Ideen der Bürger

Bürger machen 160 Vorschläge zum Klimeschutz

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Umweltfreundliche Mobilität ist ein Anliegen vieler Halveraner mit Blick auf den Klimaschutz.

Halver - Mit etwa 160 Vorschlägen haben sich Bürger zum Thema Klimaschutz auf einer interaktiven Karte eingebracht. Seit Montag ist die Karte offline.

Die Ideen, die seit November gesammelt wurden, sollen Eingang finden in ein lokales Klimaschutzkonzept. Sie würden nun sortiert und bewertet, umreißt Stadtplaner Peter Kaczor das geplante Vorgehen. 

Von der reinen Zahl der Vorschläge her brennt den Beteiligten offenbar das Thema Mobilität und Fahrradverkehr am ehesten auf den Nägeln. Fünf Themenfelder sind benannt, in denen sich die Anregungen unterbringen lassen sollten: Wohngebäudesanierung, Erneuerbare Energien, Umweltfreundliche Mobilität, Klimaanpassung  und Sonstiges.

Wohngebäudesanierung 

Zwei Anregungen liegen zum Thema Wohngebäudesanierung auf dem Tisch – zum einen die bessere energetische Ausstattung der Schulen, zum anderen die Bitte, Anreize zu schaffen, um Immobilien in Privateigentum zu sanieren und zu isolieren. 

Erneuerbare Energien 

Einiges mehr an Ideen findet sich beim Stichwort Erneuerbare Energien. Konkret für das angedachte Neubaugebiet Schillerstein findet sich der Vorschlag der Schaffung und Förderung von Nahwärme-Netzen bei der Aufstellung von Bebauungsplänen von Wohnbaugebieten, versorgt beispielsweise über Kraft-Wärme-Koppelungsanlagen. Dieses Thema taucht aber auch an anderen Stellen in der Stadt auf, beispielsweise für das Märkische Werk, die Härterei Kemper, den Kunststoffbetrieb Langlotz oder die Schmiede Pielhau in Anschlag. 

Für das Neubaugebiet Schmittenkamp angeregt wird konkret die Verpflichtung zur Installation von Fotovoltaik plus Speicher für Neubauten. Idee für das Hälvertal in Richtung der Stadtgrenze zu Schalksmühle: die Installation eines Wasserkraftwerks.

Klimaanpassung 

Auch zum Thema Klimaanpassung ist den Mitwirkenden einiges eingefallen. Auf Grundstücken mit nachweislich großer Rate an Neupflanzungen von Bäumen könne man die Regenwasserpauschale abschaffen, im Stadtgebiet die seit den vergangenen zehn Jahren bereits gefällten Strassenbäume ersetzen durch neue Bäume. Weiterer Vorschlag: die bevorzugte Ansiedlung beziehungsweise bessere Konditionen für Industrien, die klima- beziehungsweise umweltfreundlich arbeiten oder Produkte für Klima-, Umweltschutz und Nachhaltigkeit produzieren. 

Auch die innerstädtische Verdichtung wird als Anliegen genannt mit der Ausweisung von Baugrundstücken und Baugebieten innerhalb der Innenstadt anstatt auf der grünen Wiese. Ebenfalls in den Bereich der Klimaanpassung fällt die Bitte, Ackerränder der Sukzession zu überlassen mit unbearbeiteten Übergangszonen. Das helfe, klimawandelbedingte Erosion zu vermeiden. Angeregt wird zudem ein Verbot von Schottergärten und die Renaturierung der Bräumcke. 

Umweltfreundliche Mobilität 

Fast unübersehbar ist die Liste der Ideen zur umweltfreundlichen Mobilität. Vorgeschlagen wird beispielsweise konsequent Tempo 30 innerorts und die Verdrängung des Motorradverkehrs durch Verkehrsschwellen im Ort. Das gelte noch mehr für die Ortslagen Anschlag, Schwenke und Birkenbaum. Genannt wird auch der Bau eines Radweges zwischen Halver und Radevormwald sowie die fahrradtechnische Anbindung an das rheinische Radwegenetz auch in Richtung Wipperfürth. 

Vorgeschlagen wird auch der Ausbau des Nahverkehrs, und zwar bedarfsgerecht in Zusammenarbeit mit großen Firmen im Märkischen Kreis. Wünschenswert wären Shuttlebusse von den Randbezirken in die Innenstadt von Lüdenscheid oder Firmen. Angefragt außerdem: die Optimierung der Fußwegeverbindungen am Hohenzollenpark, Ergänzung der Gehwege und der Austausch der Ampelanlage Frankfurter Straße/Herpiner Weg durch einen Kreisverkehr mit Bypass. 

Weiterer Wunsch: eine fahrradtaugliche Verbindung vom Langenscheid bis ins Industriegebiet Oeckinghausen, die vielen die Möglichkeit geben würde, mit dem Rad zur Arbeit und zurück zu kommen. Auch eine bessere Ausschilderung des Bahnhofs Oberbrügge und eine bessere Taktung des öffentlichen Nahverkehrs dorthin finden sich auf der Agenda. 

Sonstiges 

Zwei Ampelschaltungen, die an der Leye insbesondere nachts, und grundsätzlich die Ampelschaltungen auf der Umgehungsstraße finden sich in der Rubrik Sonstiges. Außerdem ein origineller Vorschlag: Ein Teich am Haus Heide könnte zum Naturschwimmbad umgebaut werden. Die Temperierung des Wassers könne mit der Abwärme des Märkischen Werks erfolgen.

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