75 Jahre Kattwinkel – mit einem Bus fing alles an

Mit einem Bus fing alles an: 1936 kauften Ilse und Hans Kattwinkel das erste Fahrzeug. Damals hatten sie zunächst nur Tagesfahrten nach Köln oder Bonn im Angebot. Heute geht’s durch ganz Europa.

OBERBRÜGGE ▪ Ilse und Hans Kattwinkel haben sich einen Traum erfüllt – am 19. April 1936. An jenem Tag übernahmen sie nämlich ihren ersten Omnibus. Und legten damit den Grundstein für ein Unternehmen, dessen Busse heute das ganze Jahr europaweit unterwegs sind.

Doch es gab Hindernisse: Als Hans Kattwinkel am 18. April mit dem Zug nach Werne fährt, um das Fahrzeug abzuholen, schneit es. Der Bahnverkehr ist lahmgelegt: Umgefallene Bäume und Telefonmasten versperren den Weg. Es dauert Stunden.

Aber pünktlich zur ersten Ausflugsfahrt nach Königswinter steht der Bus dann bereit. Während Ilse Kattwinkel fürs kaufmännische zuständig ist, sitzt ihr Mann am Steuer – wenn es sein muss, Tag und Nacht. Das Geschäft läuft, sie kaufen zwei weitere Busse. Für Schul- und Betriebsausflüge, aber auch Vereinsfahrten. Nach Köln, Bonn oder Königswinter. Mehrtagesfahrten in den Schwarzwald oder zum Bodensee gibt’s ebenfalls, sie sind aber noch selten.

1939 zieht die Regierung die Fahrzeuge ein – sie werden für Truppentransporte der Wehrmacht benötigt. Erst als der Krieg vorbei ist, geht es irgendwann mit einem ausgedienten Lkw aus Armeebständen weiter. Die Kattwinkels spezialisieren sich zunächst auf die Güterbeförderung. Das ist gleichzeitig der Neubeginn eines Fuhrunternehmens und der Aufbau einer Spedition. Im Mai 1950 ist es dann soweit: Das Ehepaar Kattwinkel kauft einen neuen Omnibus. Die Reiselust der Menschen ist groß – sicher auch durch die langjährigen Entbehrungen in den Kriegsjahren.

1957 erscheint das erste Reiseprogramm. Immer komfortabler ausgestattete Reisebusse und der fortschreitende Ausbau der Autobahnen ermöglichen inzwischen auch Reisen nach Südtirol und in die Schweiz.

1969 übergeben die Eltern das Reiseunternehmen an Sohn Jürgen, die Spedition „Kattwinkel Transporte“ an Sohn Harald. Zur Ruhe setzen sie sich aber noch nicht, sondern führen gemeinsam noch einige Omnisbusfahrten durch.

1980 eröffnet Kattwinkel-Reisen zwei Reisebüros in Halver und Kierspe: Ab sofort sind auch Flugreisen, Flusskreuzfahrten & Co. im Angebot. 1992 übernimmt Arndt Kattwinkel den Klassenfahrten- und Skireisen-Spezialisten „Klühspies“.

Sechs Jahre später, im Jahr 1998, übernehmen er und seine Schwester Britta Kattwinkel die Leitung des Familienunternehmens. Heute erfüllen sie pro Jahr die Reisewünsche von rund 50 000 Gästen. ▪ Lisa Weber

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