Katzenschwemme: Auffangstation in Not

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HALVER ▪ Wie kleine schwarze Wattebäuschchen springen die acht Katzenbabys in einem Zimmer der Auffangstation des Tierschutzvereins Halver-Schalksmühle umher. Neun Wochen sind die Kleinen jetzt alt. Für die Auffangstation ein echtes Problem.

Denn: „Es war ein echter Notfall. Eigentlich sind wir schon voll“, berichtet die erste Vorsitzende Jana Schmidt. Vereinsmitglieder hatten den Wurf samt Katzenmutter aus schlechter Haltung gerettet. Die Katzen hätten teilweise nicht einmal mehr etwas zum Fressen bekommen. „Sie haben schon versucht, irgendwie die Futterdosen zu öffnen“, erzählt Schmidt. Nun suchen die Tiere ganz dringend ein Zuhause, da die Kapazitäten der Auffangstation ausgeschöpft sind.

Nicht nur der Platz wird eng, auch personell muss ein großer Aufwand betrieben werden, um die Katzen richtig versorgen zu können. Etwa zwölf ehrenamtliche Helfer kümmern sich regelmäßig um die Tiere. Und dann gibt es da noch Milena Heim und Laura Högger. Die beiden 13-Jährigen sind fast jeden Tag in der Auffangstation, um bei der Versorgung der Katzen zu helfen. „Es macht einfach viel Spaß, sich um die Tiere zu kümmern“, erklärt Milena. Und so stehen täglich Spielstunden mit der achtköpfigen Rasselbande auf dem Programm.

Nebenan im Zimmer geht es bunt her. Dort hat Katzenmutter Nica mit ihren fünf Kindern Quartier bezogen. „Wir haben sie vor drei Wochen im strömenden Regen draußen gefunden. Da waren die Jungen erst ein paar Tage alt. Ohne unsere Hilfe hätten sie bei dem Wetter keine Überlebenschance gehabt“, ist sich die Vereinsvorsitzende sicher.

Jetzt suchen die Tiere dringend ein neues Zuhause. „Wir müssen unbedingt Katzen loswerden. Wir haben einfach keine Kapazitäten mehr frei“, bedauert Jana Schmidt. Denn nicht nur die Neuzugänge müssen versorgt werden: „Wir haben ja auch noch Tiere aus dem vergangenen Jahr.“ Zudem warten Samtpfoten mit Katzenaids (das nicht auf den Menschen übertragbar ist – wir berichteten), Nierenerkrankungen und Leukose auf ganz besondere Tierfreunde.

Um Katzenschwemmen künftig zu vermeiden, befürwortet Jana Schmidt eine Kastrations- und Tätowierpflicht: „Unsere Tiere werden grundsätzlich kastriert und gechippt oder tätowiert.“ Die Vorsitzende bedauert sehr, dass es Katzenbesitzer gibt, die ihre Tiere nicht kastrieren und registrieren lassen wollen. „Ein solches Tier können wir nicht wieder zum Besitzer zurückführen.“ Wer sich die Katzen einmal aus der Nähe ansehen möchte, kann das montags bis freitags von 17 bis 19.30 Uhr und samstags in der Zeit von 14 bis 17 Uhr tun. „Es gibt für jeden Menschen das passende Tier“, weiß Jana Schmidt. ▪ Jana Peuckert

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