Jahnturnhalle in Halver : Vorstand zeigt Möglichkeiten auf

Die Mitglieder stärkten dem Vorstand den Rücken für Verhandlungen.

HALVER ▪ Nach einer zeitweise lebhaften Diskussion hat der Vorstand des TuS Halver grünes Licht erhalten. „Zur Zukunftssicherung des Vereins“ darf die Vereinsspitze in Verhandlungen über den Verkauf oder Teilverkauf der Jahnturnhalle eintreten.

Wie auf der Jahreshauptversammlung am Donnerstagabend durch den Vorsitzenden Georg Bischofs mitgeteilt wurde, gibt es derzeit zwei konkrete Kaufangebote. Die benachbarte Genossenschaft will dem Verein eine Teilfläche abkaufen, die Mennoniten-Gemeinschaft gar das ganze Areal samt der 100 Jahre alten Halle erwerben. Über das Für und Wider der Optionen gab es bei den Mitgliedern unterschiedliche Ansichten. Obwohl noch über den Preis gesprochen werden müsse, würde der Verkauf einer Teilfläche sofort frisches Geld in die Vereinskasse bringen. „An den Nutzungsmöglichkeiten würde sich nichts ändern“, erklärte der Vorsitzende den insgesamt knapp 40 Mitgliedern. Angesichts der sich weiter leerenden Vereinskasse wären die ganz schlimmen Zeiten dann aber für zwei bis drei Jahre vorbei.

Alternativ gebe es „ein ganz ernsthaftes Angebot“ der Mennoniten-Brüdergemeinde. Bischofs: „Wir würden die Halle verlieren, aber nicht den Verein und die Handlungsfähigkeit.“ Und genau diese sieht Kassierer Manfred Fahsig in Gefahr. So hätten sich die Ausgaben für die Turnhalle auf 37 700 Euro belaufen, dabei wären nur kleinere Reparaturen fällig gewesen. „Wir können die Halle in dieser Form auf Dauer nicht finanzieren.“

Bei dem möglichen Teilverkauf geht es um eine etwa 600 bis 700 Quadratmeter große Fläche oberhalb der Sozialanlagen, die faktisch nicht genutzt würde. Der „namhafte Betrag“ könne in dringend benötigte Sanierungsarbeiten gesteckt werden, so eine Rechnung des Vorsitzenden. Der Kassierer sieht hingegen die Gefahr, dass man trotz eines Erlös von etwa 70 000 bis 80 000 Euro in zwei Jahren wieder an dem aktuellen Punkt angelangen würde. Es wäre hingegen „eine interessante Sache“, wenn das Geld angelegt und ein Konzept entwickelt würde, wie neue Mitglieder gewonnen und auf neue Sportangebote verwiesen werden könnten. Zugleich sieht er die Gefahr, dass bei dem Teilverkauf das vordere Gebäude für einen späteren Verkauf an einen „3. Käufer“ uninterressant wird. Auch unter den Mitgliedern gab es unterschiedliche Auffassungen. Während Frauenwartin Sieglinde Baumgard den Erlös eines Teilverkaufs in die Halle stecken will, warnte Reinhard Müssig vor dem weiteren hohen Sanierungsbedarf der Halle.

Wohin die 250 bis 300 Sportler ausweichen sollen, wenn die Halle samt Gelände an die Mennoniten-Brüdergemeinde verkauft wird, fragten sich viele Mitglieder. Michael Zwitserloot machte zudem klar, dass der Bau einer neuen Halle durchaus 2 Millionen Euro verschlingen könnte. Fahsig warnte davor, dass der Verein aufgrund des möglichen Erlöses von 400 000 Euro seine Gemeinnützigkeit verlieren könnte.

Ob und welche Option gezogen wird, bleibt offen. Bischofs kalkulierte erst einmal ein halbes bis ein Dreivierteljahr ein, bis ein vernünftiger Vorschlag für einen weiteren Beschluss der Mitglieder vorgelegt werden kann. „Wir werden laufend berichten“, geht der Vorsitzende ergebnisoffen in die Verhandlungen. ▪ Marco Fraune

Entscheidung über Verkauf oder Teilverkauf noch nicht gefallen. Genossenschaft und Mennoniten die Interessenten

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