Halver soll eine „Schulstadt“ bleiben

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Etwa 80 interessierte Lehrer, Eltern und Politiker kamen gestern Nachmittag in die Realschule, um sich über die Sekundarschule informieren zu lassen.

HALVER - Welchen Weg soll die Sekundarschule Halver einschlagen? Details dazu erörterten gestern Lehrer, Eltern und Politiker im Rahmen eines Workshops in der Realschule.

Und dabei ging es nicht nur um die Erarbeitung unterschiedlicher Schwerpunkte in Kleingruppen (wir berichten noch), sondern auch um die Vorstellung grundsätzlicher Ideen, die die Fach-Arbeitsgruppe in den zurückliegenden drei Sitzungen formuliert hat. Diesem Gremium gehören die Schulleiter und weitere beratende Mitglieder aus den Kollegien an - sowie mit Dr. Michael Fink, ehemaliger Leiter und Gründer der Gesamtschule Hagen-Haspe, und Hartmut Wächter auch zwei „externe“ Fachleute.

Vier Eigenschaften sollen die Sekundarschule Halver demnach ausmachen: Erstens soll sie ein Ort der Herausforderung und Förderung sowie zweitens des selbstverantworteten individuellen Lernens und drittens der Erziehung und Werteorientierung sein. Viertens stellte Michael Fink die Schule als „ermutigenden Lebensraum“ dar, der sich zu seiner Umgebung öffnet. „Wir wollen eine Schule für Kinder mit unterschiedlichen Lebensverläufen und Begabungen“, so Fink, der außerdem betonte, dass auch die vom Gesetzgeber geforderte Inklusion - also das gemeinsame Lernen mit sonderpädagogisch zu fördernden Schülern - an der Einrichtung umgesetzt werden soll.

In seiner Vorstellung des Lernkonzepts erläuterte der ehemalige Realschulleiter Hartmut Wächter die verschiedenen Schulabschlüsse, die sich von den jetzt gegebenen Möglichkeiten an Haupt- und Realschule nicht unterscheiden sollen. Und dazu gehört auch der mögliche Übergang auf die gymnasiale Oberstufe. Paul Meurer, Schulleiter des Anne-Frank-Gymnasiums (AFG), nutzte gestern denn auch die Gelegenheit, auf die Offenheit seiner Schulform für Schüler der Sekundarschule hinzuweisen und erneut die bereits in der vergangenen Woche in unserer Zeitung geäußerte Kooperationsbereitschaft zu signalisieren. „Dieser Prozess ist auch ganz wichtig für uns als Gymnasium“, so der AFG-Schulleiter, der die Vorzüge eines Angebots sämtlicher Schulformen vor Ort weiß. „Alle Schüler, die hier in Halver wohnen, müssen nicht mehr aus der Stadt heraus, um eine Schulform zu besuchen, die hier nicht abgebildet ist. Es gibt eine Lösung für alle Schüler in Halver.“

Was damit gemeint ist, verdeutlichte Hartmut Wächter in seinen Ausführungen: Die Lehrpläne der Sekundarschule bilden sowohl die aktuelle Realschule als auch die Gesamtschule mit gymnasialen Standards ab. Die Lehrer aller Schulformen sollen dafür zusammenarbeiten.

Wie das Lernen im Detail aussehen soll, beleuchtete Wächter ebenfalls. So soll es in den Klassen fünf bis zehn gelingen, die Schüler bei einem „selbstgesteuerten und kooperativen Lernen“ anzuleiten, ihre Talente herauszufinden und in so genannten Profilen zu fördern. Und das soll zunächst in dem gewohnten Klassenverband erfolgen, ehe es in Klasse sieben eine Fachleistungsdifferenzierung in Mathe und Englisch gibt, weitere für Deutsch, Chemie und Physik folgen in den Jahrgangsstufen acht und neun.

Überzeugt von dem erarbeiteten und gestern noch zu ergänzenden Konzept zeigte sich Bürgermeister Dr. Bernd Eicker. Für ihn ist die Sekundarschule fester Bestandteil in dem Vorhaben, Halver weiterhin als „Schulstadt“ bezeichnen zu können. „Wir brauchen eine zukunftssichere Schule und müssen jetzt die Basis dafür schaffen.“

Zuversichtlich und optimistisch zeigte sich Dr. Michael Fink vor den etwa 80 Anwesenden, von denen jedoch längst nicht alle an den anschließenden Workshops teilnahmen: „Vielleicht sagen Sie dann in fünf oder zehn Jahren: Gut, dass wir diese Schule gegründet haben“, wollte er Aufbruchstimmung signalisieren. - Frank Zacharias

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