„Nichts für Stubenhocker“

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Arndt Spielmann setzt auf ein neues Konzept für das Modell des Jugendparlaments. ▪

HALVER ▪ Das „Junge Forum“ ist tot – die Zukunftswerkstatt soll leben. Was sich so hart anhört, ist jedoch nur Vergangenheit und Zukunft, ein Wandel in der Jugendarbeit.

Viele Jahre hat es das „alte Modell“ des Jugendparlaments gegeben, das mal gut und mal weniger gut lief. Bekanntlich waren die Schulen in der Pflicht, Mitglieder für das Junge Forum zu benennen. „Fand sich niemand, kam Plan B zum Zug, wurden die jeweiligen Schulsprecher bestimmt“, berichtet Arndt Spielmann, Leiter des Jugendzentrums Halver. „Natürlich hatten wir auch Schüler und Schülerinnen dabei, die freiwillig gekommen sind und auch immer da waren, ebenso wenig war die Altersspanne von Grundschülern bis Gymnasiasten das Problem.“ Die Zeit habe eine Rolle gespielt, denn es habe von einem halben bis zu einem dreiviertel Jahr gedauert, um sich auf Ziel und Marschroute festzulegen. Und bei einer Legislaturperiode von nur zwei Jahren sei eben nach Abzug der Ferien nicht viel Zeit übrig geblieben. „Diese Arbeitsform ist sicherlich tragbar und durchführbar, aber nicht ideal“, zieht Spielmann ein Resümee.

Krankheitsbedingt war der Leiter des Jugendzentrums für längere Zeit ausgefallen, die Arbeit in diesem Bereich zum Erliegen gekommen. Eine „Wiederbelebung“ des Jungen Forums wurde in diesem Frühjahr versucht, jedoch erfolglos. Mittlerweile gibt es aber neue Trends in der Jugendarbeit, wurde über andere Formen der Beteiligung Heranwachsender am Geschehen in der Heimatstadt nachgedacht.

„Wir müssen die Jugendlichen da abholen, wo sie sind.“ Und das soll jetzt über eine Art Zukunftswerkstatt geschehen. Es ist das „Projekt Halver 2020 – nichts für Stubenhocker“, das „Partizipation und Demokratie fördern“ will. Die Vorbereitungen laufen bereits, Fördergelder sind beim Landesjugendamt schon beantragt und zugesagt worden. „Das Konzept ist in trockenen Tüchern und jetzt geht es an die Umsetzung“, sagt Spielmann.

Ziel des Projektes ist ein Netzwerk für Beteiligung mit kommunal relevanten Personen, ein Dialog zwischen jugendlichen und erwachsenen Experten und Expertinnen „auf Augenhöhe“. Erarbeitet werden sollen kommunale Beteiligungsstrukturen, ein „Beteiligungsnetzwerk“ als Beitrag zur positiven Entwicklung des Stadtklimas.

Gedacht wird an Workshops mit Schwerpunktthemen. Unter dem Motto „Das ist Halver“ sollen die Jugendlichen mit den Workshop-Verantwortlichen auf kreative Art und Weise darstellen, wie die Heranwachsenden ihre Stadt wahrnehmen.

Mit den Workshop-Leitern – gedacht wird dabei an Personen, die für Halver relevant und an der Zusammenarbeit mit jungen Leuten interessiert sind – soll dann durch Gestalten, Malen, Fotografieren, Interview, Reportage oder per Videotechnik die persönliche Zukunftsperspektive für „Halver 2020“ entwickelt werden.

Zeitlich gestaffelt, soll es in diesem Monat zunächst auf die Suche nach Projektpartnern gehen. „Wir denken an Mitstreiter, die ein spezielles Interesse sowie Spaß an einer lockeren Begegnung von Jung und Alt haben und sich gerne in einem der Workshops engagieren möchten“, formuliert es Spielmann.

Der zweite Schritt ist eine Auftaktveranstaltung, die für Ende April nächsten Jahres am Alten Markt geplant ist. Die Workshop-Phase soll dann im Mai starten und vor den Sommerferien, im Juni 2013, das Ergebnis erst im Landeshaus in Münster – wohin ein gemeinsamer Ausflug aller Beteiligten geplant ist – und anschließend dann in Halver präsentiert werden. „Es wird bestimmt spannend und ich hoffe, es lassen sich viele Jugendliche dafür begeistern“, soll aber nicht nur ein Wunsch Arndt Spielmanns bleiben. ▪ Yvonne Pfannschmidt

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