Figurenthearter zeigt Geschichte aus 1001 Nacht

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Die jungen Besucher konnten sich die Puppen auch aus der Nähe anschauen.

HALVER - Mit „Aladin und die Wunderlampe“, einer der schönsten Geschichten aus dem Morgenland, brachte das Hohenloher Figurentheater - eines der traditionsreichsten professionellen Figurentheater im deutschsprachigen Raum - am Samstag in der Aula der Realschule das wohl bekannteste Märchen aus „1001 Nacht“ auf die Bühne.

Alle guten Zutaten märchenhafter Unterhaltung bot das faszinierende, Jung und Alt fesselnde Spiel, das mit orientalischem Flair, einem Hauch Magie und Happy End für den Titelhelden und seine Prinzessin aufwartete. Mit Hilfe der Wunderlampe und des in ihr wohnenden Dschinn stieg Aladin, der arme Tagelöhner, zu einem reichen, glücklichen Mann auf. Der böse Zauberer, der es selbst auf die Wunderlampe und ihren mächtigen Geist abgesehen hatte, schlug sich letztlich mit eigenen Waffen und musste - verzaubert und seiner Macht beraubt - als Kaktus (mit Gesichtskontur) ein trostloses Dasein fristen.

Mit geschickten Fingern und einer Vielzahl von Stimmen erweckten Johanna und Harald Sperlich, die sich seit 1974 der Kunst des Puppenspiels widmen, ihre ausdrucksstarken Stabfiguren - in der Werkstatt des renommierten Figurenschnitzers Günter Weinhold entstanden - zum Leben. Ideenreich und kreativ machten sie aus dem Spiel mit Puppen großes Theater, das kleine wie große Zuschauer begeisterte. Der habgierige Großwesir, der die Bevölkerung auspresste, bekam eine dünne Fistelstimme. Kasim, der böse Zauberer, sprach mit lauerndem Unterton und verkörperte die Bosheit in Person. Aus Aladins Stimme ließ sich die Unbekümmertheit der Jugend vernehmen. Dem beleibten Kalifen, der ein wenig vergesslich daherkam, war die Gutmütigkeit anzumerken.

Jede Puppe, die auftrat, erhielt ihren eigenen Tonfall, ihren klar definierten Charakter. Nicht verwunderlich, dass der Dschinn, der der Wunderlampe mit Funken sprühenden Augen und wehenden Haaren entstieg, da durch seine Größe und hallende Stimme etwas Geisterhaftes ausstrahlte. Vor voll besetzten Rängen präsentierten Johanna und Harald Sperlich, die Produktionen für Kinder und Erwachsene im Repertoire haben, ihr preisgekröntes orientalisches Zaubermärchen (Raben-Theaterpreis des Wiesbadener Figurenfestivals) in einer Fassung des Dresdners Hans-Joachim Hellwig.

Verdeckt, von erhöhtem Bühnenpodest aus, erzählten sie Aladins Geschichte mit viel Fantasie, feinem Humor und Liebe zum Detail. Hingucker waren die aufwändigen Kostüme (Barbara Weinhold) der Figuren. Auch die Bühnenbilder (Rolf Cofflet) hatten bezwingenden Charme. Mal Aladins ärmliches Zuhause, mal die finstere Höhle mit der Wunderlampe, dann wieder die Pracht des Kalifenpalasts führten die Kulissen vor Augen. Raffiniert zauberten die beiden versierten Puppenspieler mit Licht - geschickt eingesetzt - eine verwunschene Märchenatmosphäre. Die Musik (Rainer Lischka) unterstrich das orientalische Flair der Produktion. Geräusche, effektvoll eingesetzt, beflügelten die Fantasie. Sogar pyrotechnische Effekte gab’s. - Monika Salzmann

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