„Wir fordern Gerechtigkeit“

Schüler aus dem MK starten Petition: Zentrale Prüfungen sollen nicht wie geplant stattfinden

Der digitale Unterricht hat zu Hause nicht bei allen funktioniert.
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Der digitale Unterricht hat zu Hause nicht bei allen funktioniert.

Im Mai stehen die Zentralen Abschlussprüfungen an. Bisher wie geplant. Die Humboldtschüler haben jetzt eine Petition gestartet und stellen klare Forderungen an die Bildungsministerin.

Halver – Die Schüler der Abschlussklassen der Humboldtschule haben eine Petition gestartet. In einem Brief an Yvonne Gebauer, Bildungsministerin des Landes Nordrhein-Westfalen, fordern sie, dass die Zentralen Abschlussprüfungen (ZP 10) in der vorgesehenen Weise im Mai nicht geschrieben werden – nämlich: nicht zentral vorgegeben.

Stattdessen sollten die Lehrer der Schüler selbst eine Prüfung erstellen, die aus den tatsächlich erlernten Inhalten des Unterrichts besteht. „Es ist faktisch nicht möglich, eine Prüfung über etwas zu schreiben, über dessen Inhalt wir nicht unterrichtet werden konnten“, heißt es in dem Brief, der von der Schülersprecherin Georgia Tsompani stellvertretend für alle Abschlussschüler verfasst wurde. Darüber, dass im Mai die Zentralen Abschlussprüfungen anstehen, sind die Schüler „empört“, wie sie weiter schreibt.

Distanzunterricht kein Vergleich zu Präsenzunterricht

Die Schüler hätten „extrem abgespeckten Unterricht gehabt“, beim Distanzunterricht „traten regelmäßig technische Probleme auf“ und „einige Schüler hatten wegen fehlender Ausstattung sogar gar keine Möglichkeit, am digitalen Unterricht teilzunehmen“. Endgeräte gab es erst ab dem 3. März und wer in der Schule am Digitalunterricht teilnahm, habe kaum Möglichkeiten gehabt, mit den Fachlehrern zu sprechen. Unterm Strich steht fest: „Durch Schwierigkeiten beim Distanzunterricht haben sich die Leistungen einiger Schülerinnen und Schüler verschlechtert.“ Die Abschlussprüfung stelle eine „große Hoffnung“ dar, die Noten zu verbessern.

Die Abschlussklassen des vergangenen Jahres durften eine von den Lehrern konzipierte Prüfung schreiben, das fordert nun auch der diesjährige Jahrgang. „Wir fordern in diesem Punkt Gerechtigkeit.“ An die Bildungsministerin richten die Schüler der Sekundarschule einen klaren Appell: „Sie können nichts für die Pandemie, aber sie haben die Möglichkeit, uns zu helfen.“ Sofort unterschreiben kann man die Petition direkt mit dem einem Klick hier.

Zentrale Abschlussprüfungen (ZP 10/ZAP)

Die zentralen Prüfungen am Ende der Klasse 10 führte Nordrhein-Westfalen im Schuljahr 2006/07 für den mittleren Schulabschluss ein. Alle Schüler der 10. Klassen an Hauptschulen, Realschulen und Gesamtschulen nehmen daran teil, jene an Gymnasien seit dem Schuljahr 2010/2011 infolge der Schulzeitverkürzung allerdings nicht länger. Den Kern bilden schriftliche Prüfungen mit zentral gestellten, jedoch dezentral bewerteten Aufgaben in den Fächern Deutsch, Mathematik und einer Fremdsprache. Die Abschlussnote in den drei Prüfungsfächern soll sich je zur Hälfte aus einer Vornote und der Prüfungsnote zusammensetzen. Die Vornote soll auf den schulischen Leistungen in der Klasse 10 beruhen. Dabei wird nicht nur das zweite Schulhalbjahr bewertet, das erste Schulhalbjahr wird ebenfalls bewertet.

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