Kaum Freiwillige für Ersatzdienst zu finden

Zivildienstleistende werden auch in den Halveraner Einrichtungen fehlen. ▪ dpa

HALVER ▪ Am 1. Juli endet die Wehrpflicht in Deutschland – und mit ihr auch der Zivildienst. Dies betrifft auch Halveraner Einrichtungen. Zwar soll künftig der so genannte Bundesfreiwilligendienst (BFD) die Lücke füllen, die die Zivis hinterlassen. Das Interesse an diesen Stellen hält sich jedoch zumindest in Halver noch in Grenzen.

Bei Elke Niggeloh von der Stadtverwaltung hat sich zumindest bisher noch niemand um die zu besetzende Stelle im Jugendzentrum beworben. Die letzten Zivis haben ihren Dienst dort bereits beendet, nun muss „Ersatz“ gefunden werden. „Es gab eine telefonische Anfrage für den Bundesfreiwilligendienst im Jugendzentrum, aber schriftlich ist dann nichts mehr gekommen“, so Niggeloh. Doch ganz ohne unterstützende Hilfe wird Jugendzentrums-Leiter Arndt Spielmann wohl nicht auskommen müssen. Denn es gibt drei Bewerbungen für ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Halveraner Einrichtung. „Wir haben geplant, kommende Woche die Vorstellungsgespräche zu führen“, sagt Elke Niggeloh.

Im Haus Waldfrieden dagegen wird ab dem 1. Juli ein Halveraner Jugendlicher den BFD für sechs Monate antreten. Allerdings sei dies eher dem Zufall, als gezielter Werbung zu verdanken, verrät Bernd Lauermann, Leiter des Hauses Waldfrieden. „Wir werden aber schauen, ob wir nicht noch mehr kriegen können“, sagt Lauermann, dem auch ältere Bewerber willkommen wären. Denn der Bundesfreiwilligendienst richtet sich nicht nur an Jugendliche, sondern an Menschen aller Altersgruppen. Bisher gab es im Haus Waldfrieden stets drei Zvildienstleistende, so dass einer in jeder Hausgemeinschaft vertreten war. „Unterstützt von den Praktikanten gab es so immer zwei junge Leute in den Hausgemeinschaften“, so Lauermann.

Sollten sich keine weiteren Interessenten für den BFD finden, wird man im Haus Waldfrieden wohl mehr Jahrespraktikanten einstellen, als üblich. „Meistens sind die Praktikanten dann drei Tage bei uns und zwei Tage in der Schule“, verrät Lauermann. Der Waldfrieden-Leiter sieht indes einen großen Nutzen im BFD: „ Gerade für Jugendliche ist diese Erfahrung sehr prägend und wertvoll und sie lernen Verständnis für andere Personengruppen, wenn sie sich darauf einlassen.“

Im Seniorenzentrum Bethanien ist man ebenfalls händeringend auf der Suche nach Jugendlichen, die den BFD leisten wollen. Bisher habe es im Haus immer zwei Zivildienstleistende gegeben, sagt Leiterin Claudia Schumann: „Die haben bei uns vor allem in der Technik gearbeitet, also unter anderem Gartenarbeiten und Fahrdienste übernommen.“ Auch in Bethanien werden die entstandenen Lücken wohl mit Jahrespraktikanten geschlossen werden müssen. Claudia Schumann hofft aber noch auf Menschen, die den Bundesfreiwilligendienst leisten möchten. „Wir sind da stark auf der Suche.“ Anfangen könnten die Freiwilligen im Bethanien auch sofort. „Jederzeit“, verspricht Claudia Schumann. ▪ Svenja Hoppe

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