Rückschlag für Frankfurter Straße: Sportart gibt auf

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Die Kundenfrequenz fehlt. Der Frankfurter Straße droht ein weiterer Leerstand, wenn Ralf Huckestein mit dem Sportgeschäft Sportart, spezialisiert auf Laufen, zum Jahresende die Türen schließt.

Halver - „Am Jahresende ist Schluss. Bis dahin muss alles raus.“ Ralf Huckestein, der seit sechs Jahren an der Frankfurter Straße das Sportfachgeschäft Sportart betreibt, gibt auf.

Es sei eine betriebswirtschaftliche Entscheidung. Gefallen sei sie ungefähr zum Halveraner Herbst´(24. September), sagt der 57-Jährige, der über seine persönliche Zukunft nur so viel sagen kann: Erneut selbstständig machen werde er sich sicher nicht. Offen ist, was mit dem großen Ladenlokal an Halvers einstiger Einkaufsstraße geschieht. Mit etwa 240 Quadratmetern einschließlich Lager und einem kleinen Büro gehört es zu den größeren Geschäften an der Frankfurter Straße. Und dort wird es allmählich finster. Das Schuhhaus Nicolay, der Fahrradhändler Stratmann und die Boutique Ines sind die einzigen Fachgeschäfte, die dort ganztags die Türen geöffnet haben. Kundenfrequenz bringt ansonsten noch die Bäckerei-Filiale Arnold. Ob die Volksbank auf Dauer ihren Standort halten werde, ist für Huckestein nicht absehbar. 

Rabatte zum Abverkauf: Am Ende des Jahres ist Sportart Geschichte, sollte sich kein Übernehmer finden. Damit spitzt sich die Lage an der Frankfurter Straße zu.

Dabei gibt er dem neuen Fachmarktzentrum auf dem früheren Bahngelände nicht die alleinige Schuld für das Ende des Sportgeschäfts, das seit rund 30 Jahren – zuvor als Sport Kubelt – an dieser Adresse bestanden hat. Als klassischer Einzelhändler muss er nicht nur mit der seiner Einschätzung nach rückläufigen Kundenfrequenz der Einkaufsstraße kämpfen, sondern auch mit dem Internet. Dort würden Artikel zum Teil unter dem Einkaufspreis des Einzelhandels angeboten. Der Online-Handel profitiere von einem Markt, den der Fachhandel teilweise erst aufgebaut habe. 

Gemeint sind damit Aktivitäten speziell in diesem Fall wie Kurse und Aktionen, um den Laufsport – Spezialität von Sportart – an die Öffentlichkeit zu bringen. Huckestein sowie seine Mitarbeiterin Conny Kewitsch hatten Einsteiger- wie Fortgeschrittenen-Laufkurse im Angebot. In der Region hatte Sportart in Läuferkreisen zudem einen Namen. Ein hoher Anteil der Kundschaft kam aus dem gesamten Märkischen Kreis nach Halver, um auf Erfahrung und Beratung des passionierten Läufers zuzugreifen. In Halver selbst allerdings sei die Resonanz überschaubar geblieben, sagt Huckestein im Rückblick. 

Chance für Übernehmer? 

„Dem Halveraner etwas zu bieten, das ist eine ganz schwierige Geschichte“, analysiert Huckestein die Vergangenheit auch mit Blick auf die Aktivitäten des Stadtmarketings, die nicht in der Form gegriffen hätten, wie es erhofft war. Und perspektivisch neben dem Fachmarktzentrum zu bestehen, hält er für ebenso schwierig: „Die Halveraner können ihr Geld nur einmal ausgeben“, sagt er. Und das hätten sie häufig nicht einmal in ihrer Stadt selbst getan. „Die Leute fahren nach Lüdenscheid, auch wenn sie die Sachen hier bekommen.“ 

Im Ergebnis ist am Jahresende Schluss. Bis dahin fährt Huckestein das Geschäft schon herunter. Geöffnet ist nachmittags von 14 bis 18 Uhr, am Samstag von 9.30 bis 13 Uhr. Danach nicht mehr, es sei denn, es findet sich bis dahin ein mutiger Einsteiger, der das eingesessene Geschäft, die Ladeneinrichtung und das professionelle Laufband übernehmen könnte.

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