Förster weiß Bescheid

Illegale Bike-Anlage im Wald gebaut

Mountainbike-Strecke illegal im Wald Halver
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Mountainbike-Strecke im Wald hinter Escha mit Feuertonne, Bank und Tisch. Werkzeug und Bierflaschen liegen noch in dem Waldstück, in dem viele Fichten gefällt werden mussten. Man fühlt sich hier wohl unbeobachtet. Aber der Förster weiß schon länger Bescheid.

Es ist nicht die erste illegale Mountainbike-Anlage im Wald, aber die größte. Und das kann nicht so bleiben.

Halver – Wer rechts vom Weg in den Wald unweit von Echa schaut, entdeckt eine aufwendige Konstruktion. Gebaut aus abgeholzten Fichten, alten Paletten und Latten. Eine Mountainbike-Strecke. Eine selbst gebaute Leiter führt auf einen rund drei Meter hohen Turm. Auf ihm stehend, sieht man die Strecke: Runter vom Turm auf eine schiefe Palette, weiter über Stock und Stein, über eine weitere Palette, die über einem Loch liegt, und weiter über kleine Hügel, die aus Erde aufgeschüttet wurden. Tiefe Löcher im Waldboden zeigen, wo die Erde herkommt.

Die Anlage lädt durchaus zum Verweilen ein. Bank, Tisch, Feuertonne. Bierflaschen zeigen, dass hier schon häufiger jemand gewesen sein muss. Die Feuertonne, jetzt gefüllt mit etwas Regenwasser, brannte – Asche weist darauf hin. Axt, Bogensäge und Spitzhacke – das Werkzeug ist auch noch da. Auch Besen, Spaten und viel Pfand.

Möglicherweise auch ein Schießstand

Ein Stück tiefer im Wald wurden zwischen zwei Bäumen Bretter geschlagen. Ähnlich eines Schießstandes. Hinter der Holzwand hat man freie Sicht auf ein mittlerweile abgeholztes Waldstück.

Ulrich Ackfeld weiß Bescheid. Der Besitzer des Waldes wohl mittlerweile auch. „Das ist illegal“, sagt der Forstoberinspektor der Stadt. Es ist nicht das erste Mal, dass in Halvers Wäldern solch eine Anlage entstanden ist – und auch derzeit nicht die einzige. Wer glaubt, man sei an diesen Orten unbeobachtet, täuscht sich. Bereits vor Wochen kamen die ersten Hinweise bei Ackfeld an. Wer dort erwischt wird, könnte Probleme bekommen. Der Waldbesitzer ist informiert, er wusste nichts von der Anlage auf seinem Grundstück, sagt Ackfeld

Die Konstruktion ist leicht wackelig, hält aber. Gedacht ist der Bau für Mountainbikes. Oben geht‘s los, weiter über Stock und Stein, Rampen und Hügellandschaften. Tiefer im Wald ist eine Schutzwand, eventuell für Schießübungen.

Es ist nicht nur illegal, es ist auch eine Umwandlung des Waldes. Die zweite Anlage dieser Art im Norden Halvers ist sogar ein Eingriff in die Natur, der mit dem Artenschutz in Berührung kommt. In der Nähe der Anlage brüten Rotmilane. Die Anlage ist ebenfalls umfangreich, aber nichts deutet auf Feiern hin. Mit dem Waldbesitzer wurde nach unserem Besuch an der Anlage vereinbart, sie abzubauen. Ackfeld wird das kontrollieren. Der Bau unweit von Escha hat eine andere Dimension. Die Feuertonne stellt zudem eine zusätzliche Gefahr dar. „Da können wir die Augen nicht mehr zu machen“, sagt Ackfeld. Schon mehrmals wurde dort kontrolliert. Abends aber, sagt Ulrich Ackfeld, geht dort keiner vorbei. Das wird die Zeit sein, wo dort gefeiert wird. 

Schon mehrmals kontrolliert

Wie auch Arndt Spielmann, Sozialarbeiter der Stadt, bestätigt, gab es solche Mountainbike-Strecken schon häufiger. Immer wurden sie abgebaut. Verständnis hat Ulrich Ackfeld „irgendwo“ dafür, dass die Jugend wenig Orte hat. Aber im Wald geht es einfach zu weit.

Die Skateranlage in Halver ist geschlossen.

Werkzeug: Spaten, Schüppen und Besen liegen noch an der Hütte. Daneben Bierflaschen und Müll.

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