Infoveranstaltung zu Flüchtlingen

+
Informativer Austausch: Bürgermeister Michael Brosch (links) und Florian Klein, Leiter der Notunterkunft an der Susannenhöhe.

Halver - Das Thema Flüchtlinge erfährt derzeit größte Aufmerksamkeit – auch in Halver. Zur Infoveranstaltung am Mittwoch kamen circa 100 Bürger in den Saal des Kulturbahnhofs.

Dort informierten unter anderem Vertreter der Stadt, des Märkischen Kreises und der Flüchtlingshilfe über ihre Arbeit und die aktuelle Situation in Halver. Wichtig für die Bürger: Nach den Vorträgen konnten sie den Experten Fragen stellen.

„Wie lange dauert es, bis über einen Asylantrag entschieden wird?“; „Was passiert mit den Menschen, die an der Susannenhöhe ankommen?“; „Stimmt es, dass mehr als 300 000 Asylanträge noch nicht bearbeitet wurden?“

Gefragt war vor allem Florian Klein von den Maltesern, der als Leiter der Notunterkunft an der Susannenhöhe Einblicke in seine tägliche Arbeit gewährte: „Wir haben Platz für bis zu 150 Personen. Diese sind bestenfalls 21 bis 23 Tage bei uns, schlimmstenfalls nur vier bis fünf. Wir sind der Anfang der Kette. Das heißt, bei uns kommen die Menschen zum ersten Mal fest irgendwo an. Deswegen versuchen wir, ihnen einen festen Tagesablauf zu geben.“

Bleiben die Flüchtlinge drei Wochen, dann bleibt Zeit für die Registrierung und die medizinische Versorgung. Was ihm besonders aufgefallen ist: „Die Leute sind hartnäckig darin, unbedingt Deutsch lernen zu wollen.“

Flüchtlingsstatistik im Überblick

Achim Schirmer, Leiter des Fachdienstes Aufenthaltsrecht und Integration des Märkischen Kreises, stellte die aktuelle Flüchtlingsstatistik für Halver und den Kreis (ohne Iserlohn) vor: Laut seiner Statistik vom 18. November leben in Halver 151 zugewiesene Flüchtlinge. Im Märkischen Kreis – Stand 24. November – sind es 3953 Personen.

Schirmers Prognosen zufolge werden die Zahlen weiter steigen. „Ich rechne mit weiteren Flüchtlings-Zuweisungen ab Anfang Dezember. Wie viele Menschen das sein werden und wann sie in Halver ankommen, weiß ich allerdings noch nicht“, sagte Halvers Bürgermeister Michael Brosch (SPD).

Momentan kümmere er sich um die Bereitstellung weiteren Wohnraums. Ein Gebäude am Bahnweg – dort sind bereits Flüchtlinge untergebracht – sei angemietet worden und werde derzeit saniert. Die Zeit dränge, die Herausforderung der Unterbringung sei „sportlich“.

Vor dem Zuweisungs-Stopp waren es laut Brosch circa 14 Personen – „plus minus zwei“ – die pro Woche in Halver ankamen. „Die Zuweisung erfolgt nach einem festen Verteilungsschlüssel. Grob gesagt: Von etwa 10 000 Personen, die nach Deutschland kommen, werden 2200 in Nordrhein-Westfalen aufgenommen. Von denen kommen etwa 2 nach Halver“, sagte Thomas Gehring, Fachbereichsleiter der Stadt Halver.

Helfer erfreut über „große Resonanz“

Im Anschluss an die Infos standen Vertreter der Flüchtlingshilfe Halver für Fragen zur Verfügung und warben gleichzeitig in eigener Sache – mit Erfolg: „Wir haben von etwa 20 Personen, die uns unterstützen wollen, Namen und Telefonnummer erhalten. Das ist hervorragend, und das zeichnet Halver auch aus“, sagte Schatzmeister Norbert Schrage am Donnerstag.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare