Kein Corona-Abstand möglich

Die Angst fährt mit im Bus: MVG-Kunde prangert Missstände in Corona-Zeiten an

Abstand Fehlanzeige: Im Schülerverkehr der MVG ist es offensichtlich nicht möglich, die eigentlich nötigen Sicherheitsabstände einzuhalten.
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Abstand Fehlanzeige: Im Schülerverkehr der MVG ist es offensichtlich nicht möglich, die eigentlich nötigen Sicherheitsabstände einzuhalten.

Für Menschen aus Risikogruppen sind die Zustände im Busverkehr zwischen Halver und Lüdenscheid nicht haltbar. Das ist, in Kürze zusammengefasst, die Einschätzung des Halveraners Hartmut C. (Name geändert), der als Risikopatient inzwischen zum Teil darauf verzichtet, eigentlich notwendige Arzttermine in Lüdenscheid wahrzunehmen.

Halver - Die Situation auf der Linie 134 beschreibt Hartmut C. in einem Anschreiben an die Märkische Verkehrsgesellschaft wie folgt: „Beispielsweise habe ich mich (...) auf einen Platz auf dem Radkasten im Vorderteil des Busses ohne Sitz gequetscht. Der Bus war überfüllt mit Schülern, die auf den Gängen bis zum Fahrer standen. Ein Luftaustausch erfolgte während der Fahrt zwischen Halver und Lüdenscheid-Brügge nicht, da hier ohne Stopp die Umleitung wegen der gesperrten Heerstraße über die B 229 erfolgte. Das heißt, die sonst üblichen Zwischenstopps mit geöffneten Türen an den Haltestellen entfallen. Die Luft in den Bussen ist zudem unerträglich warm gewesen.“

Die Kritikpunkte

Anfang November hatte Hartmut C. die MVG schriftlich auf die Beförderungsumstände aufmerksam gemacht. Mehr als zwei Wochen dauerte es, bis er am Dienstag eine Antwort auf seine Fragen und Hinweise erhielt. Darin ging es um die

nicht ausreichenden Buskapazitäten insbesondere in der Zeit zwischen 11 und 14 Uhr,

die fehlende Abstimmung zwischen Schule und Beförderungsunternehmen bei geändertem Schulschluss,

die Belegung der Busse mit dicht gedrängt stehenden Fahrgästen zwischen den Sitzreihen bis hin zum Fahrer,

fehlende Frischluftzufuhr auf der Strecke ohne Zwischenhalt aufgrund der Umleitung der Linie über Oeckinghausen (Sperrung der Heerstraße),

die Überhitzung des Fahrgastraums und

die Mitnahme von Fahrgästen auch ohne Mund-Nasen-Schutz beziehungsweise nur mit Klarsichtvisier.

Hochbetagte Risikogruppen

Er sehe sich mit seiner Sorge auch nicht allein, hat Hartmut C. an das Verkehrsunternehmen geschrieben. Es seien „in diesen überfüllten Bussen auch etliche hochbetagte Risikogruppen um die Mittagszeit mit Schülern zusammengepfercht“. Einen Ausweg sieht der Halveraner darin, zusätzliche Mittel zu mobilisieren und beispielsweise verfügbare Reisebusse und deren Fahrer einzusetzen, die aufgrund der Pandemielage zurzeit nicht unterwegs sein können beziehungsweise nicht arbeiten dürfen.

ÖPNV von AHA-Regel ausgenommen

Mutmachend ist die Erwiderung der MVG aus seiner Sicht nicht. Hartmut C. sieht die Antwort der Verkehrsgesellschaft sogar als „Offenbarungseid des ÖPNV“. Man achte verstärkt auf die Hygiene im Fahrzeug, heißt es darin. Und weiter: „Der ÖPNV ist allerdings explizit von AHA+ Abstandsregel ausgenommen worden, da deutschlandweit weder ausreichend Fahrzeuge noch Fahrpersonal zur Verfügung stehen. Alle Verkehrsunternehmen haben trotz gesunkener Fahrgastzahlen zur Zeit alle verfügbaren Reservefahrzeuge im Einsatz, um für eine Entzerrung in den Fahrzeugen zu sorgen.“

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