Kaum Zeugen: Zahl der Unfallfluchten steigt an

HALVER ▪ Den Spiegel abgefahren oder die Autotür gerammt – das kann schnell passieren. Doch die Wenigsten stehen dazu, wenn sie einen Unfall verursacht haben. Viele verschwinden, ohne sich um die Schadensregulierung zu kümmern. Das belegt jetzt die aktuelle Statistik zur Verkehrsunfallentwicklung der Polizeiwache Halver.

Im Jahr 2011 ereigneten sich in Halver und der Gemeinde Schalksmühle 150 Verkehrsunfallfluchten. In drei Fällen wurden Personen verletzt – ansonsten kam es ausschließlich zu Blechschäden. Die Aufklärungsquote lag laut des Berichts in Halver bei knapp 42 Prozent, in Schalksmühle bei rund 51 Prozent. Das heißt: In mehr als der Hälfte der Fälle konnte der oder die Verursacher(in) nicht ermittelt werden.

Polizeihauptkommissar Ralf Papendick hat dazu eine deutliche Meinung: „Wir haben eine Gesellschaft des Wegschauens. Viele kümmert nichts, was sie nicht selbst betrifft.“ Dabei sei die Polizei auf jeden Zeugen und jeden Hinweis angewiesen – ohne diese sei die Aufklärung eines Falls unmöglich. Die Polizei wendet sich daher verstärkt möglichst schnell an die Presse. „Wenn die Leute davon in der Zeitung lesen, erinnern und trauen sie sich vielleicht doch noch, uns etwas mitzuteilen“, sagte Papendick. Wenn man in Halver von einem Haupttatort sprechen möchte, dann ist es der Kaufpark-Parkplatz. Durch das hohe Verkehrsaufkommen krache es dort nämlich besonders oft.

In der Statistik zur Verkehrsunfallentwicklung gibt es aber auch positivere Ergebnisse: Denn bei den Unfällen unter Beteiligung von Kradfahrern gibt es keine Veränderung gegenüber dem Vorjahr. 2011 verunglückten ebenfalls 13 Motorradfahrer – davon elf in Halver und zwei in Schalksmühle. Die Zahl der Leichtverletzten blieb mit fünf ebenso konstant wie die Anzahl der Schwerverletzten mit acht. Für Torsten Hecker, Leiter der Halveraner Wache, ist das – in Relation zu den vielen Fahrern – ein verhältnismäßig guter Wert. „Viele Motorradfahrer, auch von außerhalb, nutzen die hiesigen Strecken für Ausflüge. Wir können froh sein, dass nicht mehr passiert.“ ▪ Lisa Weber

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