Im Vorfeld der Halver Kirmes überwiegt die Skepsis

Kirmes: Halver plant zweigleisig

Halver Kirmes
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Ein Fünkchen Hoffnung glimmt noch, was die Halver Kirmes angeht. Aber auch nicht mehr.

Es ist die mit Abstand beliebteste Großveranstaltung im Jahreskalender der Stadt Halver. Wenn an den vier Tagen nach Fronleichnam – in diesem Jahr der 4. bis 7. Juni – die Halveraner Straßenkirmes steigt, herrschte in der Vergangenheit in der Innenstadt regelmäßig Ausnahmezustand, waren Tausende Besucher bis spät in die Nacht unterwegs.

Halver - Im vergangenen Jahr musste die Kirmes pandemie-bedingt abgesagt werden. Und 2021? Die Stadt Halver ist vorbereitet, aber es überwiegt die Skepsis, dass in weniger als vier Monaten Veranstaltungen dieser Größenordnungen schon wieder möglich sind.

Nichtsdestotrotz: Im Halveraner Rathaus wird zweigleisig geplant. Es sind Informationsschreiben an die Schausteller verschickt worden. „Sollte es möglich sein, dass die Kirmes stattfindet, würden wir dies gerne in der Besetzung machen, wie es für 2020 geplant war“, sagt Halvers Bürgermeister Michael Brosch. Das wäre die Idealvorstellung. Eine Kirmes wie immer, unbeschwerte Feierlaune in der Innenstadt.

Keine falschen Hoffnungen wecken

Doch Michael Brosch ist zurückhaltend, will keine falschen Hoffnungen wecken. „Ich persönlich bin Stand heute skeptisch, ob die Kirmes stattfinden kann“, sagt Halvers erster Bürger, der selbst bekennender Kirmes-Fan ist. Klar ist nämlich: Die Halveraner Kirmes ist kein Event, bei dem sich Corona-Schutzmaßnahmen nach Art der zur Zeit geltenden Vorschriften durchsetzen ließen. Soll heißen: Besucherströme lassen sich kaum regulieren. Aufgrund der Tatsache, dass die Halveraner Kirmes eine Straßen- und keine Platzkirmes ist, wäre eine kontrollierte Reduzierung der Besucherzahlen de facto illusorisch.

Alternativen zur „normalen“ Kirmes? – „Es gibt Städte, die haben Modelle wie eine ‘Kirmes to go’ entwickelt, wo man mit dem Auto an den Ständen vorbeifährt“, sagt Michael Brosch, „wir haben darüber gesprochen, wollen das aber nicht weiter verfolgen.“ Die Bedenken im Rathaus sind nachvollziehbar. „Das ist keine Halveraner Kirmes mehr“, sagt Brosch, „damit würden wir das Image dieser Veranstaltung wahrscheinlich beschädigen.“

Gespräche mit Schaustellern

Nichtsdestotrotz werden die Gespräche mit interessierten Schaustellern für den normalen Kirmesbetrieb zunächst noch fortgeführt. Auch über die Homepage der Stadt sind Bewerbungen weiterhin möglich. Die Verträge werden unter Vorbehalt abgeschlossen, im Falle einer Absage hätte die Stadt keine finanziellen Nachteile zu befürchten.

Den Schaustellern indes, das weiß auch Michael Brosch, täte ein zweiter Sommer ohne Kirmes mehr als weh. „Die Branche leidet immens“, so Brosch. Und damit nicht genug: Auch für die überwiegende Zahl der Halveraner Vereine wäre eine abermalige Absage finanziell ein herber Schlag ins Kontor. Fußballer, Handballer, Gesangsvereine und viele mehr – für das Gros der Clubs sind die Einnahmen aus vier Tagen Getränke- und Speisenverkauf elementarer Bestandteil der jährlichen Budgetplanung. Dass die Soforthilfe des Landes unter bestimmten Voraussetzungen auch von Vereinen beantragt werden kann, ist da nur ein schwacher Trost.

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