Pendler-Statistik für Halver

Pendeln in Halver: "Die Welt ist arbeitsteilig geworden"

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4243 Pendler fahren täglich nach Halver.

Halver - Neun Minuten Fahrzeit braucht Halvers Stadtkämmerer Markus Tempelmann vom Südrand Breckerfelds bis zu seinem Arbeitsplatz im Rathaus. Damit zählt er zu den 4243 Einpendlern, die täglich nach Halver fahren.

Die Stadt im Grünen hat seiner Einschätzung nach kein Pendlerproblem. Die Zahl der Menschen, die nach außerhalb zur Arbeit fahren oder eben hierher kommen, hält sich in etwa die Waage. Bei 4515 Auspendlern ist der Saldo für Halver leicht negativ, hat das Landesamt für Statistik für 2016 festgestellt.

229 Beunruhigende Zahlen sind das für Tempelmann keineswegs. Die Infrastruktur der Stadt gebe das her. „Wir haben keinen neuralgischen Punkt.“ Die Spitzenlast dürfte zu Stoßzeiten auf der Bundesstraße 229 liegen, wie sich auch aus Lärmkarte des Landes ablesen lässt, und der Kämmerer hätte lieber mehr Menschen, die nach Halver kommen – und im Idealfall in Halver bleiben und sich dort niederlassen.

Denn das ist das eigentliche Ziel, das man im Rathaus verfolgt: Die Einwohnerzahl mindestens zu stabilisieren, sie nach Möglichkeit sogar wachsen zu lassen. Zumindest über die vergangenen vier Jahre hat das recht gut funktioniert. 16 159 Einwohner hatte die Stadt im Jahr 2016, nur rund 90 weniger als noch 2013. Die Pendlerbilanz hat sich dabei in den letzten Jahren leicht verschoben. Die Zahl der Einpendler hat klar zugenommen von 3934 (2010) auf 4234 (2016). Das geht allerdings einher mit einem erheblichen Zuwachs an Arbeitsplätzen, den Halver in den letzten Jahren zu verzeichnen hatte und der auch von der NRW-Statistik für 2016 nicht abgebildet ist. 787 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen seien seit 2010 hinzugekommen, das Fachmarktzentrum mit geplant mehr als 100 Jobs noch nicht eingerechnet.

Für Tempelmann sind das die entscheidenden Zahlen, um die Stadt zukunftssicher aufzustellen. Die Verwaltung können keine Jobs schaffen, aber die nötigen Rahmenbedingungen für die Wirtschaft. Arbeitsplätze, Einzelhandel, Wohnen und Schullandschaft – das sind aus seiner Sicht die Stellschrauben. Die Pendlerproblematik, unter der die Ballungsräume und auch die Nachbarstadt Lüdenscheid leiden, sei für Halver keine, und vermeiden ließe sie sich nur bedingt. „Die Welt ist eben arbeitsteilig geworden“, sagt er im Gespräch mit dem Allgemeinen Anzeiger.

mehr aus unserer Serie: "Raus aus dem Stau"

Mittelfristig könne die Not der Metropolen für Halver sogar eine Chance bedeuten. Die massive Ansiedlung von personalintensiven Betrieben durchweg an den Drehkreuzen der Autobahnen sei erkennbar einer der Gründe, die zur notorischen Überlastung der Straßen führten und damit auch zu Schwierigkeiten bei der Personalgewinnung für die Unternehmen. Für potenzielle Mitarbeiter könne die Erreichbarkeit des Arbeitsplatzes sogar wichtiges Argument bei der Entscheidung für den neuen Job sein. „Wir sind da gar nicht schlecht aufgestellt“, findet Markus Tempelmann.

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