Illegal entsorgter Müll: Bußgelder bis 5000 Euro möglich

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Unbekannte haben rund ein Dutzend gefüllter blauer Müllbeutel auf dem Parkplatz des Tennisclubs in Carthausen abgeladen. Bis zu 5000 Euro Bußgeld kann sowas kosten.

Halver - Wild entsorgter Müll sieht nicht nur unschön aus, er belastet auch die Umwelt. In Carthausen entsorgten kürzlich Unbekannte ein Dutzend gefüllter, blauer Müllsäcke, Kabelreste und eine ausrangierte Toilette.

Zum Glück seien das aber seltene Ausnahmen in der Stadt im Grünen, sagen die Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Ein Verstoß gegen die Abfallordnung – eine Ordnungswidrigkeit – kann den Verursache bis zu 5000 Euro kosten. Dies sei im Einzelfall abhängig von der Menge und Zusammensetzung des illegal entsorgten Abfalls, erklärte Larissa Arnold vom Ordnungsamt Halver im Gespräch mit dem AA.

„Das Problem des wilden Mülls ist uns bekannt. Allerdings gibt es oft monatelang gar keine Fälle, dann höchstens zwei bis drei pro Monat, aber selten“, sagte Larissa Arnold, Mitarbeiterin im Fachbereich Bürgerdienste auf Anfrage unserer Zeitung. Die Mitarbeiter der Stadt würden in Fällen von achtlos verstreutem Müll in der Regel von Halveraner Bürgern, die den Unrat – zum Beispiel beim Spaziergang – entdeckten, informiert.

Selten Hinweise auf die Verursacher

„Wir machen keine gezielten Kontrollfahrten. Dafür fehlt uns einfach die Zeit und das Personal“, sagte Arnold. Bei Meldung solcher Funde würde jemand vom Ordnungsamt zu den Orten fahren, um dort Anhaltspunkte auf die Verursacher zu finden. „Am einfachsten ist es natürlich, wenn sich noch Reste von Briefen oder Bestellungen im Müll befinden, auf denen Name und Adresse des möglichen Verursachers zu lesen sind“, erzählt Arnold. Dies sei jedoch äußerst selten der Fall.

Zum illegal entsorgten Müll in Carthausen gehörten nicht nur alte Schläuche, sondern auch eine ausrangierte Toilette.

Oftmals seien es handwerkliche Abfälle wie kaputte Fliesen oder kleinere Möbelstücke, die Personen in der Natur illegal entsorgen. „Wir haben auch schon ganze Couch-Garnituren entdeckt“, so Arnold, die sich allerdings wundert: „In solchen Fällen wäre es eindeutig bequemer, einfach den Sperrmüll zu bestellen, als eine Couch ins Auto zu packen.“

Sperrmüll wird alle vier Wochen abgeholt

Alle vier Wochen wird der Sperrmüll in den jeweiligen Bezirken in Halver abgeholt. Für jede Art von Abfall gebe es eine entsprechende Möglichkeit zur ordentlichen Beseitigung. Das Abladen in der Natur sei, einfach gesagt, „eine große Sauerei“.

Ähnlich sieht das Nicole Spey, Mitarbeiterin beim Steueramt Halver. „Ich bin eigentlich ganz froh, dass wir das Problem mit wildem Müll gut im Griff haben. Das sind eher Einzelfälle. Das sieht in Lüdenscheid ganz anders aus“, ist sich Spey sicher.

Stadt ist nicht für jeden Müll verantwortlich

Bei sperrigen Sachen verweist auch sie auf die Möglichkeit der Anmeldung zum Sperrmüll. Allerdings gebe es auch hierbei Einschränkungen: „Die Stadt ist nicht für jede Art von Müll verantwortlich“, so Spey. So sei anfallender Bauschutt – zum Beispiel von Wohnungs- und Häuserrenovierungen – bei dafür vorgesehenen Deponien in Lüdenscheid abzugeben. Auch Schadstoffe müssten die Bürger selbst zum Schadstoffmobil bringen. Kleineres, bewegliches Mobiliar würde anstandslos mitgenommen.

„Die Menschen sollten ihren Sperrmüll allerdings erst am Abend vor der Abholung vor die Tür stellen“, rät die Stadtverwaltungsmitarbeiterin. „Das ist sonst, gerade innerorts, für viele Menschen eine große Verlockung, einfach ihren Müll dazu zu stellen“, berichtet sie von erlebten Fällen. Sind dann Abfälle dabei, die kein Sperrmüll sind, nehmen die Mitarbeiter diese nicht mit: „Der Grundstücksbesitzer ist dann selbst für die Entsorgung des Mülls, den andere dazu getan haben, verantwortlich.“

Wer illegal entsorgten, „wilden“ Müll entdeckt, kann diesen bei Nicole Spey oder Susanne Brocksieper vom Steueramt Halver im Rathaus melden. Die Telefonnummer lautet 0 23 53 / 7 31 22.

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