Hund reißt Reh: Anwohner musste es mitansehen

Ein Reh wurde in Heedheide von einem Hund gerissen.
+
Ein Reh wurde in Heedheide von einem Hund gerissen.

Halver - „Ein Anblick, der kaum zu ertragen war.“ So beschreibt Annelie Kühnel ihr Erlebnis von Donnerstagmorgen. Ein großer weißer Hund, eventuell ein Border Collie, vermutet die Halveranerin, hat ein Reh gerissen. 

Von ihrer Terrasse in Heedheide aus, hatte sie freien Blick auf das Feld, auf dessen Mitte ein Reh von einem Hund getötet wurde. „Meine Tochter und ich haben laut geschrien.“ 

Der Hund sei kurz weggelaufen, dann aber wiedergekommen. Als alles vorbei war, ging sie mit ihrer Tochter zu der Stelle auf dem Feld. Dann die traurige Gewissheit: Das Reh war tot. „Das tat mir in der Seele weh“, sagt Annelie Kühnel. 

Jäger ist nicht überrascht

Sie hat daraufhin Dirk Düppe, den Jäger, der das Gebiet in Heedheide gepachtet hat, informiert. Im Laufe des Tages kam er vorbei und nahm das getötete Tier auf. „Es ist erst drei Wochen her, dass in Vömmelbach ein Reh von einem Hund gerissen worden ist.“ 

An einen weiteren Fall erinnert er sich auch noch gut. Er wurde von der Polizei angerufen, weil sich eine Gruppe von Hundebesitzern meldete, dass sie ein verletztes Reh gesehen hätten.  Als Düppe gerufen wurde, sei ihm diese Gruppe von Hundehaltern mit frei laufenden Hunden entgegengekommen. „Einer der Hunde hatte Blut an den Lefzen“, sagt er. Als er die Gruppe darauf angesprochen hat, hätten sie nur gesagt, der Hund hätte nur an dem Tier geschnuppert. Angeleint hätten sie ihn nicht. 

Appel an Hundehalter: Schießen erlaubt

Dass Hunde Rehe reißen, sei eine traurige Realität. Für ihn ist klar, wenn er einen wildernden Hund dabei sehen sollte, wird er den Hund sofort erlegen und den Halter anzeigen. „Aber auf frischer Tat erwischt man die nicht.“ 

Er könne nur an Hundehalter appellieren, ihre Vierbeiner anzuleinen. Das Reh, das Donnerstagmorgen gerissen wurde, war eine Ricke, also ein weibliches Tier. Düppe geht davon aus, dass es trächtig war. „Hätte der Hund es nicht gerissen, hätten wir bald eine Mutter mit zwei Kitzen auf der Wiese sehen können.“

Jagdgesetz

Jagdschutzberechtigte sind zwar befugt, einen wildernden Hund abzuschießen, wenn dieser Wild tötet oder erkennbar hetzt und in der Lage ist, dieses zu beißen oder zu reißen. Allerdings sei das stets die letzte aller denkbaren Maßnahme. Verscheuchen oder Einfangen des Hundes, ein Gespräch mit dem Hundehalter sind vorzuziehen. Gemäß Landesjagdgesetz ist das unbeaufsichtigte Laufenlassen von Hunden und Katzen eine Ordnungswidrigkeit. Jagdschutzberechtigte dürfen solche Hundehalter anhalten, deren Personalien feststellen und sie anzeigen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare