Halver

Inzwischen 40 Knotenpunkte für kostenfreies Internet in Halver

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AA-Volontärin Carolina Ludwig ist im Netz. Der Sparkassenvorplatz wird gleich von mehreren Seiten abgedeckt. Gastronomie, Dienstleister und Einzelhandel nutzen die Gelegenheit, ihren Kunden rechtssicher einen mobilen Internet-Zugang anzubieten.

Halver - Rund 40 Knoten gibt es zurzeit in Halver. Friseursalons stellen sie bereit, Gastronomen und Einzelhändler, Jugendcafé Aquarium, Herpine, die Strickliesel und der TuS Ennepe. Sie sorgen gemeinsam dafür, dass jeder Halveraner und Besucher der Stadt einen kostenlosen Internet-Zugangs über sein Smartphone hat.

Knapp zwei Jahre nach dem Start des „Fichtenfunks“, so der Name des Servers, ist Andrea Reich zufrieden mit dem Stand des „Spinnennetzes“, das die Router und Repeater in Halver bilden sollen. Rund ums Rathaus und auch darin funktioniert die Versorgung im Ratssaal und Besprechungsräumen. Auf dem Sparkassenvorplatz gibt es schnelles Netz aus den Schieferhäusern. Das schwache Signal am Zentralen Omnibus-Bahnhof soll bald Geschichte sein.

Es sei nicht unbedingt Ziel, die gesamte Stadt mit kostenlosem W-Lan abzudecken, sagt die Mitarbeiterin der Verwaltung im Gespräch mit dem Allgemeinen Anzeiger. Doch wünschenswert sei es dort, wo sich Menschen aufhalten, sich auf Bänke setzen oder in Wartebereichen. Das führt zu der interessanten Entwicklung, dass Halveraner Friseurbetriebe wichtiges Standbein für das Freifunkprojekt sind. Das Warten unter der Haube habe mit dem schnellen Netz eine andere Qualität gewonnen, vermutet Andrea Reich.

Abgeschlossen ist das Vorhaben für sie noch lange nicht. Noch immer könnte sie Router bereitstellen. Einige Geräte hat sie noch, die mit Unterstützung des Stadtmarketing-Vereins und der Regionale angeschafft werden konnten. Die Installation sei vergleichsweise einfach. Danach nutzt dieser Router in einem eigenen „Tunnel“ eine definierbare Bandbreite der ohnehin vorhandenen Internetkapazität. Das ist das Freifunkmodell, über das ehrenamtlich und bundesweit Gratis-W-Lan angeboten wird.

Juristische Bedenken sind nach aktueller Rechtsprechung ausgeräumt. Die Initiative Freifunk stellt den Zugang zum Netz und hat selbst Provider-Status. Niemand müsse sich Sorgen machen, wenn auf der privaten Bandbreite möglicherweise fragwürdige Inhalte hoch- oder heruntergeladen werden.

Wie selbstverständlich dies in anderen Ländern ist, weiß Andrea Reich von einem Austausch mit Israel: „Die Jugendlichen sitzen auf dem Kamel und surfen im Netz.“ Wären Israelis nach Halver gekommen, hätten sie gestaunt, warum denn mitten in einer Stadt kein Internet verfügbar war. Diese Erfahrung sei Ausgangspunkt gewesen, als sie Anfang 2015 mit den „Kleinen Märkern“ getagt habe. Es ist der Zusammenschluss der Internet-Beauftragten der kleinen Städte im Märkischen Kreis, bei dem der Neuenrader Kollege die Freifunk-Idee auf den Tisch gebracht hatte, wie sie sich erinnert. Andrea Reich: „Ich bin mit leuchtenden Augen ins Rathaus zurückgefahren.“

Wer sich am Projekt Freifunk in Halver beteiligen möchte, nimmt Kontakt auf mit Andrea Reich, Tel. 0 23 53 / 7 31 11. Weitere Informationen: www.freifunk-mk.de.

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