Hunde hetzen Wild

Wieder tote Rehe im MK gefunden - Appell an Hundebesitzer

Mit gebrochenem Genick fand die Spaziergängerin das Tier im Graben am früheren Bahndamm nach Anschlag.
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Mit gebrochenem Genick fand die Spaziergängerin das Tier im Graben am früheren Bahndamm nach Anschlag.

Zwei tote Rehkitze, eines gerissen, eines zu Tode gehetzt und durch Genickbruch im Graben gestorben: Das ist die Bilanz hetzender Hunde zwischen Halver und Anschlag in direkter Nähe des beliebten Fuß- und Radwegs auf dem früheren Bahndamm.

Halver - Am Mittwochmorgen war Christian Hübner, Jagdherr im Revier Wilde Ennepe, unterwegs, um Futter auszubringen. Das helle Bellen jagender Hunde, das er dabei hörte, kennt er als Jäger. Was zu diesem Zeitpunkt offenbar passierte und wo genau, erschloss sich ihm nicht.

StadtHalver
LandkreisMärkischer Kreis
Fläche77,23 km²
Einwohner16.083 (31. Dez. 2019)

Wieder tote Rehe im MK: Sturz vom Bahndamm in den Graben

Klarheit brachte der Hinweis einer Spaziergängerin, die sich nach ihrem Fund mit dem Ordnungsamt in Verbindung setzte, das wiederum Hübner verständigte. Unterhalb des Bahndamms fand der Jäger das erste Tier, das die steile Böschung herab geflüchtet war und sich im Graben am Fuß offenbar das Genick gebrochen hatte. Die Hundespuren fand Hübner bei der Suche nach der Fährte und kurz darauf in der Nähe ein weiteres Kitz, das offenkundig von Hunden gerissen worden war. Der Bauch war aufgerissen, das Tier dann auf der Wiese verendet. „Sie dürften im Mai zur Welt gekommen sein“, sagt der Jäger über die beiden Jungtiere. Kein Jahr sind sie demnach alt geworden.

Wieder tote Rehe im MK: Viele Hunde laufen frei

„Wir wollen gar nicht auf alle Hundebesitzer schimpfen“, sagt Hübner. Doch die Jägerschaft bittet die Halter dringend darum, ihre Hunde an der Leine zu führen. Ein paar Meter Radius auf den Wegen seien kein Problem, doch immer wieder beobachte er, dass Hunde sich selbstständig machten. Was in diesen unbeobachteten Zeiträumen aber passiere, wüssten die Besitzer nicht.

Kritisch ist das aber besonders in der kalten Jahreszeit. Im Sommer hätten Hunde kaum eine Chance, ein vitales Reh zu stellen. Anders sei das im Winter. Dann fahre das Rehwild seinen Stoffwechsel herunter, um Energie zu sparen und mit weniger Futter auszukommen, das wie jetzt gerade kaum vorhanden sei. Ergebnis laut Hübner: „Das Reh hat gar keine Energie, um weiter zu flüchten.“ Nach kurzer Strecke bleibe es daher stehen. Denn den Energieverlust einer schnellen und längeren Flucht kann es aufgrund des winterbedingt verkleinerten Magens anschließend gar nicht kompensieren. Es würde verhungern.

Wieder tote Rehe im MK: Corona-Stress für Wild im Wald

Hinzu komme, dass sich das Wild zurzeit ohnehin im Corona-Stress befinde. In seinen Ruheräumen werde es aufgestört durch die gewachsene Zahl an Fußgängern und Hunden. Immer mehr Menschen hielten sich im Wald auf und zudem nicht an die Wege, sondern streiften auch quer durch den Wald. „Wir haben rund drei Mal so viele Spaziergänger wie sonst“, so Hübners Schätzung, der – wie wohl alle Naturfreunde und Jäger in Halver – um mehr Abstand und Rücksicht bittet, um das Wild zu schonen.

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