Kantorei-Konzert: Werke von Vivaldi und Händel

Da das Konzert der Kantorei am 7. November den Sängerinnen und Sängern einiges ab verlangt, haben sie neben ihren Mittwochsproben jetzt auch ein Wochenende eingelegt.

HALVER ▪ Die Kantorei Halver wird am Sonntag, 7. November, ab 17 Uhr mit einem weiteren großen Konzert aufwarten. Im Mittelpunkt werden dann in der Nicolai-Kirche zwei herausragende Komponisten der klassischen Musik stehen: Antonio Vivaldi und Georg Friedrich Händel.

Vivaldi, der den Musikliebhabern vor allem durch seine Orchesterwerke wie zum Beispiel „Die Vier Jahreszeiten“ bekannt ist, hat auch ein umfangreiches geistliches Werk hinterlassen. Händels Oratorien, wie beispielsweise „Der Messias“, gehören neben seinen Opern zu den meistgespielten Stücken dieses Genres.

Andreas Pumpa hat mit dem „Gloria D-Dur“ und dem „Dettinger Te Deum“ zwei Stücke ausgewählt, die um das gleiche Thema kreisen: das Gotteslob. Der musikalische Einfallsreichtum, die Entfaltung barocken Glanzes und die rasch wechselnden Stimmungen sind beiden Werken gemeinsam. Sie verlangen den Interpreten einiges ab, und so haben die Sängerinnen und Sänger der Kantorei neben ihren normalen Proben am Mittwochabend noch ein Wochenende eingeschaltet, um sich auf das Konzert vorzubereiten.

Andreas Pumpa strebt eine Aufführung an, die der originalen Aufführungspraxis möglichst nahe kommt. Dazu dient auch die Verpflichtung eines Orchesters, des „Consortium Musica Sacra Köln“, das den barocken Klang perfekt beherrscht und darüber hinaus schon im vergangenen Jahr in Halver zu hören war.

Eröffnet wird das Konzert in der Nicolai-Kirche mit dem Gloria D-Dur. Antonio Vivaldi (1678 bis 1741) hat es für das Ospedale della Pietà in Venedig komponiert. Ausgerechnet ein Waisenhaus für Mädchen gehörte damals zu den angesehensten musikalischen Institutionen. Die vorrangig musikalische Ausbildung der Mädchen muss reiche Früchte getragen haben, denn ihr Ruf ragte weit über Italien hinaus. Damit ist wohl auch eine Eigentümlichkeit dieses Glorias zu erklären, denn als Solisten treten ausschließlich Alt- und Sopranstimme auf.

In der Halveraner Aufführung werden das Steffanie Patzke (Sopran) und Barbara Decker (Alt) sein. Der Chorbass wurde im Ospedale wahrscheinlich oktaviert gesungen. Lange Zeit verschollen, ist das Werk heute die wohl meistbeachtete kirchenmusikalische Komposition Vivaldis.

Von Georg Friedrich Händel (1685 bis 1759) sind am 7. November zunächst fünf der „Neun Deutschen Arien“ zu hören, Lieder, die die Schönheit der Natur und ihres Schöpfers preisen, mal heiter-fröhlich, mal innig-kontemplativ. Interpretiert werden sie von Steffanie Patzke.

Nach einer Pause folgt dann das fünfstimmige Dettinger Te Deum. Es verdankt seinen Namen einer Schlacht in der Nähe von Aschaffenburg, wo 1743 die mit Österreich verbündeten Engländer die Franzosen besiegten. Das Te Deum, auch ambrosianischer Lobgesang genannt, ist der feierliche Lob-, Bitt- und Dankgesang der Römischen (und Anglikanischen) Kirche. Händel, der auch die Stelle eines Hofkomponisten bekleidete, schuf damit ein in die Liturgie eingebundenes Werk, das bald bei jedem besonders festlichen Gottesdienst in England gesungen wurde.

Das Lob Gottes als Danksagung für Schlachtenglück mag einem in der heutigen Zeit vielleicht eher fragwürdig vorkommen. Doch die enge Verbindung zwischen Kirche und Staat war im 18. Jahrhundert noch völlig selbstverständlich.

Wie bereits in den letzten Konzerten können Besucher zwischen den Plätzen unten im Kirchenschiff (16 Euro) und auf der Empore (10 Euro) wählen. Mitglieder des Fördervereins für Kirchenmusik Halver erhalten die unteren Karten für 12 Euro, Schüler und Studenten zahlen jeweils die Hälfte. Karten sind erhältlich bei den Geschäften „Kö-Shop“ und „Lederstrumpf“ sowie im Gemeindebüro und den Mitgliedern der Kantorei. Der Vorverkauf hat jetzt begonnen.

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