Kauflaune steigt zur Erdbeer- und Spargelsaison

Das Geschäft läuft, könnte aber besser sein. Obst- und Gemüsehändler Michael Mertens kommt seit 18 Jahren nach Halver und hat gelernt, mit weniger zufrieden zu sein. ▪ Weber

HALVER ▪ Schlechtes Wetter, wenig Kundschaft, miese Laune? Im Gegenteil: Die Händler des Wochenmarktes sind größtenteils optimistisch. Und blicken relativ zufrieden aufs vergangene Jahr zurück.

„Wir haben gelernt, mit weniger glücklich zu sein“, sagt Michael Mertens. Der Hagener Obst- und Gemüsehändler kommt schon seit 18 Jahren nach Halver und ist „grundsätzlich zufrieden“. Er freue sich aber schon richtig aufs Frühjahr. Mertens: „Am schönsten ist die Erdbeer- und Spargelsaison. Da haben die Menschen immer gute Laune und kaufen auch mehr.“

Axel Kunzmann startet mit gemischten Gefühlen ins neue Jahr. Als Eier- und Geflügelhändler hat er es zurzeit nicht einfach. Wegen des Dioxin-Skandals machen einige Leute einen Bogen um seinen Stand. „Zum Glück habe ich meine Stammkunden“, sagt er. Menschen wie Gunhild Albietz. Die Halveranerin kauft jede Woche bei ihm ein. Auch diesmal nimmt sie zehn frische Eier: „Ich habe vollstes Vertrauen. Klar kaufe ich hier weiterhin.“ Axel Kunzmann kann die Skepsis der Leute schon nachvollziehen. Aber er sei Direktvermarkter und verkaufe nur Produkte, die er auch selbst isst. Dennoch: Letztendlich müsse er auf die Futterlieferanten vertrauen. Die Leidtragenden seien immer die kleinen Betriebe, bedauert er. Kunzmann ist aber zuversichtlich, dass das neue Jahr ein gutes wird.

Am Stand nebenan verkauft Lothar Klimke Kartoffeln. Seit fast 25 Jahren ist er einmal pro Woche in Halver. „Also letztes Jahr ging’s noch so halbwegs“, sagt der Lüdenscheider. Aber das müsse 2011 unbedingt besser werden. Besonders schwierig sei es während der Wintermonate, da laufe das Geschäft sowieso schleppender. Lothar Klimke ist sich aber auch sicher, dass die Umgebung nicht gerade ideal sei. „Das Kopfsteinpflaster ist natürlich gar nicht bürgerfreundlich. Wenn ich sehe, wie die alten Menschen da mit ihren Gehhilfen drüber rattern, das macht die Sache nicht einfacher.“

Dass es zurzeit nicht ganz so gut läuft, schiebt auch Magdalena Kowal vom Spezialitäten-Geschäft Papageno aufs Wetter. „Auch wir haben manchmal darunter zu leiden“, sagt sie. An Heiligabend seien sie mit dem Wagen gar nicht erst nach Halver gekommen – er blieb im Schnee stecken. „Es kann jetzt nur besser werden.“ ▪ Lisa Weber

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