„St. Georg“ feiert 40 Jahre Spiel und Spaß

Die Zeiten ändern sich – und mit ihnen die Kleidung: Kinder beim gemeinsamen Singen.

OBERBRÜGGE ▪ Hätte die katholische Kindertagesstätte „St. Georg“ in Oberbrügge ein Gesicht, es würde zweifellos Marianne Lüpke ähneln: Seit 36 Jahren ist Lüpke nun schon Leiterin der Einrichtung am Burgweg. Damit hat sie einen Großteil der Kita-Geschichte miterlebt. Denn: Die Tagesstätte feiert am Samstag ihr 40-jähriges Bestehen. Grund genug, auf vier bewegte Jahrzehnte zurückzublicken.

Eine Kita „St. Georg“ ohne Marianne Lüpke ist für viele Oberbrügger undenkbar. Doch sind auch ihre Vorgängerinnen vielen älteren Bewohnern noch bekannt: Nachdem zunächst Bärbel Hacke die Einrichtung nach ihrer Gründung geleitet hatte, übernahm Eva-Maria Beierle „das Zepter“ am Burgweg – beide für jeweils zwei Jahre. 1976 begann dann die „Ära Lüpke“, die bis heute andauert.

Einer, der sich an die Anfänge des Kindergartens sehr gut erinnern kann, ist Friedhelm Peters. Gemeinsam mit Ehefrau Gerda bildete er in den ersten zehn Jahren der Einrichtung ein wichtiges Gespann: Das Ehepaar übernahm Hausmeistertätigkeiten und war, so erinnert sich Marianne Lüpke, immer zur Stelle, wenn es irgend etwas zu reparieren gab. Friedhelm Peters weiß noch, wie sich der damalige Pfarrer Heinrich Wiemann für den Bau eines Kindergartens stark gemacht hat. „Er hat sich sehr dafür eingesetzt, war auch immer im Kindergarten engagiert – wenn es etwa galt, als Bischof Nikolaus aufzutreten“, sagt Peters, der nicht nicht nur als Hausmeister aktiv war, sondern auch Mitglied des Pfarrgemeinderats – und selber Vater von gleich drei Kindern, die den „St. Georg“-Kindergarten in den 1970er Jahren besuchten.

„Hier war mal ein Steinbruch“, erinnert sich Friedhelm Peters, „einen Keller zu bauen, war also unmöglich“. Und so diente eine Bodenplatte als Fundament für den 1971 gestarteten Bau des Kindergartens, der im Oktober des Folgejahres offiziell eingeweiht werden konnte. Damals mit nur einer einzigen Gruppe mit bis zu 30 Kindern – eine begrenzte Zahl, die im damals boomenden Oberbrügge Begehrlichkeiten weckte, wie Marianne Lüpke und Friedhelm Peters erzählen. „Der Bedarf war riesig. Wir waren ja nach dem ,Spatzennest‘ in Halver erst die zweite Einrichtung dieser Art“, so Lüpke. Bis in die 1990er Jahre hinein habe es Phasen gegeben, in denen auf einen zu vergebenen Kindergartenplatz drei Anmeldungen kamen. „Das mitunter kritisch. Und es tat uns auch Leid, wenn wir Menschen aus dem Ort Absagen erteilen mussten“, erinnert sich die Kita-Leiterin. Zwar habe es auch damals bereits feste Aufnahmekriterien gegeben, doch habe dies nicht verhindern können, dass „im Dorf viel geredet wurde“. Als einstiges Pfarrgemeinderatsmitglied weiß Friedhelm Peters noch, wie er vor den jeweiligen Entscheidungen der Einrichtung umgarnt und hinterher teils heftig kritisiert wurde. „Dabei hatten wir gar keinen Einfluss auf die Aufnahme einzelner Kinder“, betont Peters.

Doch hat sich im Laufe der vergangenen 40 Jahre viel geändert: Die aktuellen Anmeldezahlen würden sich mit den heute zur Verfügung stehenden 45 Plätzen nahezu decken, sagt Marianne Lüpke. Aus dem einstigen Zweier- ist mit der Vergrößerung um eine Gruppe im Jahr 1986 ein Vierer-Team geworden, das absolut eingespielt sei. Neben Lüpke kümmern sich auch Waltraud Heinisch, Helga Stahl und Gabriele Borlinghaus um die Mädchen und Jungen am Burgweg – wenn auch in anderer Form als vor vier Jahrzehnten. „Wir sind nach wie vor begleitend tätig, doch die Erwartungen an die Erzieherinnen sind wesentlich höher als damals“, sagt Marianne Lüpke, die ihr Team aber auch für die kommenden Aufgaben gerüstet sieht: Im kommenden Jahr sollen auch U3-Kinder in Oberbrügge betreut werden. „Was aber leider nicht heißt, dass wir dann eine zusätzliche Erzieherin bekommen.“ Doch auch diese Herausforderung wird Marianne Lüpke sicher meistern – wer zwei Kindergartengesetze und 36 Jahre pädagogischer Entwicklung erlebt hat, den kann so schnell offenbar nichts aus der Ruhe bringen.

Der katholische Kindergarten „St. Georg“ feiert am Samstag mit Familien, Freunden und Ehemaligen seinen 40. Geburtstag. Los geht es um 11 Uhr mit einem Festgottesdienst in der katholischen Kirche an der Heerstraße.

Frank Zacharias

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