Digitale Gottesdienste

Investitionen in Livestreams: Kirche setzt auf digitalen Gottesdienst

Live-Stream Gottesdienst Digital Youtube
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Das Technikteam: Isabelle Kastner, Timo Pulvermacher und Daniel Dreschel (von links) kümmern sich ums Streamen.

Durchschnittlich fast 500 Aufrufe. So oft wurden die letzten sechs Ausstrahlungen des Livestream-Gottesdienstes in der evangelischen Nicolai-Kirche auf der Plattform Youtube angeklickt. Was am Anfang vielleicht als Notlösung gedacht war, könnte nach der Corona-Pandemie dazu führen, dass wieder mehr Menschen die Präsenzgottesdienste besuchen.

Halver – Das erste der mittlerweile 39 Videos wurde am 22. März ausgestrahlt. Das Thema des Gottesdienstes lautete „Im Gebet Gott erfahren und den Menschen dienen“. Seit Ende Mai finden unter Corona-Schutzmaßnahmen parallel wieder Gottesdienste mit Besuchern statt. Aus Datenschutzgründen sind die Besucher jedoch im Livestream nicht zu sehen. Dafür sind die Pfarrer Christoph Dickel und Martin Pogorzelski oder Gemeindepädagoge Karsten Drescher, Chor und Band und alle, die am Altar vor der Linse einer der drei Kameras stehen, zu sehen.

Um den Livestream übertragen zu können, rüstete die Kirchengemeinde die Technik auf. 8000 Euro wurden aus Spenden finanziert, um ein größeres Mischpult für den Ton, einen Videomischer fürs Bild, zwei zusätzliche Kameras sowie einen Technikschrank und Kleinteile wie Stecker zu kaufen.

Technik-Team am Mischpult

„Das Technikteam besteht aus acht bis zehn Leuten“, erzählt Timo Pulvermacher, einer der drei Techniker des vergangenen Sonntags. Daniel Dreschel behielt den Überblick über die vielen Regler-Knöpfe am Mischpult. Auf dem mittleren Bildschirm waren die Aufzeichnungen der drei Kameras zu sehen, über einen weiteren Computer wurde der Beamer gesteuert. Er übertrug, wie schon seit Längerem, beispielsweise Gebete auf die beiden großen Leinwände am Altar. Isabelle Kastner steuerte am Sonntag das entsprechende Computerprogramm bei. In der Mitte der Tischreihe lag der Ablaufplan für den Gottesdienst. Das Team kann ihn mittlerweile so gut lesen, dass nur noch kurze Absprachen mit dem jeweiligen Pfarrer oder Gemeindepädagogen erforderlich sind.

Karsten Drescher leitete den Gottesdienst am vergangenen Sonntag.

Mit dem Gottesdienst zum ersten Advent begann die Aktion „24 Mal Weihnachten neu erleben“. Mit einem Lied sorgten Chor und Orchester für eine angemessene Einstimmung in die Adventszeit. Andererseits brachten kurze Anspiele die Besucher zum Lachen.

Nicht alles läuft immer einwandfrei

Gemeindepädagoge Karsten Drescher griff zur Stichsäge, um damit zu zeigen: „Wir machen uns den Glauben passend, statt von Anfang an auf Gott zu vertrauen, wie er es uns zusagt.“ Ein Heimwerker am Altar – dieses Bild bleibt jenen, die es gesehen haben, sicher lange im Gedächtnis. Nur die Liveübertragung funktionierte am Sonntag leider nicht. Technik hat eben auch manchmal ihre Tücken.

Im Anschluss an den Gottesdienst verweilten noch einige Besucher auf dem Kirchplatz, um unter der Leitung von Dorothea Turck-Brudereck Adventslieder zu singen. Kinder sind eingeladen, sich im Gemeindebüro transparente Weihnachtsbaumkugeln abzuholen, sie zuhause zu gestalten und an den Baum vor der Kirche zu hängen.

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