Insgesamt 31 Jahre Haft für Schmuggler

HALVER/HAGEN ▪ Es ist vorbei! Im Mammutprozess um eine Zigarettenschmugglerbande, die sich seit dem 27. Oktober 2009 wegen gewerbsmäßiger Steuerhehlerei und Steuerhinterziehung vor der Wirtschaftskammer des Hagener Landgerichts verantworten musste, gab es gestern die letzten Urteile. Hinter den Beteiligten liegt ein Prozess unglaublicher Zahlen. Sechs Angeklagte, elf Verteidiger, 25 Verhandlungstage über fast sieben Monate verteilt. Kammer und Staatsanwaltschaft mussten sich knapp 20 Anträgen der Verteidiger stellen.

Der gesamte Steuerschaden beläuft sich auf über 6,2 Millionen Euro, insgesamt verurteilte das Gericht die Bande zu 31 Jahren Haft. Dabei lag die höchste Einzelstrafe bei sieben Jahren. Die Gruppe hatte zwischen Februar 2007 und April 2009 tausende Stangen unverzollter und unversteuerter Zigaretten, meist der Marke Jing Ling, zunächst aus Russland, später aus Griechenland nach Deutschland geschmuggelt und hier gewinnbringend weiter veräußert. Immer wieder war dabei ein großes Lager in Halver in den Mittelpunkt der Bandenaktivitäten gerutscht.

Innerhalb der Gruppe hatte jedes Mitglied seine Aufgabe. So gab es den Fahrer, der die Glimmstängel in einem Lastwagen über die Grenze brachte. Er „kassierte“ in einem abgetrennten Verfahren vier Jahre. Ein Abladehelfer und Fahrtenbegleiter kam mit zwei Jahren und neun Monaten davon. Beide Urteile sind bereits rechtskräftig. Ebenso wie die fünf Jahre des Halveraner Bandenmitglieds vom November vergangenen Jahres (wir berichteten).

Der 34-Jährige hatte als Erster ein Geständnis abgelegt und zugegeben, dass er insgesamt 37 000 geschmuggelter Stangen veräußert hat. Dabei hatte auch er sich aus dem Lager in Halver bedient.

Jetzt nun verurteilte das Gericht die beiden letzten Bandenmitglieder zu sieben Jahren sowie sechs Jahren und drei Monaten Haft. Sie hatten Transporte aus Griechenland organisiert und den Absatzmarkt in Deutschland gesichert.

Gegen das Urteil von sechs Jahren gegen den sechsten im Bunde legte der Verteidiger bereits Berufung ein. Mit ihm wird es also auf jeden Fall ein Wiedersehen geben. Auch die beiden jüngsten Urteile sind noch nicht rechtskräftig. ▪ Jana Peuckert

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