Erstes Projekt zum Gedenktag

Widerstand ist möglich - Ausstellung zum Holocaust-Gedenktag

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Nemanja Goncin und Nils Reinhardt (rechts) sind zwei der 26 Schüler, die ein Projekt anlässlich des Gedenktages an die Opfer des Nationalsozialismus erarbeiteten.

Halver - 75 Jahre ist es am 27. Januar her, dass das Konzentrationslager Auschwitz befreit wurde. Anlässlich dieses Tages findet jährlich der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus statt, der Holocaust-Gedenktag. Diesen Tag nehmen sich erstmals auch Schüler der Humboldtschule als Anlass für ein Projekt.

In Form einer viertägigen Ausstellung präsentieren die 15- bis 16-Jährigen ihre Projekte zu den Themen Holocaust und der Widerstandsgruppe Weiße Rose. Als Unterstützung bekamen sie von der Stiftung Weiße Rose eine Wanderausstellung zur Verfügung gestellt. Diese wird dann von ihren eigenen Ausstellungstücken ergänzt. 

Fast seit Beginn des aktuellen Schuljahres erarbeiten 26 Neuntklässler in kleinen Gruppen die Themen Holocaust und Widerstand im Nationalsozialismus. Sowohl im Religionsunterricht, als auch in Gesellschaftslehre, dem Fach, das Geschichte, Politik und Erdkunde verbindet. Die Schüler sollen in dem Projekt sehen, wozu Rassismus fähig ist. Aber auch, dass es Menschen gibt, die sich widersetzten, sagt Natalja Reuter. Und dazu müsse man nicht erwachsen sein. 

Fokus liegt auf der Weißen Rose

Fokus wurde vor allem auf die Widerstandsgruppe Weiße Rose gelegt. Junge Frauen und Männer setzten sich im Nationalsozialismus ab 1942 gegen die NS-Diktatur und und für die Beendigung des Krieges ein – vor allem in Form von Flugblättern. Die Aktivisten waren nur wenige Jahre älter als die Humboldtschüler. So könnten sich die Schüler mit den Mitgliedern der Weißen Rose identifizieren. Gemeinsam erarbeiteten sie die Lebensläufe der Mitglieder, analysierten deren Flugblätter und lasen viel in Fachliteratur. „Wir sind begeistert“, sagt Nils Reinhardt. Auch wenn die Mitglieder der Weißen Rose dafür bezahlt haben – nicht alle, aber viele wurden hingerichtet. 

Unter ihnen sind bekannte Personen wie die Geschwister Sophie und Hans Scholl und Alexander Schmorell. Aus ihnen und ihrem Freundeskreis entstand die Bewegung, die heute für Zivilcourage und individuelle Verantwortung steht. Und jungen Menschen zeigen soll: Widerstand ist wichtig und möglich. Rassismus und Demokratie sind auch in der heutigen Gesellschaft wichtige Themen. „Geschichte bekommt ihren tieferen Sinn erst mit dem Bezug zur Gegenwart“, sagt Schulleiter Reiner Klausing. Auch heute seien die Zeiten nicht rosig. 

Courage zeigen und reagieren

Doch eine gute Schule mache aus, dass sie gegen Rassismus angehe. So lernen die Schüler in ihrem Projekt auch, selbst Courage zu zeigen und zu reagieren, wenn sie etwas mitbekommen. Zusätzlich zur Wander-Ausstellung der Stiftung Weiße Rose stellen auch die Schüler ihre in Gruppen erarbeiteten Projekte vor. Dazu zählen selbst geschriebene Tagebücher, Biografien und multimediale Präsentationen. Diese Art der Auseinandersetzung mit dem Gedenktag findet zum ersten Mal in der Humboldtschule statt. Aber es soll nun jedes Jahr Thema sein. „Wir wollen die Gedenkkultur pflegen“, sagt Reiner Klausing. Das sei nicht nur wichtig, sondern eine Verpflichtung.

Ausstellung Die Eröffnung der Ausstellung findet am Montag, 27. Januar, um 14.30 Uhr statt. Auch Gäste von außerhalb sind willkommen. Dafür sei eine Anmeldung jedoch vorab erforderlich (Tel. 0 23 53/6 11 99 60).

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