Deutsche Meisterschaft

Im Finale: Team aus dem MK macht bei besonderer Meisterschaft mit

Brettspiele Deutsche Meisterschaft
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Das Team für die Meisterschaft: Sebastian und Birgit Winkelhaus (links) kommen extra aus Mainz, um mit ihren Teammitgliedern in Halver für die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft im Brettspiel zu trainieren. Tina Landwehr-Rödde (daneben) reist aus Siegburg an, während Andrea Reich und Martina Hohnsel in Halver leben.

Trotz der Entwicklung in der heutigen Zeit werden nicht nur Spiele am Computer, Smartphone & Co. gespielt. Auch Brettspiele sind nach wie vor ein Thema. Im Oktober findet die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft im Brettspiel statt. Ein Team aus dem MK ist dabei.

Halver – „Du brauchst noch Suppen.“ Birgit Winkelhaus gibt diesen wichtigen Tipp ihrer Mitspielerin Andrea Reich, die sich auch gleich mit zwei kleinen Pappkarten eindeckt, auf denen Suppentöpfe abgebildet sind. Jetzt ist Tina Landwehr-Rödde am Zug. „Ich zahle zwei Rosenkränze und kann dann in den Kreuzgang“, beschreibt sie ihr Vorhaben, für das sie mit Punkten und einem Hammer belohnt wird.

Monasterium heißt das Brettspiel, das den großen Küchentisch von Andrea Reich komplett belegt. Neben Birgit Winkelhaus und Tina Landwehr-Rödde sind auch Bastian Winkelhaus und Martina Hohnsel in das Spielgeschehen involviert. Das Quintett hat sich nicht nur aus Spaß am Spiel in Halver zusammengefunden, sondern auch zum Training. Sie haben im Februar die Qualifikation zur 36. Deutschen Mannschaftsmeisterschaft im Brettspiel bestanden und bereiten sich nun auf die Meisterschaft in diesem Monat vor.

Trainingslager in Halver

Zwei bis dreimal finden sich die Freunde zum Trainingslager, wie sie es selbst nennen, zusammen. Öfter klappt es nicht, weil sie recht weit voneinander entfernt leben. „Wir kommen aus Mainz und fahren immer zweieinhalb Stunden hierhin“, beschreiben Birgit und Bastian Winkelhaus das Problem. Auch Tina Landwehr-Rödde wohnt nicht gleich um die Ecke. Sie reist aus Siegburg an. Die beiden übrigen Frauen leben in Halver.

Schneller ist ein Termin zum Online-Spiel gefunden, das besonders in Pandemiezeiten das Training, aber auch das Verbringen gemeinsamer Zeit, ermöglicht. „Wir sind alle auf der Seite ‚Die Brettspielwelt‘ angemeldet“, erklärt Andrea Reich, wie sie ihre Mitspieler kennengelernt hat und wo sie online häufig für die Meisterschaft üben. Praktisch ist diese Onlinevariante, sie kann ein Spiel am Tisch aber nicht wirklich ersetzen. „Man sieht schon gerne die Furcht in den Augen der Gegner“, lacht Andrea Reich. Auch Martina Hohnsel spielt lieber offline in Gesellschaft: „Am Tisch kommt man einfach eher ins Gespräch. Online sind die Leute zurückhaltender.“

Dank Corona werden die Meisterschaften in diesem Jahr auch nicht wie sonst an Tischen, sondern ebenfalls online ausgetragen. „Guns ‘n‘ Roses“ ist der Teamname der fünf Spieler. Sie treten im Oktober gegen 24 Teams an mit illustren Namen, wie „Die Kaffeetanten“, „Spuiratzn Vier“ oder „Einmal mit Profis spielen“. Obwohl immer ein ganzes Team an den Start geht, spielen die Mitglieder nicht zusammen, sondern an verschiedenen Tischen gegen andere Mitspieler. Die dort gewonnenen Punkte fließen dann auf das Teamkonto. Das Team mit den meisten Punkten darf sich Deutscher Meister nennen. Den Titel konnten sich die fünf bisher noch nicht sichern, aber „wir haben schon mal das Quali-Turnier gewonnen, waren fünfter bei der DM und siebter bei der EM“, sagt Bastian Winkelhaus.

Spiele im Finale sind eine Überraschung

Was genau bei der DM auf den Spieltisch kommt, wird erst nach der Qualifikation vom Veranstalter bekannt gegeben. Echte Brettspielklassiker sind allerdings nie dabei, sondern immer vier Spiele, die neu auf den Markt gekommen sind. Neu bedeutet aber leider nicht, dass sie auch immer gut sind. „Natürlich sind auch mal Spiele dabei, die keinen Spaß machen“, gibt die Gastgeberin zu. Trotzdem müssen die Spieler sich damit beschäftigen und versuchen, Gewinnstrategien zu erarbeiten, um besser als die Konkurrenz zu sein. „Bei einigen Spielen geht das ganz gut. Wenn gewürfelt werden muss, wird das natürlich schwieriger“, sind sich alle Teammitglieder einig.

Das „Guns ‘n‘ Roses-Team“ gibt es bereits seit rund 15 Jahren. Mitbegründet wurde es damals von Andrea Reich. Die heutige Konstellation ist jedoch erst im Laufe der Zeit so entstanden. Den Titel würden sich die Spieler gerne einmal sichern. Das ist jedoch nicht das Wichtigste für sie. „Wir sind passionierte Brettspieler“, erklärt die Mainzerin. „Wir machen das gerne, und es geht uns dabei um den Spaß.“ Deshalb leistet sie sich auch regelmäßig den Spaß, mit ihrem Mann an einwöchigen Spieleveranstaltungen teilzunehmen. „Letztens haben wir eine Woche in einer Burg gelebt und dort nichts anderes gemacht als gespielt. Von morgens bis zum nächsten Morgen wird dort durchgespielt.“

Ähnlich spieleaffin ist auch die Siegburger Mitspielerin. Sie hat nicht nur für Brettspiele ein Faible. „Wir haben zu Hause auch vier Spielekonsolen“, grinst sie. Ihr Lieblingsgegner ist dabei ihr eigener Mann, den sie gerne besiegt. Das funktioniert jedoch nicht bei allen Spielen: „Für Ballerspiele wie Call of Duty bin ich einfach zu langsam. Das macht keinen Sinn. Ich bin immer sofort tot“, gesteht sie. Am Küchentisch von Andrea Reich geht es da schon etwas ruhiger zu. Hier ist etwas mehr Taktik gefragt, und vor allem: Niemand muss bei dem Spiel sterben.

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