Humboldtschule nimmt Gestalt an

+
So sollen sie aussehen, die künftigen Klassenräume an der Humboldtschule. Einzeltische bieten Flexibilität bei der Sitzordnung, vor Kopf wird ein „Interaktives Whiteboard“ die grünen Tafeln ersetzten. Jeder Klassenraum wird durch einen Differenzierungsraum (links) ergänzt.

Halver - Langsam nimmt die Sekundarschule – die seit einigen Wochen den Titel „Humboldtschule“ trägt – Gestalt an: nicht nur auf dem Papier, sondern zunehmend auch in konkreter Form. So können Fünftklässler nach den Sommerferien schon einmal Probe sitzen, in einem nach dem pädagogischen Konzept der Sekundarschule gestalteten Klassenraum.

Von Friederike Domke

Der sogenannte „Showroom“, sozusagen ein Beispiel-Klassenzimmer, soll während der Sommerferien in der Realschule umgebaut und gestaltet werden. Kai Hellmann, Verwaltungsmitarbeiter der Stadt Halver, stellte am Freitag die Pläne vor. Einzeltische, und nicht wie bisher gewohnt Doppeltische, sollen den künftigen Schülern der Humboldtschule, die zum Schuljahr 2015/16 an den Start gehen soll, als Arbeitsplatz dienen. Das ermögliche, so Hellmann, eine unterschiedliche und sehr flexible und variable Bestuhlung. So könne sowohl in großen und kleinen Gruppen, als auch in großer Gemeinschaft oder, während einer Klausur, einzeln gearbeitet werden.

Die Einzeltisch-Ausstattung der Klassenräume sei ganz im Sinne der sogenannten Binnendifferenzierung, die vorsieht, dass an der Humboldtschule alle Kinder bis zur Klasse sieben gemeinsam unterrichtet werden sollen, erst danach wird eine Differenzierung vorgenommen.

Fester Bestandteil eines Klassenraums an der Humboldtschule sind zudem mobile Schränke, in denen jeder Schüler sein eigenes Fach bekommen soll. „Unterrichtsmaterialien sind immer vor Ort“, erläuterte Hellmann. Da an der Humboldtschule im Ganztag unterrichtet wird, werden Schulaufgaben für Daheim nicht mehr die Regel sein, Bücher und Hefte können somit in der Schule bleiben. Neben der eigenen Stau- und Lagermöglichkeit für jeden einzelnen Schüler, haben die Schränke noch einen weiteren Nutzen, wie Hellmann erläuterte: „Sie können als Raumteiler genutzt werden und dienen so der variablen Gestaltung des Klassenzimmers.“

Variabel sind aber nicht nur die Arbeitsplätze der Schüler, auch die Pädagogen der Humboldtschule sollen durch bewegliche, höhenverstellbare Arbeitsplätze ihre Präsenz im Klassenraum erhöhen können. Und noch ein Utensil findet in Humboldt-Klassenzimmern keinen Platz mehr: die grüne Tafel. Vor Kopf wird ein Bildschirm mit integriertem Beamer installiert, die Schule 2.0, wie man es bezeichnen könnte, hält somit Einzug in den Unterrichtsplan der Humboldtschule. Das sogenannte „Interaktive Whiteboard“ biete die Möglichkeit, PC-Präsentationen oder elektronische Dokumente, wie Arbeitsblätter, in den Unterricht zu integrieren. Darüber hinaus ist das „Interaktive Whiteboard“ mit einem klasseneigenen Drucker verbunden, der das Erarbeitete sofort „ausspuckt“.

An einer Seitenwand werden nicht-elektronische „Whiteboards“ an Schienen angebracht, die abgenommen und an mobilen Stellwänden an den Tischen wieder aufgehangen werden können.

Variable, nicht elektronische Whiteboards, sollen darüber hinaus an einer Seitenwand angebracht werden. Aufgehängt an Schienen, können die Tafeln hin- und hergeschoben werden und darüber hinaus abgenommen und an mobilen Stellwänden im Klassenraum angebracht werden. „Das ist für Gruppenarbeiten praktisch“, so Hellmann.

Hoffen auf 72 Anmeldungen

Und noch ein weiteres Merkmal zeichnet einen Klassenraum an einer Sekundarschule aus: Angrenzend an der Hauptraum werden kleinere Differenzierungsräume eingerichtet, in denen nicht nur Einzelunterricht, sondern auch Gruppenarbeit ermöglicht werden kann. Hellmann: „Das ist ganz im Sinne der Binnendifferenzierung, bei der zwar alle Schüler gemeinsam unterrichtet werden, aber trotzdem auch Einzelunterricht möglich ist. Inwiefern alle Klassenräume –zum Teil ist dies schon der Fall – in der Realschule mit einem Differenzierungsraum ausgestattet werden können, müsse von baufachlicher Seite aber noch geklärt werden.

Ohnehin liegt der Fokus zunächst auf drei an den Start gehenden Klassen an der Humboldtschule im kommenden Jahr. 72 Anmeldungen müssen zusammen kommen, damit der Startschuss für die Sekundarschule fallen kann, dieses Ziel haben die Verantwortlichen der Stadt Halver fest im Blick. Wie sich die Humboldtschule „anfühlt“, können mit dem ersten Klassenraum nach den Ferien aber nicht nur einige Schüler erfahren, betonte Hellmann, auch Eltern sind dann eingeladen, sich von Einrichtung und Ausstattung anzuschauen. Termine werden noch bekannt gegeben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare