoff leichter wird“, betont Paul Meurer. Zwar seien mehr Wiederholungseinheiten als jetzt möglich, am Schwierigkeitsgrad der jeweiligen Prüfungen aber ändere sich nichts. Dank der Optimierung des Lernprogramms und eines sehr guten Schulmanagements habe es für die Schüler in den vergangenen Jahren auch bei G8 keine Probleme gegeben. 

Aus kurzfristigem Wechsel wird nichts 

Das ist gut so, denn von heute auf morgen wird es nichts mit der Rückkehr zum Abitur nach neun Schuljahren, so viel scheint festzustehen. Trotz des Einsatzes einer Elterninitiative für einen schnellen G9-Start mit möglichst vielen Jahrgängen, bleibt die Landesregierung bei ihrer Vorgabe. Die sieht die Einführung von G9 zum Schuljahr 2019/20 mit den heutigen Dritt- und Viertklässlern vor. Ältere Schüler werden also nicht mehr von der neunjährigen Gymnasiallaufbahn profitieren. Parallel zur Ausarbeitung der G9-Richtlinien will die CDU-FDP-Landesregierung daher auch das Abitur nach acht Schuljahren weiter verbessern, wie es heißt.

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