Kupferdiebe schlagen zum vierten Mal zu

Die Johanneskapelle auf dem evangelischen Friedhof.

Halver - Die Gier auf Kupfer und Metall scheint ungehemmt. Immer wieder werden Rohre, Dachrinnen oder Kabel gestohlen. Die evangelische Friedhofskapelle war am Wochenende wieder einmal Ziel unbekannter Diebe. Wie groß der Schaden an der Johanneskapelle mittlerweile ist, kann Ulrich Streppel nur vermuten.

Von Friederike Domke

 „Es geht in den vierstelligen Bereich.“ Der Friedhofswart musste am Montagmorgen wieder einmal feststellen, dass in der Nacht Kupferdiebe am Werk waren – und das bereits zum vierten Mal innerhalb eines halben Jahres.

Im September war die Johanneskapelle an der Elberfelder Straße zum ersten Mal Ziel unbekannter Kupferdiebe. Damals hatten die Täter Fallrohre gestohlen. Diese wurden danach durch Kunststofffallrohre ersetzt, um sie so für mögliche Diebe uninteressant zu machen.

Kurze Zeit später waren es aber dann Schneefanggitter, die nachts abmontiert und geklaut wurden, erinnert sich Streppel im Gespräch mit dem Allgemeinen Anzeiger. „Heute sind die Schneefanggitter aus Stahl.“

Wodurch die jüngst gestohlene Dachrinne und die Kupferdachabdeckung ersetzt werden, konnte Streppel noch nicht sagen. Über das weitere Vorgehen wird nun der Friedhofsausschuss entscheiden müssen.

„Diebe machen mittlerweile vor nichts mehr Halt“, sagt Polizei-Pressesprecher Dietmar Boronowski hinsichtlich der Entwicklungen – nicht nur in Halver. „Ob Dachrinnen oder sakrale Bedeutsamkeiten, sie nehmen, was sie kriegen. So traurig das ist“, so Boronowski weiter.

Er nimmt damit Bezug auf einen Diebstahl, der sich bereits am 15. Dezember auf dem evangelischen Friedhof ereignet hat. Wie erst jetzt bekannt wurde, hatten damals unbekannte Täter eine Skulptur in Form eines Bäumchens aus 100 Prozent Kupfer von einer Grabstelle gestohlen – der Wert rund 500 Euro. Eine 82-jährige Halveranerin hatte damals Anzeige erstattet.

Die Chancen, Täter dingfest zu machen, schätzt Boronowski aber als gering ein. „Man hat kaum eine Chance, wenn man sie nicht auf frischer Tat ertappt.“ Innerhalb weniger Stunden machten sich die Täter aus dem Staub und setzen sich ins Ausland ab. „Dann sind sie auf und davon“, weiß Boronowski.

Er bittet daher die Bevölkerung, sich bei auffälligen Beobachtungen sofort an den Notruf der Polizei zu wenden. „Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig“, fordert er. „Nur dann haben wir eine Chance.“

Die Diebe, die sich in der Nacht von Sonntag auf Montag an der Friedhofskapelle zu schaffen machten, konnten unerkannt flüchten. Die Polizei in Halver bittet daher die Bevölkerung um Mithilfe. Sachdienliche Hinweise sollten unter der Rufnummer 0 23 53/9 19 90 mitgeteilt werden.

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