25 Jahre „Litfass“: Jubiläum einer Halveraner Institution

Zwei brasilianische Tänzerinnen sorgten im „Litfass“ für südamerikanisches Flair und nahmen Rainer Gretsch in ihre Mitte. ▪ Baankreis

HALVER ▪ Die Schlange der Gratulanten schien kein Ende zu nehmen. Kein Wunder, wollte doch jeder Reiner Gretsch seine Glückwünsche überbringen. Immerhin feierte der Wirt mit seinem „Litfass“ am Samstag Jubiläum.

Am 21. Mai 1986, einem Mittwoch, öffnete die Kneipe an der Schulstraße zum ersten Mal ihre Pforten. Ein Vierteljahrhundert ist seitdem vergangen, in Halver hat sich viel verändert. Aber Reiner Gretsch und sein „Litfass“ gibt es noch immer. Grund genug, um das 25-jährige Bestehen groß zu feiern.

„Damals hätte ich nie damit gerechnet, dass ich hier so ein Jubiläum feiern werde. Umso schöner ist das Gefühl heute“, war Reiner Gretsch von der Menge an Partygästen überrascht. Mehr als 400 fanden sich in und rund um das „Litfass“ ein, ein Teil der Schulstraße war zuvor eigens für die Veranstaltung gesperrt worden. Nur die mitternächtliche Bierknappheit trübte zwischenzeitlich die sonst gute Stimmung.

Eröffnet wurde die Feier mit einem Ständchen des Fanfarencorps der Landsknechte, bevor die Coverband „Part Two“ das Kommando übernahm und mit Klassikern und aktuellen Hits die Stimmung anheizte. Der Höhepunkt des Abends war aber ein Geschenk der vielen aktuellen und ehemaligen Mitarbeiter der Gaststätte für ihren Chef. Da dieser immer behauptete, seinen Tanzstil von den Südamerikanern erlernt zu haben, wurden zwei brasilianische Sambatänzerinnen angeheuert. Unter lautstarkem Applaus, Anfeuerungen und nach dem obligatorischen Geburtstagsständchen zeigten die zwei Tänzerinnen zunächst alleine ihr Können, bevor auch Reiner Gretsch mit eingebunden wurde und das Tanzbein schwang. „Unglaublich. Das war ein absolutes Highlight, mit dem ich nie gerechnet hätte“, freute sich der Gastwirt über die gelungene Überraschung.

Dass das „Litfass“ überhaupt 25 Jahre alt werden würde, daran dachte der gelernte Metzgermeister bei der Eröffnung nicht. „Ich wollte mich einfach selbstständig machen und meinen Beruf als Metzger mit der Gastronomie verknüpfen“, erklärt Gretsch. Mit Steaks vom Grill füllte der Gastwirt eine Marktlücke in Halver. Doch nicht nur des Essens wegen kommen Männer und Frauen jedes Alters in die Eckkneipe. Das „Litfass“ ist seit Jahren einer der kultigen Treffpunkte, in dem sich nicht nur Halveraner gerne treffen. Auch abseits des Alltags kehren an der Schulstraße neben Stammtischen auch Abiturienten, die ihre letzten Prüfungen gebührend feiern wollen, Fußballer und Handballer, die Aufstiege oder Klassenerhalte zelebrieren, und Gruppen für Klassentreffen ein.

Ein von Beginn an ebenfalls fester Bestandteil des „Litfass’“ sind die Mottopartys und Live-Konzerte. Vom Oktoberfest, der Halloween- und Karnevalsfete bis hin zur 90er-Jahre-Party ist alles dabei. Und auch bei den Konzerten war das Programm breit gefächert. Einer der Höhepunkte der jüngeren Vergangenheit waren dabei immer die Auftritte der Band „Blue Cinnamon“, deren Mitglieder zum großen Teil später als „Luxuslärm“ national bekannt wurden und auch danach noch einmal zum schon traditionellen Konzert am zweiten Weihnachtstag auftrat.

Wie lange das „Litfass“ mit seinem jetzigen Wirt, der „noch mit voller Power dabei ist“, Bestand haben wird, ist offen. Zwar macht sich Reiner Gretsch leise Gedanken über eine mögliche Rente. Doch spätestens nach der großen Geburtstagsparty am Samstag dürfte nicht nur bei den Gästen der Wunsch nach einer großen Feier zum „30-Jährigen“ groß sein. ▪ Wesley Baankreis

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