Oberbrügger spenden fast 20 000 Euro

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Klaus Böcker, Pfarrer Werner Kenkel und Günther Hösch (von links). ▪

OBERBRÜGGE ▪ Offenbar haben die Oberbrügger tatsächlich etwas für „ihre“ evangelische Kirche übrig – getreu dem Motto, dass die Kirchengemeinde vor einem Jahr ausgerufen hatte: „Meine Gemeinde – dafür habe ich was übrig.“ Seitdem sammelt sie Freiwilliges Kirchgeld. Mit Erfolg, wie die Initiatoren am Mittwoch betonten.

Allein im Jahr 2011 seien 8620 Euro an Kirchgeld zusammengekommen, für das laufende Jahr vermeldete Klaus Böcker am Mittwoch einen Spendenstand in Höhe von 11 212 Euro. „Hochgerechnet auf das ganze Jahr 2012 können wir am Ende mit rund 14 000 Euro rechnen. Das ist eine tolle Summe“, sagte der Mit-Initiator am Mittwoch im Rahmen einer Bilanz im „Jahr eins“ nach der Kirchgeld-Einführung. Und so nutzten er sowie Pfarrer Werner Kenkel und Fördervereinsvorsitzender Günther Hösch die Gelegenheit auch dazu, den Unterstützern zu danken.

Wie mehrfach berichtet, hatte die Gemeinde Anfang November des vergangenen Jahres mehr als 800 Spendenbriefe an die Gemeindeglieder verteilt. In ihnen wurde auf die schwierige finanzielle Lage der Evangelische Kirchengemeinde Oberbrügge hingewiesen, die sich längst nicht mehr allein durch die Kirchensteuer finanzieren lasse. Ganz im Gegenteil: Um die Eigenständigkeit zu erhalten, seien jährlich knapp 30 000 Euro an zusätzlichen Mitteln notwendig, hieß es damals. Eine Summe, die eben auch durch das Kirchgeld erreicht werden soll.

Durch geringere Ausgaben im vergangenen Jahr, aber auch durch die Zuwendung und Unterstützung vieler Gemeindeglieder sei das Jahr 2011 finanziell das beste seit 2007, so Klaus Böcker: Das Jahr sei mit einem Defizit von weniger als 2000 Euro beendet worden. Im Vergleich zu den Vorjahren eine echte Erfolgsmeldung.

Dennoch ist man von den anvisierten 30 000 Euro noch entfernt – und so verbinden die Initiatoren das „dicke Dankeschön“, das sie allen Spendern aussprechen, mit der Bitte, die Gemeinde weiterhin wohlwollend im Auge zu behalten. „Eine Zukunft für die Gemeinde gibt es eben nur dann, wenn die Finanzen im freiwilligen Bereich nachhaltig verbessert werden“, so Klaus Böcker. Für Nachhaltigkeit sorgten dabei auch zahlreiche Kirchgeldzahler, die bereits Daueraufträge eingerichtet hätten. „Aber wir freuen uns über jede Spende, ob groß oder klein“, betonte Böcker am Mittwoch. Und so erinnert sich Pfarrer Werner Kenkel auch an viele Begegnungen mit Gemeindegliedern, die ihm kurzum einen Geldschein in die Hand drückten – auch diese Form des Kirchgeldes ist in Zeiten von Online-Banking & Co. willkommen.

Dass ihre Größe in Sachen Kirchensteuer vielleicht eine Schwäche der Gemeinde, beim Kirchgeld jedoch eine Stärke sei, erklärte am Mittwoch Günther Hösch. Die stolze Zahl von insgesamt fast 20 000 Euro an Kirchgeld-Spenden bei nur etwa 1140 Mitgliedern ist für ihn auch eine Folge des Zusammengehörigkeit-Gefühls der Oberbrügger untereinander. „In einer größeren Gemeinde klappt das sicher nicht so gut.“

Um sich einerseits auch persönlich bei den Spendern zu bedanken, andererseits das drängende Problem der Gemeinde nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, wird im Anschluss an eine Gemeindeversammlung am Sonntag, 4. November (11 Uhr), erneut ein 26-köpfiges Zustellerteam ausgesendet. Die Helferinnen und Helfer werden 825 Briefe verteilen und das Gespräch mit den Gemeindegliedern suchen. Wer bereits jetzt Kirchgeld überweisen will, kann folgende Bankverbindung nutzen: Evangelische Kirchenkasse Lüdenscheid, Konto 562, Sparkasse Lüdenscheid (BLZ 45 85 00 05), Stichwort: Freiwilliges Kirchgeld Evangelische Kirchengemeinde Oberbrügge, Kennziffer 15. Auf Wunsch werden am Jahresende Spendenbescheinigungen ausgestellt. ▪ Frank Zacharias

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