Jung, Boucke: Banken halten still

HALVER ▪ Ob die Restrukturierung des traditionsreichen Unternehmens Jung, Boucke GmbH & Co. Auswirkungen auf die Arbeitsplätze hat, vermochten Hans Ulrich Volz, geschäftsführender Gesellschafter, und Dr. Jochen Vogel von der Unternehmensberatung mmb Consult, als Interrimsmanager Mitglied der Geschäftsführung, nicht zu sagen. Gleichwohl zeigten sich beide auch nach einem Marathon an Gesprächen und Telefonaten mit Belegschaft, Kunden, Lieferanten und Banken zuversichtlich: Die Planinsolvenz sei das beste Verfahren, um das Unternehmen neu aufzustellen, damit in Zukunft flexibler auf Schwankungen reagiert werden könne.

Denn den Ursprung für die Liquiditätsprobleme – die wiederum für schlechte Finanzdaten von Jung, Boucke sorgen – liegen in der Krise im Jahr 2009, als der Umsatz (40 Millionen Euro) der Halveraner Firma um 50 Prozent zurückging. Letztlich habe sich die Auftragslage im vergangenen Jahr zwar gut entwickelt, aber nicht so positiv wie angenommen. Das ergab zumindest die Jahresabrechnung, die Mitte dieses Monats vorlag. Damit, aber auch mit einem Plan, wie Jung, Boucke neu aufgestellt werden kann, ging die Geschäftsführung in ein langes Gespräch mit den Banken.

Das Resultat: Die Banken werden zwar die bisherige Linie nicht weiter verfolgen, halten jedoch still, so dass die Planinsolvenz durchgeführt werden. Allein durch das Insolvenzausfallgeld, das von der Bundesagentur für Arbeit für drei Monate gezahlt wird, verschaffe man sich deutlich Luft bei der Liquiditätsfrage, verdeutlichten Volz und Vogel. Gleichzeitig hofft man, dass nun auch die Belegschaft – die gestern Morgen informiert wurde – „mitzieht“. Dann werde es sich aufgrund der „komfortablen Situation“, in der sich das Unternehmen noch befinde, neu aufstellen, um die Arbeitsplätze erhalten zu können. Das dürfe aber nicht darüber hinweg täuschen, dass alle Dinge in der Firma hinterfragt und überprüft werden müssten und eine Entschuldung der Altverbindlichkeiten stattfinden müsse. ▪ Det Ruthmann

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