Friedhofskapelle getauft

Immer neue Schäden an der Nicolai-Kirche

HALVER - Die Friedhofskapelle hat einen neuen Namen: Die Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde stimmten für die „Johanneskapelle“. Und die Entscheidung war denkbar knapp: Mit 66 zu 61 Stimmen sprachen sie sich für diesen und gegen den Namen Auferstehungskapelle aus. Derweil bleibt die Sorge um die Nicolai-Kirche groß, denn auch der Innenraum weist immer neue  Schäden auf.

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Schäden am Dachbalken der Nicolai-Kirche

Dorothea Turck-Brudereck und Pfarrer Martin Pogorzelski erläuterten am Sonntagmorgen im Rahmen der Gemeindeversammlung die Namensvorschläge des Presbyteriums: Johannes, so Martin Pogorzelski, sei der Evangelist, bei dem die Auferstehung eine wichtige Rolle spiele. Angedacht sei, so Pogorzelski, zu Ostern den Namenstag in der erst im vergangenen Jahr renovierten Kapelle in Anwesenheit von Pfarrer Sigurd Schöpke zu feiern. Schöpke gehörte zu den Geistlichen, die die Kapelle vor 50 Jahren mit einweihten.

Dach der Nicolai-Kirche ist inzwischen verrutscht

Ernste Mienen: Der Zustand der Nicolai-Kirche bereitet der Gemeinde Sorgen.

Eine dringende Frage beschäftige die Menschen in Halver, erinnerte Gemeindepädagoge Karsten Drescher: „Wie geht’s denn der Patientin?“, werde er häufig gefragt. Gemeint war selbstverständlich der Zustand der Nicolai-Kirche. Erschreckende Bilder über ihren Zustand präsentierte daraufhin Jörg Grigull. Gut erkennbar war anhand der Bilder, dass das Gebäudedach zwischen fünf und zehn Zentimeter Richtung Frankfurter Straße „verrutscht“ ist. Zudem sind Risse im Mörtel, das Mauerwerk ist verformt und Zuganker bewegen sich vom Mauerwerk weg. Schäden, die nach Aussage der beauftragten Architektin Katrin Brückmann in einem Zeitraum von 15 bis 20 Jahren langsam gewachsen sind. Käferschädlinge befielen Holzbalken, andere Schädlinge hinterließen Exkremente, sodass nur mit Atemschutz gearbeitet werden darf. Die Schadensfeststellung läuft noch. Auch der Innenraum der Kirche weist immer neue Schäden auf. Bislang wurden ein Sicherungsbalken und eine Vielzahl von Rohrstützen gesetzt. Noch unklar ist, ob die Orgel mit einem Notdach geschützt werden muss.

Sanierungs- und Finanzierungskonzept bis Ende März

Bis Ende März soll ein Sanierungs- und Finanzierungskonzept fertiggestellt sein. Das Presbyterium lotet derweil die Möglichkeit aus, Zuschüsse von Stiftungen, wie etwa des Denkmalschutzes oder der NRW-Stiftung zu erhalten.

Das Spendenkonto:

Sparkasse Lüdenscheid

Kontonummer 39 15 81

BLZ 45 85 00 05

Karsten Drescher erläuterte am Sonntag zudem die Themen für die kommenden zwei Jahre. Dabei soll die Evangelisation im Mittelpunkt stehen. Unter dem Motto: „Mit Jesus für Halver“ möchte die Kirchengemeinde unter anderem Präsenz auf dem Weihnachtsmarkt, auf dem Halveraner Herbst und nicht zuletzt auf dem Gemeindefest zeigen. Letzteres ist als Einweihungsfest für die restaurierte Kirche vorgesehen. Als wichtigen Termin stellte Drescher den Impulstag am 24. Mai heraus. Unter der Überschrift „Neun Wege mit Gott“ geht es darum, herauszufinden, wie der Einzelne die Beziehung mit Gott gestalten kann. In der Herbstaktion, die verschiedene Vortragsabende und Gottesdienste umfasst, geht es darum, wie man den Glauben weitergeben kann.

Seit Sonntag heißt die  Friedhofskapelle nun Johanneskapelle.

Ebenfalls auf der Tagesordnung stand die Statistik: In der Gemeinde wurden 42 Taufen verzeichnet, neun Eintritte, 35 Austritte, sieben Trauungen, 65 Konfirmationen, 95 Beerdigungen. Der Verkauf des Hauses in der Marktstraße erbrachte einen Erlös von 80 000 Euro. Das Kirchenrecht sieht vor, dass das Grundstück auf Erbpacht vergeben werden muss. Die jährliche Pacht in Höhe von etwa 9600 Euro geht an die Kirchengemeinde. Da das Objekt einen erheblichen Wasserschaden aufwies, kommen zum Kauferlös noch einmal 19 600 Euro von der Versicherung. Besonders in der jetzigen Situation bitter für die Gemeinde: Vom Verkaufserlös gehen 75 Prozent an die Landeskirche.

Wer helfen möchte, kann dies per Spende bei der Sparkasse Lüdenscheid (BLZ 45 85 00 05, Kontonummer 39 15 81). Martin Pogorzelski dankte ausdrücklich jenen, die viel Engagement in die Schadensfeststellung der Kirche legten. „Es gibt ein gutes Miteinander in den Gremien“, unterstrich er. Dankbar sei man darüber hinaus, dass die vier Konfirmationen in der katholischen Kirche „Christus-König“ stattfinden können. -  dela

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