Kanalanschlüsse: Erste Details aus neuer Satzung

Franz Helmut Engel

HALVER ▪ Noch im September wird sich der Rat mit einem Satzungsbeschluss zum Thema „Dichtheitsprüfung an Abwasserkanälen“ auseinandersetzen. Die Zeit der Unsicherheit für Halveraner Hauseigentümer soll dann vorbei sein.

Es scheint eine schier unendliche Geschichte zu sein – und eine, die dennoch befristet ist. Spätestens am 31. Dezember 2015, so hieß es einst, müsse jeder Hausbesitzer seinen Anschluss an das öffentliche Abwasserkanalnetz auf Dichtheit überprüft haben. Doch seit dieser ersten Maßgabe ist viel Wasser die Volme hinunter geflossen: Vier Jahre, so erinnert sich Bau-Fachbereichsleiter Franz Helmut Engel, sind seit dem Inkrafttreten des Landeswassergesetzs mit dem § 61 a zur Dichtheitsprüfung ins Land gegangen. Doch nun kommt Schwung in die Sache.

Denn: Die Landesregierung habe nun klarere Definitionen hinsichtlich Schadensklassen und Prüfmethoden definiert. „Wir können jetzt daran gehen, den Satzungsbeschluss, den wir schon länger in der Schublade haben, abschließend anzupassen“, sagt Engel, der sich am Freitag noch bei der Bezirksregierung in Arnsberg über die aktuelle Entwicklung informierte. Bislang hatte er stets dazu geraten, mit der Dichtheitsprüfung so lange zu warten, bis die entsprechende Satzung im Rat verabschiedet worden ist.

Nach den ersten Sorgen und Ängsten – nicht nur der Eigentümer, sondern auch der Kommunen – scheinen besonders strittige Punkte mittlerweile geklärt: So sei lange Zeit unklar gewesen, welche konkreten Folgen die Dichtheitsprüfung für Besitzer von Häusern innerhalb der Wasserschutzzonen hat. Eine für Halver wesentliche Frage, denn hier befinden sich nach Analyse der Stadtverwaltung 63 Prozent der insgesamt 4210 zu prüfenden Anschlüsse. Fest steht, dass diese nicht nur per Kamerafahrt, sondern auf jeden Fall mit Hilfe einer Wasserfüllanzeige auf Lecks überprüft werden müssen. Dabei werde jedoch ohne Druckzugabe gearbeitet, betont Engel. „Damit ein Kanal, der bis dahin einwandfrei funktioniert hat, nicht erst durch die Überprüfung beschädigt wird.“

Ein zeitlicher Aufschub der Prüfungen, wie er in manch anderen Städten flächendeckend möglich ist, kommt für den Großteil der Halveraner jedoch nicht in Frage. Unter anderem sieht die neue Satzung vor, dass Bewohner der Wasserschutzzone 3 bis spätestens 30. September 2015 ihre Kanalanschlüsse überprüfen lassen müssen, Bewohner der Wasserschutzzone 2 sogar bis zum 30. Juni 2015. „Das sieht der Gesetzgeber so vor“, betont Franz Helmut Engel.

Insgesamt könne die Kommune nun weitaus kulanter mit Prüfungen und bereits vorliegenden Zertifikaten umgehen als zuvor geplant. „Wer schon eine Prüfung hat durchführen lassen oder erst vor wenigen Jahren an das öffentliche Kanalnetz angeschlossen wurde, wird seinen Anschluss vermutlich erst nach der 20-Jahres-Frist wieder überprüfen lassen müssen“, so Engel. Auch die Messlatte, wann ein Kanal als beschädigt gilt, liege nun viel niedriger. Seien die Fachleute einst davon ausgegangen, dass bis zu 90 Prozent der Hausbesitzer ihre Anschlüsse sanieren lassen müssten, so lägen die Schätzungen derzeit bei 30 bis 50 Prozent. „Bagatellschäden genügen nicht, um eine Reparatur zu verlangen.“

Um die Kosten für die Dichtheitsprüfung werden die Hausbesitzer indes nicht herumkommen: Dafür sollen durchschnittlich Kosten in Höhe von 25 Euro pro Kanalmeter anfallen. ▪ Frank Zacharias

HINWEIS DER REDAKTION

In einer frühen Version des Artikels war von geschätzten Prüfungskosten in Höhe von 2000 bis 3000 Euro die Rede. Bei diesem Betrag handelt es sich jedoch um die durchschnittlichen Kosten im Sanierungsfall. Der jetzige Bericht ist dahingehend korrigiert worden.

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