Insolvenzplanverfahren erfolgreich abgeschlossen

Die Firma Jung, Boucke hat das Insolvenzplanverfahren erfolgreich abgeschlossen.

HALVER ▪ Das Insolvenzverfahren über die Firma Jung, Boucke ist am 8. November offiziell abgeschlossen worden – mit Erfolg.

Eine nachhaltige „zahlenseitige und auch operative Verbesserung“ sei erreicht und die Eigenkapitalquote erhöht worden. Und das in einer „außergewöhnlich kurzen Zeit“ von sechs Monaten, wie der für die Sanierung zuständige Geschäftsführer Dr. Jochen Vogel betonte.

Was bedeutet, dass sich das Unternehmen aufgestellt, sich vom Bereich Feinstanzerei getrennt hat und sich künftig auf das Kerngeschäft, die Massivumformung, konzentrieren wird. Der Schmiedebereich, der ein besonderes Alleinstellungsmerkmal für das Unternehmen darstelle, soll noch gestärkt und ausgebaut werden, erklärte gestern der geschäftsführende Gesellschafter Hans Ulrich Volz – mit dem Ziel, vom Schmiederohteil zum einbaufähigen Produkt zu kommen. Platz dafür sei durch den Wegfall der Feinstanzerei vorhanden. Möglicherweisekönnten Firmenhallen vermietet werden.

Einschneidende Maßnahmen geringer ausgefallen

Gleichwohl seien die einschneidenden Maßnahmen geringer ausgefallen: Von den ursprünglich 49 im Raum stehenden Entlassungen seien letztlich sieben Kündigungen übrig geblieben. Hinzu kommen zwölf Mitarbeiter, die von einer Transfergesellschaft aufgenommen wurden. „Es ist alles gut durchgelaufen“, zeigte sich auch der Bereichsvorsitzende Klaus Zeisler erleichtert. Ihm war der Dank der Geschäftsführung ebenso sicher wie den Mitarbeitern, dem Arbeitgeberverband und der IG Metall, die „in den letzten Monaten Hervorragendes geleistet“ hätten.

Volz und Vogel sind aber nicht nur mit dem erfolgreichen Planverfahren – bei dem auch die Mitarbeiter des Unternehmens mitgezogen hätten – zufrieden, sondern auch damit, dass kein Kunde verloren wurde beziehungsweise abgesprungen ist.

Dank einer guten Kommunikation habe es einen engen Schulterschluss mit Kunden und Lieferanten gegeben. Ähnliches gelte für die finanzierenden Banken, mit denen bereits neue Verträge abgeschlossen worden seien. Zudem habe das Unternehmen einen großen Kunden aus dem Bereich des Lebensmittelanlagenbaus dazu gewonnen. Auch von den Banken sei niemand abgesprungen, die Gläubiger hätten schon Ende September dem Sanierungskonzept zugestimmt, so dass dieses da schon Rechtskraft gehabt habe.

Hans Ulrich Volz und Dr. Jochen Vogel – dessen Zeit in Halver jetzt endet – sehen die Folgen der Krise im Jahr 2009 als überwunden an, auch wenn die Entwicklung jetzt noch weiter gehen wird. So gibt es unter anderem seit dem 1. September mit Ansgar Kircher einen neuen kaufmännischen Geschäftsführer. „Wir hätten das auch in zwei oder drei Jahren im laufenden Geschäft machen können“, meinte „Sanierer“ Vogel.

Insolvenzplanverfahren als Zukunftssicherung

Doch sieht er das nun abgeschlossene Insolvenzplanverfahren als Zukunftssicherung für das Unternehmen Jung, Boucke, das es bereits seit 1892 in Halver gibt. Im vergangenen Jahr machte die Firma mit ihren aktuell 240 Mitarbeitern und mit Standorten am Herpiner Weg und am Langenscheid einen Umsatz von etwa 30 Millionen Euro. Und mit dem weiteren Ausbau der Verarbeitung von Schmiederohteilen möchte das Unternehmen Jung, Boucke – in dem es heute eine Mitarbeiterversammlung gibt – den Umsatz weiter steigern. ▪ Det Ruthmann

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