Jugendlichen haben keinen Ort für sich: Familie äußert sich zur Bike-Anlage im MK

Familie Steinert aus Halver an der Bike-Anlage an den Fischteichen.
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Familie Steinert aus Halver an der Bike-Anlage an den Fischteichen.

Die Mountainbike-Strecken in den Wäldern sind zum Gesprächsthema geworden. Familie Steinert besucht die Strecke an den Fischteichen gerne. Familienvater Dominik Steinert war selbst schon als Kind auf den Hügeln mit seinem Rad unterwegs. Heute fährt er mit seinen beiden Kindern dorthin.

Halver – Dass die Strecken mitten in der Natur verboten sind, war ihnen nie bewusst. Es hat auch nie jemand etwas gesagt. Nur Anwohner, erzählt Louis Steinert. Eine ältere Frau gab ihm bei einem Besuch an der Bahn einen Müllsack, damit er Flaschen und Plastikmüll aufhebt, die er jedoch gar nicht dort hinterlassen hat. Keine Frage, sagen die Eltern unisono, Müll zu hinterlassen geht nicht. Der Zwölfährige fährt gerne nach der Schule Fahrrad. Geht es nach ihm, braucht er als Jugendlicher in der Stadt nicht viel mehr. „Mir reicht das“, sagt er.

Auf der Skateranlage an der Katrineholmstraße, die von Mountainbikern ebenso wie von Skatern genutzt werden konnte, war er häufig. Bis auch er plötzlich im März vor einem Bauzaun stand. Dann fuhr er weiter Richtung Fischteiche und nutzte die Alternative, die er ohnehin besser findet. „Da ist es ruhiger“, erklärt er. Die Strecken im Wald bieten mehr Möglichkeiten und machen mehr Spaß.
Und mittlerweile gibt es viele Strecken. Louis Steinert hat einige Orte im Kopf, die er hin und wieder auch besucht. Meistens mit ein paar Freunden, mehr als fünf seien es aber nie an den Strecken. Alle kennen sich untereinander.

Für die Eltern sind die neuen Strecken verteilt im Stadtkern ein klares Zeichen: „Der Bedarf ist da.“ Sie würden es bedauern, wenn man den Jugendlichen die Möglichkeiten nehmen würde. Kaputt sei der Wald in ihren Augen nicht. Zumindest habe er nie anders ausgesehen. Die Bahn den Jugendlichen wegzunehmen, hat niemand vor, wie es seitens der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Halver heißt. Stattdessen gibt es die Überlegung, eine Anlage im Wald offiziell zu errichten. Eventuell ein sogenannter Dirtpark, diese Idee bekam auch Bürgermeister Michael Brosch unterbreitet. Dieser wäre jedoch weiter außerhalb angesiedelt.
Dominik und Daniela Steinert finden nur, dass die Anlagen nicht zu weit weg sein dürfen und gehen damit mit der Meinung vieler Eltern einher, die sich auch dazu bei Bürgermeister Michael Brosch gemeldet haben.

Die Skateranlage, die sich zuvor an der Katrineholmstraße befand, soll so nah wie nur möglich am Zentrum der Stadt wieder aufgebaut werden. Eine Anlage im Wald wird eher weiter entfernt sein. Allerdings richten sich die Projekte an unterschiedliche Zielgruppen. Die Betonrampen, die derzeit in Oeckinghausen lagern., sollen vor allem die Jüngeren ansprechen, die nicht mobil sind. Eine Anlage im Wald kann auch für Erwachsene interessant sein, die dieses Hobby haben.
Ein Schritt in die richtige Richtung ist das allemal, sagt Familie Steinert. In ihren Augen werde zu wenig für die Halveraner Jugend gemacht. Im Vergleich zu ihrer Jugend in Halver sei heute weniger los: Kein Kino, keine Disko, wenig Angebote. Da fällt auch mal der Begriff „Rentnercity“

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