Interview

Mathea Dieker ist neue Pfarrerin in Halver

Halver Pfarrerin Dieker
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Neues Gesicht: Mathea Dieker ist neue Pfarrerin im Probedienst in der Nicolai-Kirche in Halver.

Halver – Im Livestream-Gottesdienst aus der Nicolai-Kirche stellte Pfarrer Martin Pogorzelski Mathea Dieker als neue Pfarrerin im Probedienst vor. Ursula Dettlaff-Rietz sprach mit ihr über diese Aufgabe in der Evangelischen Kirchengemeinde.

Mathea Dieker, mit Blick auf die hohe Zahl der Kirchenaustritte: Ist Ihr Beruf noch zeitgemäß?

Um meinen Job mache ich mir keine Sorgen. Gott hat diese Kirche ins Leben gerufen und er wird sich darum kümmern, dass sie weiter Bestand hat. Ob es die Institution Kirche ist, wird man sehen.

Wie sind Sie zum Glauben gekommen?

Ich stamme aus einer gläubigen Familie. Der Glaube war und ist Teil unseres Alltags. Mir war schon früh klar, dass ich Pfarrerin werden möchte. Ich komme aus der Jugendarbeit. Mir war immer wichtig, Menschen für Gott zu gewinnen. Dann kam das wissenschaftliche Studium. Das war ein bisschen trocken.

Wo haben Sie studiert?

Ich habe Theologie auf Pfarramt studiert, seit Herbst 2011 an der kirchlichen Hochschule Wuppertal und bis Frühjahr 2018 an der theologischen Fakultät der Uni Greifswald. Dazwischen war ich ein halbes Jahr in Amerika und arbeitete dort für die United Church of Christ.

Als Teil des Studiums?

Nein. An der Uni wird wissenschaftlich gearbeitet. Ich habe das Studium angefangen, um praktisch zu arbeiten. Nach der Zeit in Amerika wusste ich: Ich mache das, um Pfarrerin zu werden.

„Der Glaube ist die Grundlage meines Lebens“

Hatten Sie nie Zweifel?

Gerade im Studium beschäftigte mich die Frage: Was ist, wenn das alles nicht stimmt? Für mich ist der Glaube die Grundlage meines Lebens. Und Gott selbst, er ist wie sein Wort.

Wie ging es nach dem Studium weiter?

Vom Herbst 2018 bis zum März 2021 absolvierte ich mein Vikariat in der Gemeinde in Lippstadt. Mit Beginn der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr wurde mir besonders deutlich, dass die Botschaft, die wir haben, aktuell ist. Uns wird gerade jetzt vor Augen geführt, wie zerbrechlich alles ist und dass Gott die Menschen ganz persönlich sieht und leitet.

Haben Sie schon Menschen aus der Gemeinde in Halver kennen gelernt?

Im Moment ist es schwierig, Menschen zu treffen. Im Gottesdienst werde ich über das Internet wahrgenommen, sehe aber selbst die Menschen nicht. Also muss ich mir etwas anderes einfallen lasse. Ich frage die Leute, die ich treffe, wen ich ihrer Meinung nach als Nächstes treffen sollte.

Hatten Sie Gelegenheit, Halver und Umgebung schon etwas kennen zu lernen?

Ja, es gefällt mir hier. Die Größe ähnelt der von Rahden in Ostwestfalen, wo ich aufgewachsen bin.

Welche Hobbys haben Sie?

Joggen und Malen. Wobei Malen etwas hoch gegriffen ist. Ich muss erst wieder reinkommen. Ich habe ja gerade meine zweite Examensarbeit geschrieben. Da habe ich das etwas schleifen lassen.

Gibt es Maltechniken oder Motive, die Sie besonders mögen?

Das kommt auf die Stimmung an. Ich zeichne gerne Porträts. Ich finde es spannend, die Augen eines Menschen zu zeichnen. Außerdem male ich gern religiöse Bilder mit Acryl. Löwe und Lamm sind ein Motiv, das ich gerne male.

Worauf freuen Sie sich am meisten, wenn die Pandemie vorbei ist?

Ich vermisse und sehne mich nach Lobpreis. Gott anzusingen ist sicher für viele Menschen ganz wichtig. Ich kann ganz gut singen. In Lippstadt habe ich im Online-Gottesdienst gesungen. Aber es ist nicht dasselbe, allein oder mit der Gemeinde zu singen.

Mit welchen Altersgruppen werden Sie arbeiten, wenn Gruppentreffen wieder möglich sind?

Die Botschaft gilt allen. Der Schwerpunkt liegt bei den Jugendlichen. Ich habe gemerkt, dass ich einfach einen guten Zugang zu ihnen habe. Ich bin aber auch gespannt darauf, wie sich die Arbeit mit anderen Altersgruppen entwickelt.

Wann halten Sie Ihren ersten Gottesdienst?

An Himmelfahrt.

Mathea Dieker, vielen Dank für das Gespräch!

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