Jugendzentrum könnte Kindergarten-Plätzen weichen

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Das Jugendzentrum an der Jugendheimstraße.

Halver - Pläne zum Verkauf des ehemaligen Jugendheims gibt es schon länger, doch nun werden sie konkreter: Nach Informationen unserer Zeitung befindet sich die Stadt in intensiven Gesprächen mit dem Märkischen Kreis, der einen Ausbau der Ü3- und U3-Kindergartenplätze in Halver fordert.

Von Frank Zacharias

Den dafür notwendigen Raum soll nun das Jugendheim bieten – und als möglicher Träger hat sich offenbar bereits das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Stellung gebracht.

Über den Stand der Verhandlungen wollte Fachbereichsleiter Thomas Gehring gestern auf AA-Anfrage nichts sagen, er räumte jedoch ein, dass es durchaus Überlegungen zum Ausbau des Kindergartenangebots gebe. Und in diesem Zusammenhang wollte er eine mögliche Nutzung des jetzigen Jugendzentrums nicht dementieren: „Das Gebäude steht ja schon länger im Focus, aber auf keinen Fall bedeutet das, dass das Angebot des Jugendzentrums in Frage steht.“

Intern ist nach AA-Informationen die Rede von einem Umzug in die ehemalige Hausmeister-Wohnung der Ganztagsschule. Auch dazu wollte sich Thomas Gehring gestern nicht näher äußern. Der Fachbereichsleiter betonte aber, dass man selbstverständlich auf die Suche nach neuen Räumen für das Jugendzentrum gehe, sobald eine anderweitige Nutzung des Hauses am Jugendheimplatz ansteht.

Bei der Schaffung neuer Kindergarten-Plätze müsse die Stadt, so Gehring weiter, „die Frage der Fördermittel im Auge behalten“. Will heißen: Es besteht für die Verwaltung in dieser Sache durchaus Handlungsbedarf. Und eine Erweiterung des DRK-Familienzentrums „juno“ bietet sich an dieser Stelle freilich an: Die Einrichtung an der Jugendheimstraße nutzt bereits seit langem das Untergeschoss des Jugendheim-Gebäudes. Zur Erschließung der oberen Stockwerke wäre aber dennoch ein weiteres Treppenhaus notwendig, da Unter- und Obergeschoss aktuell nicht miteinander verbunden sind. Wie zu hören ist, haben Fachleute in den vergangenen Wochen das Jugendheim bereits detailliert auf eine künftige Nutzung als Kindertagesstätte hin geprüft. Wobei die oberste Etage, die aktuell von Tagesmüttern genutzt wird, in den Planungen zunächst keine Rolle spielen soll.

Zuständige Vertreter des DRK waren gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Arndt Spielmann, Leiter des Jugendzentrums, verwies auf das laufende Verfahren und wollte sich daher ebenfalls nicht zu den Plänen äußern.

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