Tagesmütter braucht die Stadt

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Kindertagespflege

Halver/Schalksmühle - Der Bedarf an Plätzen in der Kindertagespflege und ausgebildeten Tagesmüttern ist hoch und nimmt unverändert zu. In Halver stagniert die Zahl der Tagesmütter in den vergangenen beiden Jahren bei sieben. Im Jahr 2012 waren es zehn.

Positiv verändert hat sich im selben Zeitraum die Lage in Schalksmühle mit einer Tagesmutter noch 2012 und inzwischen fünf. Sie betreuen zurzeit 18 Kinder in Halver und 19 in Schalksmühle, und zwar fast durchweg Kinder unter drei Jahren. Auf diesen Sachverhalt hat Lillian Tanzius vom Kindertagespflegebüro MK der Arbeiterwohlfahrt (Awo) die Kreispolitik aufmerksam gemacht. 

Kreisweit 231 Anfragen standen 160 Vermittlungen einer Tagesbetreuung mit Stand von Dezember gegenüber. Das bedeutet, dass für 30 Prozent der anfragenden Eltern eine andere Lösung gefunden wurde. Für das Kindertagespflegebüro mit Sitz in Lüdenscheid und Meinerzhagen steht damit die Werbung und Qualifizierung neuer Tagesmütter weit oben auf der Prioritätenliste. Offiziell lautet deren Bezeichnung übrigens „Tagespflegepersonen“. Auch einige Männer haben im Märkischen Kreis die Betreuung zu ihrem Beruf gemacht, weiß Tanzius. 

Im Gesamtbereich des Märkischen Kreises mit den Städten ohne eigenes Jugendamt – Balve, Halver, Herscheid, Kierspe, Meinerzhagen, Nachrodt-Wiblingwerde, Neuenrade und Schalksmühle – besuchen zurzeit 224 Kinder die Kindertagespflege als Alternative zu einem Platz in einem Regelkindergarten. Im Jahr 2012 waren es noch 156 Kinder. Damit nutzen Eltern auch die Chance der zeitlichen Flexibilität dieser Betreuungsform, zum Teil auch als zusätzliche Unterbringung neben den Randzeiten der Kitas. 

Geleistet werden die Betreuungen von 65 aktiven Tagespflegepersonen. Die Differenz erklärt sich aus den Mehrfachbetreuungen. Eine Tagesmutter darf bis zu fünf Kinder gleichzeitig betreuen. Das können ausgebildete Erzieherinnen sein mit einer zusätzlichen Qualifizierung über 80 Stunden. Die typische Ausbildung dauert in der Regel 160 Stunden. 

Ein nächster Kurs beginnt in Regie der Volkshochschule Lennetal im Januar in Altena. In Lüdenscheid soll das voraussichtlich Mitte kommenden Jahres der Fall sein, sagt Lillian Tanzius im Gespräch mit dem Allgemeinen Anzeiger. Auf jeden Fall wolle das Awo-Kindertagespflegebüro die Qualität bei der Kinderbetreuung sichern. Tanzius: „Wir nehmen nicht jeden.“ Wer Interesse an dieser Aufgabe hat, kann sich an das Awo-Kindertagespflege-Büro in Lüdenscheid oder die Zweigstelle in Meinerzhagen wenden.

Lillian Tanzius, Tel. 0 23 54 /90 45 04, Internet: www.awo-ha-mk.de/kindertagespflege

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