Abwahl bei Escha: Neuer Betriebsratvorstand

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Halver - Neue Entwicklung bei Escha: Die bisherige Betriebsratsspitze wurde gestürzt.

Die bisherigen Vorsitzenden Lutz Borner und Nicole Hufeisen, beide gehörten der IG-Metall-nahen Liste an, mussten sich nach internen Zerwürfnissen im Betriebsrat einem Abwahlverfahren stellen und sind fortan nur noch reguläre Mitglieder der Arbeitnehmervertretung. Neuer Betriebsratsvorsitzender ist Jens Beyer, seine Stellvertreterin ist Derya Kulaklioglu. 

In der vergangenen Woche hatte es im Anschluss an zwei Betriebsversammlungen in einem Rohbau des Unternehmensmassive Kritik vonseiten der IG Metall an der Geschäftsführung um Marco Heck und Dietrich Turck gegeben. Im Zuge der Berichterstattung unserer Zeitung kamen dabei auch tiefe Gräben zutage, die es offenbar innerhalb des Betriebsrats gibt. Dabei stehen die Arbeitnehmervertreter der IG Metall (vier Sitze) einer Liste gegenüber, die eher der Geschäftsführung nahe steht, im Betriebsrat aber mit sechs Sitzen die Mehrheit hat.

Nach AA-Informationen setzten sich die gewerkschaftsnahen Kandidaten für die Vorstandsposten zunächst dennoch durch, da eine „Liste der Mitte“ (drei Sitze) für eine knappe 7:6-Mehrheit gesorgt hatte. 

„Koalition“ ist hinfällig 

Im Zuge unterschiedlicher Strategien im Verhältnis zur Geschäftsführung kam es nun zum Bruch: Die als „geschäftsführungsnah“ bezeichneten Arbeitnehmervertreter strengten ein Abwahlverfahren gegen Borner und Hufeisen an und hatten damit nun – mithilfe der „Liste der Mitte“ – Erfolg. 

Nun hat sich auch der SPD-Landtagsabgeordnete Gordan Dudas zu Wort gemeldet und Kritik an denÄußerungen des Geschäftsführers Dietrich Turck geübt. Dabei stößt sich Dudas vor allem an den von Turck aufgelisteten Zugeständnissen, die Escha seinen Mitarbeitern mache.

„Die betriebliche Mitbestimmung in Deutschland ist ein Erfolgsmodell und hat sich bewährt. Aber auch zahlreiche weitere gesetzliche Regelungen und tarifliche Vereinbarungen sollen in Deutschland gute und sichere Arbeit ermöglichen, wovon auch die Unternehmen profitieren. Zufriedene, qualifizierte Beschäftigte sind die wichtigste Ressource eines Betriebs. Daher sind die Äußerungen der Geschäftsleitung der Firma Escha in Halver mehr als irritierend, besonders mit Blick auf die zahlreichen ‚Wohltaten‘, die man als Unternehmen für die Belegschaft bereitstellt“, erklärte Dudas in einer Stellungnahme.

Ein angemessener Arbeitsschutz sei gesetzlich vorgeschrieben und somit selbstverständlich. Auch ein betriebliches Gesundheitsmanagement sei sinnvoll und mit Blick auf niedrige Krankenstände im Sinne eines jeden Arbeitgebers. 

„Daher halte ich die derzeit kursierenden Äußerungen zur Rolle von Arbeitgebern, Gewerkschaften und Politik für überaus bedauerlich. Schließlich erwarten Unternehmen zu Recht verantwortliches Handeln von Politik und Arbeitnehmervertretungen. Gleiches sollte man daher auch von der Arbeitgeberseite erwarten können“, erklärte der SPD-Abgeordnete weiter. Denn andere Beispiele würden zeigen: „Wenn es einmal wirtschaftlich nicht gut läuft, ist der Ruf nach Hilfen von Politik und Verzicht der Arbeitnehmer schnell in der Welt. Daher ist ein fairer und respektvoller Umgang aus meiner Sicht geboten und im Interesse aller Beteiligten.“

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