Innenstadtforum: Ideen warten auf Umsetzung

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Kai Hellmann (rechts, hier mit Peter Kaczor und Dr. Bernd Eicker) moderierte das Innenstadtforum.

HALVER -  Ein ganzes Füllhorn an Themen kam am Dienstagabend in der Lindenhofschule auf den Tisch: Beim ersten Innenstadtforum ging es – wie bereits am Mittwoch kurz berichtet – um die Zukunft von Halvers Mitte. Und dabei wurde auch deutlich, dass der Zustand des Alten Markts für viele Interessenten eine große Rolle spielt.

Nicht ohne Grund bildete denn auch ein Vortrag von Matthias Clever den Auftakt zur Versammlung: Der Sprecher des Vereins „Naturbühne Alter Markt“ erläuterte die Pläne der Akteure vor Ort und machte dabei auch deutlich, dass dem Verein in mancherlei Hinsicht die Hände gebunden seien. „Es sieht am Alten Markt derzeit sicher nicht so aus, wie wir uns das wünschen würden“, so Clever. Dazu trage auch bei, dass die Stadt sogar die Unkrautbeseitigung mittels Gasbrenner untersagt – eine Darstellung, der Bürgermeister Dr. Bernd Eicker am Dienstag nicht widersprach.

Nach den ersten Aktionen des Vereins im Jahr 2010 (Public Viewing, Adventsmarkt, Bühnenbau et cetera) habe man aber keine weiteren Projekte verfolgen können, „da diese förderschädlich gewesen wären“. Letztlich stehen nämlich, wie Wirtschaftsförderer Kai Hellmann erklärte, 70 000 Euro an Fördermittel im Rahmen der Regionale 2013 zur Verfügung. Allerdings noch nicht kurzfristig – noch seien die Mittel nämlich nicht freigegeben worden, so dass die Pläne des Naturbühne-Vereins zwar präsentiert, aber immer noch nicht umgesetzt werden können. Dazu zählt unter anderem eine neue Rückwand hinter der Bühne, die Aufstellung von Ruhebänken, die Verschönerung des Stromkastens, der im besten Fall versenkbar sein soll, oder auch die Pflanzung von Bäumen an der Grenze zum ehemaligen Ihr-Platz-Gebäude. Wobei auch diese Maßnahme Schwierigkeiten in sich birgt: Wie am Dienstag deutlich wurde, liegen der Stadt keinerlei Leitungspläne für den Alten Markt vor, so dass das Graben im Untergrund nicht ohne Weiteres möglich ist. Alternativ brachte Matthias Clever die Aufstellung so genannter Pflanz-Boxen für die Bäume ins Spiel, die auch illuminiert sein könnten. Kostenpunkt insgesamt laut Clever: maximal 50 000 Euro („für das große Paket“) beziehungsweise 15 000 Euro für die günstigste Variante. Damit befände sich der Verein also innerhalb der Gesamtfördersumme, die jedoch auch Kosten für eine neue Verkehrsführung in der Innenstadt aufweist – und an diesem Punkt entzündete sich in der Folge eine Diskussion, die die Verwaltung um Bürgermeister und Wirtschaftsförderer so nicht erwartet hatte. Denkbar sei vieles, so Kai Hellmann, etwa eine Einbahnstraßenregelung für die Frankfurter Straße. Allerdings sei dies nur eine Idee und keineswegs kurzfristig realisierbar. Dabei räumten Hellmann und Regionale-Beauftragter Thomas Gehring jedoch ein, dass die Regionale-Mittel nur bis Ende 2016 zur Verfügung stünden.

Ein „Nebenprodukt“ der Diskussion um den Alten Markt war eine Debatte um das gastronomische Angebot in der Stadt. Neben dem Wunsch, in direkter Nachbarschaft zum Platz ein entsprechendes Lokal einzurichten, wurde auch Kritik an den bestehenden Gaststätten laut. Um neue Lokale oder auch Einzelhändler anzulocken sei allerdings auch das Einlenken von Immobilienbesitzern notwendig, so Kai Hellmann. „Wenn einige 8 bis 10 Euro Kaltmiete verlangen, ist das einfach nicht mehr darstellbar“, kritisierte er die Forderungen mancher Eigentümer. „Hier sollte klar sein, dass auch die Immobilienbesitzer Verantwortung für die Innenstadt haben.“

Von Frank Zacharias

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