Kein Impfzwang in Halvers Kitas

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Halver - Fehlende Impfungen sind in Halveraner Kitas kein Ausschlussgrund, allerdings müssen sich Eltern zu dem Thema beraten lassen.

Nach Gesetzesvorstößen in anderen Bundesländern spricht sich nun auch der nordrhein-westfälische Kinder- und Familienminister Joachim Stamp für eine Impfpflicht in Kindergärten aus. Bislang gilt dort aber weiterhin: Eine Impfpflicht gibt es nicht. 

„Bei uns ist es so, dass Kinder bei der Aufnahme eine Impfbelehrung vorweisen müssen“, sagt Michaela Leitzbach, Leiterin der evangelischen Kindertagesstätten Pusteblume und Spatzennest. Eine solche Impfbelehrung erhalten die Eltern bei einem Arzt oder beim Gesundheitsamt. „Wenn diese Impfbelehrung nicht stattgefunden hat, muss die Kita das dem Gesundheitsamt melden.“ Auch intern wird es vermerkt. 

Aufgenommen werden die Kinder aber auch ohne Impfschutz. „Wenn dann zum Beispiel ein Masernfall auftritt, reagieren wir entsprechend mit Schutzmaßnahmen“, sagt Leitzbach. Das heißt, die nichtgeimpften Kinder können dann die Kita nicht besuchen. „Es gibt immer Eltern, die ihre Kinder nicht impfen lassen möchten“, sagt die Kita-Leiterin. Nach den jeweiligen Gründen werde dabei nicht gefragt. „Aber die meisten Kinder bei uns sind geimpft.“ 

So ist es auch in der Awo-Kita Wundertüte, sagt die dortige Leiterin Sibylle Haberland: „Der Großteil der Kinder ist geimpft.“ Wenn dies nicht der Fall sei, spreche man mit den Eltern, die dann zu einer Impfbelehrung müssten. Ob Kinder allerdings geimpft würden oder nicht, sei Entscheidung der Eltern, so Haberland: „Die haben da das letzte Wort.“ 

Nichtgeimpfte Kinder gibt es auch in der DRK-Kita Juno, aber der Großteil der Kinder dort ist geimpft, sagt Leiterin Petra Gelhart. „Wir können die Eltern nicht zwingen, ihr Kind zu impfen“, sagt Gelhart. In den Fällen, wo Eltern ihr Kind nicht impfen lassen, gebe es einen Impfberatungsschein. Dieser bescheinigt, dass eine Beratung zum Impfschutz stattgefunden hat, „damit die Eltern klar informiert sind, dass sie dafür selbst verantwortlich sind“. In diese Verantwortung der Eltern fällt auch die Entscheidung, ob sie ein nichtgeimpftes Kind in die Kita schicken, wenn ein anderes Kind dort erkrankt sei, erklärt Gelhart. Eine fehlende Impfung schließe aber kein Kind vom Kitabesuch aus. 

So ist es auch in der Kita Wunderland in Oberbrügge. „Wir lehnen kein Kind ab aufgrund einer fehlenden Impfung“, sagt Leiterin Vera Eggemann. Da es keine Impfpflicht gebe, verfahre man beim Thema Impfungen so, wie es die gesetzlichen Regelung vorgeben. „Die Eltern müssen bei der Anmeldung das Impfbuch vorzeigen oder vorweisen, dass sie von einem Arzt belehrt worden sind“, sagt Eggemann. Beim Thema Impfung sei die Kita Wunderland durchmischt, so die Leiterin: „Wir haben sowohl geimpfte als auch nichtgeimpfte Kinder, aber der größte Teil ist geimpft.“ 

In der Kita St. Nikolaus sind es sogar alle Kinder. „Bei uns ist es zurzeit so, dass alle geimpft sind“, sagt Leiterin Petra Dörenbach. Die Eltern geben der Kita bei der Anmeldung eine Kopie des Impfpasses ab. Wenn die Kinder keinen Impfschutz haben, würden sie auf die entsprechende Beratung beim Gesundheitsamt verwiesen. Dass die Kinder in der Kita St. Nikolaus aktuell komplett geimpft sind, sei allerdings kein Zufall, meint Kita-Leiterin Dörenbach: „Wir haben das fast immer.“ Ein paar Ausnahmefälle habe man vielleicht schon einmal gehabt, aber eigentlich seien nichtgeimpfte Kinder kein Thema in der Kita. Dafür sieht Dörenbach zweierlei Gründe: „Die Eltern gehen sehr gewissenhaft damit um, und von den Kinderärzten ist da eine gute Beratung gemacht worden.“

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