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Im Blumenmeer: Zu Besuch bei Familie Born

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Von: Sarah Lorencic

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Umgeben von Blumen – und das ist nur der Vorgarten von Ingrid und Jürgen Born, die das Blumengeschäft Born in Halver führten. Nach dem 50. Geschäftsjubiläum haben sie im Jahre 2019 den Laden verkauft und genießen seitdem ihr Rentnerleben.
Umgeben von Blumen – und das ist nur der Vorgarten von Ingrid und Jürgen Born, die das Blumengeschäft Born in Halver führten. Nach dem 50. Geschäftsjubiläum haben sie im Jahre 2019 den Laden verkauft und genießen seitdem ihr Rentnerleben. © Lorencic, Sarah

Vor drei Jahren haben Jürgen und Ingrid Born ihr Blumengeschäft verkauft. Auch heute können die Halveraner nicht von Blumen lassen. Wir haben sie zuhause besucht.

Halver – Born, das steht in Halver für Qualität, gute Beratung und für eine herzliche Familie. Die Eheleute Ingrid und Jürgen Born blicken mit dem Blumengeschäft Born und der Grabpflege auf 51 Jahre zurück. Das 50-jährige Jubiläum des Betriebs wurde 2018 ausgiebig gefeiert. Fotos des Fests bewahrt das Paar in einem Album gut auf und blättert wie durch alle Alben immer gerne mal durch. Dann erinnern sich die Borns an die Zeit, die ihr Leben prägte – und auch einnahm: eine 7-Tage-Woche, frühes Aufstehen und kaum Freizeit. Trotzdem sagen sie: „Es hat bis zur letzten Stunde Spaß gemacht.“ Heute leben sie ihr Rentner-Dasein, und wir haben sie im neuen Zuhause besucht.

Weit weggezogen sind die Halveraner nicht von ihrem einstigen Wohn- und Arbeitsplatz am evangelischen Friedhof. 2019 haben sie Haus und Geschäft verkauft und leben heute am Waldweg in einem Haus – mit Blumen, wo das Auge hinsieht. Am alten Haus war die Bepflanzung ein Aushängeschild für das Geschäft und oft eine Anregung für die Kunden. 650 Gräber hat das Familienunternehmen auf den evangelischen Friedhöfen in Halver, Oberbrügge und Schalksmühle gepflegt, im Sommer mehrere Hundert Meter Balkonkästen bepflanzt.

Ernten für das nächste Mittagessen: Im Sommer müssen die Borns nur wenig Obst und Gemüse einkaufen.
Ernten für das nächste Mittagessen: Im Sommer müssen die Borns nur wenig Obst und Gemüse einkaufen. © Lorencic, Sarah

Am Haus mit Geschäft hatten sie nur einen kleinen Garten, den sie betrieblich nutzten. Jetzt leben sie auf 1300 Quadratmetern ihre Kreativität aus, und alle Blumen, die sie pflanzen und pflegen, sind nur für sie selbst. Alleine fürs Gießen bei den warmen Temperaturen gehen mehrere Stunden am Tag und 1000 Liter Wasser drauf. „Wenn das Arbeit wäre, würden wir es nicht machen“, sagt die 67-jährige Ingrid Born und lacht. Sie genießt die Zeit im Garten und ihr Mann auch. Vor allem jetzt als Rentner.

Der Vorgarten blüht wie kaum ein anderer in Halver, und im Garten hinterm Haus wachsen neben Blumen auch Gemüse und Obst. Beeren aller Art, Weintrauben, Rhabarber, Möhren, Kohlrabi und Kartoffeln sind nur ein kleiner Teil des Angebots, das nahezu täglich fürs Mittagessen genutzt wird. Aus bereits herabgefallenen Äpfeln macht Ingrid Born gerade Apfelsaft – nichts darf weggeschmissen werden. Im Keller hat sie ein eigenes Reich mit Küche zum Einmachen ihrer Ernte, die nicht selbst verzehrt oder verschenkt wird. Das ist ihr Hobby, das ihres Mannes sind vor allem seine Hühner, für die der Hobby-Züchter im Garten ein großes Gehege angelegt hat.

Großes Angebot: In der gesamten Gartensaison blüht es bei den Borns. Ein Paradies für Bienen & Co..
ks_vwd-yaviugle-37bab5d46a387f4a568e5ac992735df0.jpg © Lorencic, Sarah

Jürgen Born ist gebürtiger Halveraner und wuchs am Collenberg auf. Er hat zunächst Landwirt gelernt und anschließend Friedhofsgärtner, um im elterlichen Betrieb einzusteigen. Ingrid Born ist gebürtige Hagenerin und lernte Blumen- und Zierpflanzengärtnerin. Viele Jahre arbeitete sie in der Gärtnerei der Stadt Hagen, die von Kreisverkehren bis Festen alles mit Blumen verschönerte.

Es war der gemeinsame Beruf, der das Paar auf einem Vereinstreffen der Junggärtner aus Hagen und Umgebung zusammenbrachte. 40 Jahre sind die beiden seitdem verheiratet, verbrachten jeden Tag zusammen und staunen selbst darüber, dass sie sich nie streiten.

Mit dem Einstieg ins Blumengeschäft einige Jahre nach der Eheschließung wurde Ingrid Born zur Ansprechpartnerin für alle Belange der Halveraner. Sowohl bei freudigen Anlässen wie Geburtstagen, Hochzeiten und Jubiläen als auch bei Beerdigungen. Und der Leitfaden des Ehepaars war stets: „Geht nicht, gibt´s nicht“, ganz wie es Jürgen Borns Vater zu sagen pflegte. Was der Kunde wollte, sollte er kriegen. Mit Service und Beratung stand das Ehepaar zur Seite. Das empfehlen sie auch allen, die noch einen Blumenladen führen. Denn es werde „gewaltig schwierig“, sich anders neben Discounter-Blumen & Co. zu behaupten.

Genau richtig, sagen die beiden, sind sie gegangen, nämlich vor der Corona-Pandemie. „Wir haben alles richtig gemacht.“ Jetzt genießen sie das Leben in ihrem Haus und ihrem Garten. Mit Blumen, die man zwar anschauen, aber nicht mehr kaufen kann. Angebote gibt es nur noch für Bienen & Co..

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