Kälte setzt Häusern und Autos zu

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Zugefrorene Scheiben sind im Moment ein eher geringes Problem zahlreicher Autofahrer. ▪

HALVER ▪ Blitzeis, zweistellige Minustemperaturen und leichter Schnee: Eis und Kälte haben auch Halver in diesen Tagen fest im Griff. Doch vor allem Hausbesitzer und Autofahrer bangen um ihr „Hab und Gut“. Denn die niedrigen Temperaturen greifen Rohrleitungen und Fahrzeuge mitunter nachhaltig an.

„Die Kälte tut schon weh“ , sagt Frank Turck von „Autoprofi Turck“. Die Rekordkälte macht sich auch in seinem Betrieb bemerkbar. „Besonders festgefrorene Handbremsen waren in der vergangenen Woche dabei“, so Turck. Sei die Gummi-Ummantelung der Bremsen defekt, laufe Wasser hinein und das Seil friere ein.

Auch Batterien älterer Modelle seien den Temperaturen oft nicht gewachsen und daher springen viele Autos nicht an. Genau so ging es manchen Diesel-Fahrern während der vergangenen Tage, deren Tank noch mit Diesel aus den Sommermonaten gefüllt ist. Denn der ist anders zusammengesetzt als im Winter. „Dann kann es sein, dass der Diesel ausflockt und das Auto nicht mehr anspringt“, so Turck. Besitzern von älteren Kraftstofffiltern kann das auch passieren.

Im Moment kann man allerdings wenig für sein Fahrzeug tun: „Wichtig ist der Winter-Check im Oktober oder November, um späteren Ärger zu vermeiden“, sagt Mike Rentrop vom Autohaus Langenscheid, das ebenfalls eine Werkstatt betreibt. Auch dort machen sich die Rekordtemperaturen bemerkbar: „Wir haben nicht zuletzt durch die Glätte der letzten Tage viele Unfallschäden zu bearbeiten“, so Rentrop. Doch auch Probleme mit dem Diesel, der Batterie, der Elektrik und der Scheibenwischanlage seien derzeit besonders häufig. Denn viele Autofahrer füllen dieser Tage trotz Kälte immer noch das Wischwasser in die Wagen, das für den Sommer gedacht ist. In Sachen zu kalter Dieselkraftstoff rät Rentrop, sich Hilfe bei Fachwerkstätten zu holen, insbesondere wenn Reisen in noch kältere Regionen geplant seien: „Wir haben da spezielle chemische Zusätze, die Schäden am Fahrzeug verhindern.“ Dem Diesel einfach ein wenig Benzin hinzufügen, wie dies früher häufig gehandhabt wurde – das sei mit modernen Fahrzeugen nicht mehr möglich.

Den Kältetrend deutlich zu spüren bekommen auch die Halveraner Installateure. Bei der Firma Severin gehen deutlich mehr Anrufe ein – meist aufgrund von Rohrbrüchen oder ausgefallenen Heizungsanlagen. Denn: „Die Leute reagieren nun natürlich empfindlicher auf kalte Räume.“ Doch bei Severin ist man sich sicher: Kommt das Tauwetter, kommt auch noch mehr Arbeit. Denn dann würden auch Schäden an den Rohren sichtbar, die derzeit noch eingefroren sind. Häufig davon betroffen seien vor allem Wasseranschlüsse in selten genutzten Räumen, etwa in Kellern oder Vorratsräumen. „Wichtig ist, nachzuschauen, ob auch diese Räume genug beheizt sind.“

Ähnliches rät den Halveranern auch Installateur Lars Wagner. In seinem Betrieb wird derzeit auch mehr gearbeitet, als sonst zu dieser Zeit üblich – und an Urlaub ist für die Mitarbeiter grade nicht zu denken. „Ausgefallene Heizungen, geplatzte Wasserleitungen, sogar zugefrorene Abflussrohre sind im Moment sehr häufig“, berichtet Lars Wagner. Daher seien mittlerweile sogar alle Autos direkt mit den entsprechenden Werkzeugen ausgestattet, die bei einem Rohrbruch nötig sind: „Damit wir schnell reagieren können.“ Notheizgeräte hat man bei der Firma Lars Wagner im Moment zu Hauf im Einsatz – entweder um eingefrorene Rohre schonend aufzutauen, oder um die Zeit bis zur Heizungsreparatur zu überbrücken, falls mal ein Teil bestellt werden muss. Dass das „dicke Ende“ noch kommt, glaubt auch Wagner – mit dem Tauwetter tauchen noch mehr Schäden auf.

Doch der Halveraner Installateur weiß: Viele Rohrbrüche könnten verhindert werden. Fenster in Kellern, Waschküchen oder auf Dachböden sollten verschlossen sein, sonst ungenutzte Heizkörper zwischendurch eingeschaltet und ungenutzte Leerwohnungen unbedingt beheizt werden. ▪ svh

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