Initiative Windvernunft will Diskussion neu beleben

+

Halver - In der Diskussion um mögliche Windkraftanlagen in Halver herrscht Stillstand.

Doch im Hinblick auf potenzielle Standorte bemühten sich bereits Investoren um interessante Flächen. 

Das ist die Einschätzung der Initiative Windvernunft, die sich am Dienstagabend zum Austausch und zur Beratung des weiteren Vorgehens traf. Die politische Sprachlosigkeit sei zurückzuführen auf die bevorstehende Landtagswahl, so der Tenor. Doch diese Untätigkeit bedeute kein Ende der tatsächlichen Entwicklung. 

In der Erwartung, dass die Stadt Halver keine weiteren und geeigneten Vorrangflächen ausweisen werde, sondern aus Kostengründen auf die Privilegierung von einzelnen Bauvorhaben setzen könnte, beginne im Hintergrund der Run auf potenzielle Grundstücke. In Frage kämen nach Informationen der Bürgerinitiative:

- der Bereich Eickerhöhe mit bis zu drei Anlagen 

- Halverscheid mit zwei Anlagen 

- Buschhausen 

- Grünenbaum 

Noch kein Antrag für Schöneberge 

Angekündigt, aber noch nicht gestellt ist zudem ein Bauantrag für Schönenberge in der Nähe von Glörfeld. Noch nicht entschieden ist über den Antrag desselben Investors, SL Naturenergie, zur Errichtung einer großen Anlage im Bereich Engstfeld. Diese Ortslage ist zurzeit einzige Vorrangfläche Halvers, freigegeben 2015 ohne Höhenbegrenzung durch eine Mehrheit von SPD, Grünen und UWG. In der ursprünglichen Planung der Stadt waren insgesamt elf Flächen im Gespräch, neben Glörfeld (2), Halverscheid, Holte, Kreisch, Oberbrügge, Halver, Engstfeld, Anschlag, Schmidthausen und Kerspetal.

Dabei sind die Anwohner in Engstfeld derzeit zuversichtlich, dass ihnen ein Windrad in direkter Nachbarschaft erspart bleiben könnte. Zwar sah sich SL Naturenergie noch vor Kurzem „auf der Zielgerade“, doch der Märkische Kreis als entscheidende Behörde hat nach wie vor kein positives Votum abgegeben. Und konkret für Engstfeld hatten Naturschutzverbände ein in ökologischer Sicht vernichtendes Urteil zum Standort abgegeben und angekündigt, im Falle der Genehmigung den Klageweg zu beschreiten. 

Klageweg möglich

Das ist allerdings absehbar auch für den umgekehrten Fall: Sollte der Investor nicht zum Zuge kommen, dürfte auch er den Klageweg beschreiten. Doch die Unsicherheit über neue Standorte drohe durch die Untätigkeit für das gesamte Stadtgebiet, so die Einschätzung. Kippe Engstfeld als Vorrangzone, müsse die Stadt Ersatz schaffen – oder eben auf die Privilegierung von Einzelvorhaben setzen, nach der Investoren selbst nach geeigneten Standorten fahnden und die Genehmigung beim Kreis beantragen. 

Damit aber wäre die Stadt aus dem Spiel, was alle Parteien erklärtermaßen immer hatten verhindern wollen. Einzig die Fraktion der Grünen hatte kürzlich angedeutet, unter Umständen auf die Privilegierung setzen zu wollen. Die politische Beschlusslage bleibt derweil unverändert. Danach wird abgewartet, wie sich der Kreis als Genehmigungsbehörde zur Anlage in Engstfeld stellt. Aus dessen Begründung der Entscheidung erwartet man Anhaltspunkte, wie ökologische Argumente gewichtet werden.

info@windvernunft-halver.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare