Jürgen Schmidt vom Hegering: „Jäger sind auch Naturschützer“

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Der Hegering Halver, der im Jahr 1926 gegründet wurde, zählt zur Märkischen Kreisjägerschaft im Landesjagdverband NRW.

Halver - Das Jagen stößt auf viel negative Kritik. Doch ein Jäger ist mehr als nur ein Mensch, der Tiere tötet. Wofür das Jagen wichtig ist und worauf es dabei ankommt, erklärt Jürgen Schmidt, Obmann für Öffentlichkeitsarbeit beim Hegering Halver. In Fragen und Antworten geben wir einen Überblick über die Tiere in den Jagdbezirken der Stadt, die Ausbildung der Jäger und den Grund für die Jagd.

Wie lange dauert die Jagdsaison?

„Jagd ist immer“, sagt Schmidt. Die Jagdsaison ist vom Landesjagdverband und vom zuständigen Landesministerium in einem entsprechenden Zeitplan vorgegeben. Einige Beispiele: Schwarzwild darf immer bejagt werden. Am 1. Mai beginnt die Bockjagd. Auf den Dachs darf von Dezember bis Ende Oktober geschossen werden. Das weibliche Rehwild darf noch bis Ende Januar bejagt werden.

Welche Tiere werden in Halver bejagt?

Momentan stehen Schwarzwild, weibliches Rehwild und Füchse auf der Liste. Auch Hasen sind freigegeben. „Wir als Jäger haben allerdings beschlossen, die Hasen bei uns zu schonen“, erklärt Schmidt. In den Bezirken in Halver gebe es nämlich nicht viele. „Durch die intensive Landwirtschaft haben wir einiges an Niederwild verloren.“

Wer darf jagen?

Die Grundlage für das Jagen ist der Jagdschein. Dafür muss man das „grüne Abitur“ ablegen – eine schriftliche und eine Schießprüfung. Eine weitere Voraussetzung ist außerdem eine Jagdhaftpflicht. „Die muss jeder Jäger abgeschlossen haben“, erklärt Jürgen Schmidt. Die Versicherung umfasst unter anderem jeglichen Schaden mit der Waffe und auch den Hund.

Die Mitglieder des Hegerings setzen verschiedene Biotopmaßnahmen durch wie Neupflanzungen von Hecken.

Wo darf gejagt werden?

Im Bereich des Hegerings in Halver gibt es einzelne Gebiete. Ein Beständer, das ist der Pächter eines Gebiets, darf auf dem entsprechenden Grund jagen. Er kann dort auch anderen die Berechtigung zum Jagen aussprechen. „Ein Jäger ist erst pachtfähig, wenn der dritte Jahresjagdschein gelöst wurde“, erklärt Schmidt. Das bedeutet, dass ein Jäger drei Jahre lang gejagt haben muss, um ein eigenes Gebiet zu pachten.

Womit schießen die Jäger?

„Geschossen wird mit Kugel oder Schrot“, sagt der Jäger. Das Schießen mit der Kugel ist für weitere Entfernungen geeignet. Wenn man das Herz treffe, habe es einen sofortigen Tod zur Folge. Mit Schrot ist man auf eine Entfernung von 50 Metern begrenzt. Bei Hasen werde diese Art von Waffe zum Beispiel benutzt. Durch Schrot sterben die Tiere an einem Schocktod. „Es gibt auch kombinierte Waffen“, erklärt Schmidt. Die haben gleichzeitig beide Läufe für Schrot und Kugeln.

Wie werden die Waffen aufbewahrt?

Das ist in Deutschland stark reglementiert. Die Waffen müssen in genormten Waffenschränken untergebracht werden. Patronen müssen getrennt von der Waffe aufbewahrt werden. Die Kreispolizei kontrolliert das laut Schmidt in gewissen Abständen. Wichtig sei außerdem, dass der Schlüssel zum Waffenschrank so versteckt sei, dass nur der Jäger selbst über den Ort Bescheid weiß.

Warum wird überhaupt gejagt?

„Die Jagd ist auch Hege“, sagt Schmidt. Wenn es zu viel Wild gibt oder kranke Tiere unterwegs sind, dann komme der Jäger zum Zug. Die Jäger müssen sich dann entsprechend des Jagdgesetzes verhalten. „Sie haben als Heger eine Verantwortung.“ Der ganze Vorgang wird durch die Untere Jagdbehörde mit bestimmten Abschussplänen gesteuert. „Außerdem sind Jäger auch Naturschützer“, erklärt Schmidt. Sie setzen sich für Biotopmaßnahmen ein. Die Mitglieder des Hegerings legen Hecken an, um den Tieren neuen Wohnraum und Unterschlupf zu bieten.

Der Hegering

Der Hegering Halver wurde 1926 gegründet und gehört zur Märkischen Kreisjägerschaft im Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen. Zum Revier des Hegerings gehören zwölf gemeinschaftliche Jagdbezirke sowie sechs Eigenjagden. Schwarzwild, Rehwild, Dachs, Hase, Stockente und Taube sind laut Kreisjägerschaft die Hauptwildarten in diesen Bezirken.

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