Harmonie bis Minute 50

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Zahlreiche Vereinsvertreter informierten sich im Kulturbahnhof über verschiedene Bodentypen.

HALVER - Beinahe hätte die Info-Veranstaltung zum Hallenboden an der Mühlenstraße am Montag als harmonisch bezeichnet werden können - zumindest, wenn sie nach 50 Minuten geendet hätte.

Ob Bodentyp oder Bauzeit: Die Vertreter von Stadt und Sportvereinen waren sich einig, noch vor den Sommerferien einen flächenelastischen Boden im so genannten Sandwich-Verfahren einzubauen. So weit, so gut. Doch dann brachte der Kämmerer das leidige Thema „Finanzierung“ auf den Tisch. Mit wenigen Worten gelang es Markus Tempelmann, die allgemeine Euphorie im Kulturbahnhof zu dämpfen: Er erinnerte daran, dass immer noch keine Mittel für diese Investition zur Verfügung stünden und auch die bald in den Ausschüssen diskutierte Hallennutzungsgebühr nichts mit dem Austausch des Bodens zu tun habe. Zumal die ab März geplanten Gebühren weitaus geringer ausfielen, als im Dezember Vertretern des Stadtsportverbandes (SSV) angekündigt. Kurzum: „Wir haben noch keine finanzielle Lösung.“ Doch sei diese zwingend notwendig, da die Investition infolge der Halveraner Situation von der Bezirksregierung abgesegnet werden müsse.

Ein Argument, dass SSV-Vorsitzender Dirk Schmale nicht gelten lassen will. Er sieht die Erneuerung des Hallenbodens nicht als investive Maßnahme, sondern als zwingend notwendige Reparatur, um den Betrieb an der Mühlenstraße aufrecht erhalten zu können - nicht nur für die Vereine, sondern insbesondere für die Schulen. Und: „Wenn wir über eine Nutzungsgebühr reden, reden wir über Leistung und Gegenleistung“, so Dirk Schmale. Die wieder aufflammende Debatte um das Für und Wider beendete Dr. Sabine Wallmann, die als AFG-Elternpflegschaftsvorsitzende und UWG-Ratsfrau eine Diskussion im politischen Raum erwartet.

Dem aufkeimenden Streit um die Finanzierung des Projekts war jedoch eine informative und von allen Seiten gelobte Präsentation Michael Schmidts vorausgegangen. Der Mitarbeiter des Bau-Fachbereichs hatte auf 25 Seiten unterschiedliche Bodentypen, deren Aufbau und Eigenschaften dargestellt. Dabei wurden die Vorteile eines flächenelastischen Sandwich-Systems spätestens beim Blick auf die Eignung für einzelne Sportarten und Anwendungsgebiete deutlich: Das verbaute Material ist nach Recherchen von Schmidt von Hand- und Basketballern sowie von Badmintonspielern sehr gut nutzbar, für Fuß- und Volleyball immer noch gut geeignet. Dieser Bodenfavorit des Plenums besteht aus einer Elastikschicht aus Schaumstoff, einer darauf liegenden Lastverteilungsplatte aus Multiplex, Sperrholz oder einer Spanplatte sowie eine Schicht Linoleum oder Polyurethan (PUR) als Oberbelag. So genannten punkt-, kombiniert- und mischelastischen Böden ist der flächenelastische Untergrund demnach überlegen. Der Preis würde ebenfalls für diese Variante sprechen: Schmidt rechnet mit Kosten zwischen 140 000 und 150 000 Euro. Nicht weniger wichtig: Sämtliche am Montag vorgestellte Böden erfüllen die vorgegebene DI-Norm.

Geht es nach Mark Wallmann, Geschäftsführer der SH-Handball-Spielbetriebs-GmbH, würde der neue Boden bereits in den Osterferien eingebaut - ein für Kämmerer Tempelmann und Bau-Fachbereichsleiter Engel nicht zu realisierender Plan. Insgesamt sechs Wochen seien für die Maßnahme notwendig. „Das müssen aber auch nicht die Sommerferien sein“, betonte Michael Schmidt, der einen Einbau noch vor dem Sommer favorisierte. Wenn denn die Finanzierung steht. - Frank Zacharias

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