SSV unterstützt Flüchtlinge und Asylbewerber

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Als erste Teilnehmer des neuen Projekts des SSV begrüßten Claudia Wrede (re.) und Jürgen Hennern (3.v.li.) eine ganze Reihe Flüchtlinge und Asylbewerber beim Training des FC Phoenix Halver.

Halver -  Es mag ein arg strapazierter Spruch sein, dass Sport die Menschen verbindet – aber genau dieses Motto will der Halveraner Stadtsportverband (SSV) jetzt zur Integration von Asylbewerbern und Flüchtlingen nutzen. Mit einem neuen Projekt will der SSV helfen, dass die Menschen in den heimischen Sportvereinen Anschluss finden.

Dafür hat sich der Stadtsportverband entschlossen, interessierte Flüchtlinge und Asylbewerber aus Halver finanziell bei der Mitgliedschaft in einem Halveraner Verein zu unterstützen. „Jeder, der dieses Angebot wahrnimmt, wird mit einer Kostenbeteiligung von bis zu 50 Prozent des jeweiligen Mitgliedsbeitrag des Vereins unterstützt. Welchem Sportverein aus Halver sich die Leute dabei anschließen, spielt keine Rolle“, erklärt Dirk Schmale, Vorsitzender des SSV das Projekt, das bereits vor einigen Wochen startete.

Erste Erfolge konnte der SSV dabei bereits verzeichnen. Seit einigen Wochen nehmen acht bis 14 Kinder und Erwachsene etwa aus Syrien, Aserbaidschan oder Eritrea regelmäßig am Fußballtraining des FC Phoenix Halver teil und sind bereits Mitglieder im Verein. „Das Interesse war sofort sehr groß. Für viele ist es auch die einzige richtige Möglichkeit, sich zu bewegen und mal aus der Wohnung zu kommen. Ohne Arbeitserlaubnis gibt es nicht viele Möglichkeiten, sich den ganzen Tag sinnvoll zu beschäftigen“, so die Breitensportbeauftrage des SSV Claudia Wrede.

Auch die Fußballer zeigten sich über den erfolgreichen Start des Projekts zufrieden. „Fußball ist ohnehin eine Sportart, in der sich viele Nationen wiederfinden. So auch bei uns. Deshalb ist die Integration überhaupt kein Problem. Alle wurden sehr gut aufgenommen. Die Jungs haben sich schnell eingelebt und fühlen sich wohl“, so FC Phoenix-Geschäftsführer Jürgen Hennern. Damit die neuen Vereinskameraden, die den nicht gesponserten Teil des Mitgliedsbeitrags selbst zahlen, auch richtig ausgestattet sind beim Training sammelte der Verein intern nach Sachspenden wie Fußballschuhen, Trainingshosen und T-Shirts. Richtig ausgestattet war die Teilnahme am Training ebenso wenig ein Problem wie die Verständigung auf und neben dem Platz.

Auch andere Sportarten sind geeignet

Ob einer der neuen Vereinsmitglieder auch im Spielbetrieb für die Fußballer von der Karlshöhe auflaufen kann, hängt von einer ganzen Reihe von Faktoren ab. Allen voran eine Freigabe der bisherigen Verbände in den jeweiligen Heimatländern stellt dabei das größte Problem war. „Die oberste Priorität liegt für niemanden darin, dass jeder unbedingt in einer Meisterschaft spielen muss. Wichtig ist vielmehr, dass die Menschen die Halveraner kennenlernen, sich integrieren und so vielleicht auch schneller und einfacher Deutsch lernen“, hoffen sowohl Dirk Schmale und Claudia Wrede vom SSV als auch Jürgen Hennern beim FC Phoenix einen einen größeren sozialen als sportlichen Effekt.

Ohne Berührungsprobleme wurden die neuen Vereinskameraden auf Anhieb gut aufgenommen.

Aus diesem Grund beschränkt sich das Angebot des SSV auch nicht nur auf Vereine und Sportarten, die an Wettkämpfen teilnehmen. „Grundsätzlich ist jedes Angebot bei allen Vereinen, die unserem Stadtsportverband angehören, für diese Idee geeignet. Wichtig ist nur, dass jeder auch dann Mitglied in dem jeweiligen Verein wird“, erklärt Schmale. Sollte das Projekt auch in den anderen Halveraner Vereinen gut angenommen werden, unter anderem gab es auch schon erste Interessenten im Schachverein, soll die Unterstützung mit Hilfe von Sponsoren auf ein dauerhaftes Programm ausgeweitet werden.

Die Idee, diese Unterstützung überhaupt zu starten, kam dem Vorstand des SSV eher zufällig. „Unterstützung für die Teilnahme an Vereinsangeboten gibt es in den verschiedenen Programmen immer nur für sozial Schwache. Asylbewerber und Flüchtlinge sind davon eigentlich immer ausgeschlossen. Aber gerade diese Gruppe bedarf eigentlich besonderer Unterstützung, um sich zu integrieren und Anschluss zu finden. Genau da wollen wir mit dem Projekt ansetzen“, so Schmale. Weitere Informationen über das Förderprojekt gibt es beim SSV und bei der Breitensportbeauftragten Claudia Wrede.

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