Internet für Haushalte im 3. Call

Glasfaserausbau nimmt Fahrt auf: Anschlüsse bis Juni 2023

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Glasfasertechnik ohne Eigenbeteiligung: Davon sollen in Halver die Menschen an 279 Adressen profitieren.

Der Breitbandausbau im Märkischen Kreis macht deutliche Fortschritte. Auch in Halver wird mit Hochdruck am Internet für die Haushalte gearbeitet.

Halver/Märkischer Kreis – „Wir arbeiten mit Hochdruck daran und nehmen immer mehr Tempo auf. Das ist gut so, weil den Bürgerinnen und Bürgern das Thema unter den Nägeln brennt. Zahlreiche Anfragen dazu, die mich persönlich erreichen, belegen den Bedarf“, sagt Landrat Marco Voge.

Für die Haushalte in Halver betrifft das zurzeit insbesondere diejenigen im sogenannten 3. Call. Die Anschlüsse sind gefördert und werden mit Glasfastertechnik ohne Eigenbeteiligung bis ins Haus gelegt. Bis Juni 2023 soll diese Ausbaustufe für 860 Adressen abgeschlossen sein. „In 2020 haben die Tiefbauunternehmen knapp 140 Kilometer Tiefbau geschafft. Insgesamt umfasst die Maßnahme 1000 Kilometer Tiefbau für rund 44 650 Haushalte beziehungsweise 24 000 Adressen“, berichtet Sergej Rudsinski, Breitbandkoordinator für den Märkischen Kreis.

In Altena oder Nachrodt-Wiblingwerde sind die Tiefbauarbeiten bereits abgeschlossen. Lediglich Hausanschlüsse werden noch montiert, so dass in diesen beiden Kommunen im ersten Quartal 2021 die Buchbarkeit der neuen Tarife ermöglicht werden soll.

Sehr hoch seien die Rückmeldequoten in jenen Kommunen, in denen die Eigentümer bezüglich eines vollständig geförderten Glasfaseranschlusses kontaktiert worden sind. Sie liegen zum Teil bei mehr als 90 Prozent, wie zum Beispiel in Altena (90,7), Kierspe (94,4), Schalksmühle (92,2), Lüdenscheid (91,5) oder Meinerzhagen (94,3). Auch aus Halver (88,2) und Nachrodt-Wiblingwerde (89,7) gibt es viele Rückmeldungen.

Mehrere Tiefbaufirmen sind im Kreis am Werk

Mehrere Tiefbauunternehmen arbeiten momentan in Schalksmühle, Halver, Kierspe und Meinerzhagen sowie in Iserlohn und Menden. Eine Garantie, dass auch in Halver noch in diesem Jahr die schnellen Leitungen gebucht werden könnten, vermag Rudsinski nicht abzugeben. Die Buchung der Tarife werde möglich, sobald der entsprechende Netzteil fertiggestellt sei. Bis Ende 2022 müsse dann nicht gewartet werden.

Der Märkische Kreis profitiert von diversen Förderprojekten des Bundes sowie des Landes Nordrhein-Westfalen. Ein Beispiel ist das „Regionale Wirtschaftsförderprogramm“, das insbesondere Gewerbetreibende, aber auch umliegende Privathaushalte berücksichtigt. Halver ist von diesem Programm nicht berührt, aber die Gemeinde Schalksmühle. Kreisweit erfolge der Ausbau in 42 Gewerbegebieten, berichtet Rudsinski. „Mehr als 940 Unternehmern und Nachfragern ist der Zugang zu einem gigabitfähigen Glasfaseranschluss eingerichtet worden. Tiefbautechnisch sind die ausführenden Baufirmen zu 99 Prozent fertig. Das bedeutet, dass die Hauptkabeltrassen vor den Grundstücken in den vergangenen beiden Jahren gelegt wurden.“ Im nächsten Schritt sollen die Hausanschlüsse folgen.

Eigentümer können sich noch entscheiden

Eigentümer, die sich noch nicht für den Ausbau entschieden haben, können das nachholen. Wichtig dabei: Für die Anbindung an den Hausanschluss auf dem Grundstück erhebt der Netzbetreiber eine pauschale Installationsgebühr in Höhe von knapp 800 Euro. Anträge finden sich im Internet unter https://www.maerkischer-kreis.de/breitband_gewerbe.php

Auch Einzellagen sowie Randbereiche außerhalb größerer Ortschaften im Märkischen Kreis kommen in den kommenden Jahren beim Breitbandausbau zum Zuge. Für die „weißen Flecken“ im sogenannten 6. Call der Bundesförderung Breitband ist ein Förderantrag beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gestellt und im November 2019 ein Förderbescheid in Höhe von 30 Millionen Euro bewilligt worden. Mit weiteren 27 Millionen Euro vom Land NRW und einem kommunalen Eigenanteil werden die Tiefbauarbeiten auf eine Länge von 1000 Kilometer geschätzt.

Gigabitversorgung steigt signifikant

„Wir sind ehrgeizig und möchten die europaweite Ausschreibung so schnell wie möglich abschließen, damit das Projekt noch 2021 starten kann“, sagt Gigabitkoordinator Sergej Rudsinski. Sein Fazit: Der Anteil der Gigabitversorgung im Märkischen Kreis steigt signifikant. Ist der Ausbau der drei Förderprojekte – „Regionales Wirtschaftsförderprogramm“ (Abschluss Juni 2021), 3. Call (Abschluss Juni 2023) und 6. Call (planmäßig im Jahr 2025) abgeschlossen, dann hat der Kreis seine ambitionierte Zielvorgabe erreicht.

„Etappenweise und ergänzend zum freien, zuständigen Telekommunikationsmarkt wird dann ein Großteil aller Haushalte mehr als 100 Mbit/s im Download haben, jede Adresse im Märkischen Kreis jedoch mindestens 30 Mbit/s“, berichtet Sergej Rudsinski. „Viele Haushalte können heute schon, ohne das Fördermittel investiert werden müssen, auf gigabitfähige Anschlüsse (das heißt 1000 Mbit/s) über das Kabelnetz oder sehr schnelle Internet-Verbindungen durch das Super-Vectoring (bis zu 250 Mbit/s) zugreifen. Regelmäßige Verfügbarkeitsabfragen bei den Netzbetreibern und entsprechende Anpassungen der Verträge lohnen sich.“

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